Würgau

Hangbrücke auf A 70 wird abgerissen

Ab Mitte September muss die südliche Autobahnbrücke der A 70 bei Würgau dran glauben: Das Bauwerk wird abgerissen und ersetzt. Bis September 2016 dauern die Arbeiten - eine Belastungsprobe für den Verkehr.
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Die südliche Hangbrücke der A70 am Würgauer Berg (rechts) wird ab Mitte September abgebrochen. Die Brücke entspricht nicht mehr den Sicherheitsstandards. Das Bild zeigt die Brücke aus Fahrtrichtung Bayreuth. Links liegt Würgau; am oberen Bildrand ist Scheßlitz zu sehen. Foto: Timo Stöhr/Archiv
Die südliche Hangbrücke der A70 am Würgauer Berg (rechts) wird ab Mitte September abgebrochen. Die Brücke entspricht nicht mehr den Sicherheitsstandards. Das Bild zeigt die Brücke aus Fahrtrichtung Bayreuth. Links liegt Würgau; am oberen Bildrand ist Scheßlitz zu sehen. Foto: Timo Stöhr/Archiv
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Ihren Namen trägt sie, weil sie direkt am Hang erbaut ist: Die Hangbrücke der A 70 bei Würgau. Nun soll der südliche Teil, auf dem die Fahrbahn Richtung Bayreuth verläuft, abgerissen werden. Die Brücke ist in die Jahre gekommen, wenn man so will, auch wenn das Bauwerk noch gar nicht so alt ist: 47 Jahre hat die Brücke am Hang auf dem Buckel. Täglich fahren hier in beiden Richtungen 21 000 Fahrzeuge. Das ist kein hochfrequentierter Autobahnabschnitt, doch reicht dies aus, dass die "Tragereserven" der südlichen Brücke, wie es von der Autobahndirektion Nordbayern heißt, aufgebraucht sind. Vor allem habe in den vergangenen Jahren die Belastung durch den Güter- und Schwerlastverkehr zugenommen.

Die Brücke sei inzwischen einer anderen "Dauerschwingbelastung" ausgesetzt, als noch vor einigen Jahrzehnten. Früher wurde sogenannter Spannstahl verbaut. Dieser sei grundsätzlich sicher.
Doch unter negativen Bedingungen könnte die Brücke versagen, sagt Georg Müller, der bei der Autobahndirektion Nordbayern zuständig ist für Brückenprojekte. In den 60er/70er Jahren habe man materialsparender gebaut. Deshalb fehle die Stabilität - man fürchtet, dass das Material durch die heutigen Verkehrsbelastungen schnell ermüden könnte. 8,2 Millionen Euro soll der Neubau der Brücke den Bund kosten.


Gravierende Auswirkungen

Am 14. September beginnen die Arbeiten zwischen den Anschlussstellen Scheßlitz und Roßdorf am Berg. Es dauere allein einen Monat, bis die vorbereitenden Maßnahmen abgeschlossen sind, schätzt Müller. Die eigentlichen Abbrucharbeiten an der Brücke beginnen demnach erst Mitte Oktober.

Gravierende Auswirkungen auf den Verkehr sind zu erwarten: "Die Maßnahme ist groß", sagt Müller. Die Brücke selbst ist 400 Meter lang. Der gesamte Baustellenabschnitt wird sich über zweieinhalb Kilometer erstrecken. Schließlich müsse der Verkehr bereits weit vor der Brücke - wo es möglich ist - auf die nördliche Fahrbahn verlegt werden. Jeweils eine Fahrspur in jede Richtung steht dann nur noch zur Verfügung. Beide Fahrspuren werden getrennt durch sogenannte Unfallsicherungswände aus Beton. Die Spuren könnten so zum Nadelöhr werden.

"Man unterschätzt die ,Hängenbleiber‘", sagt Müller. Das betrifft gerade die Fahrzeuge, die auf der Spur Richtung Bayreuth den Berg hoch müssen. Um lange Staus zu vermeiden, richtet die Autobahndirektion ein automatisches Warnsystem ein. Sobald die Sensoren einen Stau feststellen, leiten Anzeigetafeln den Verkehr frühzeitig über die Ausfahrten Scheßlitz/Roßdorf am Berg um. "Wenn ein Lastwagen stehen bleibt, dann springt die Stauwarnanlage an und der Verkehr läuft durch Würgau", erklärt Müller.


Zeitgleich Arbeiten bei A 73

Das birgt womöglich weitere Probleme: Größere Lkw müssen sich dann durch die "Applaus-Kurve" des Würgauer Bergs auf der B 22 zwängen. Auch dort könnte es eng werden. "Wir können nur hoffen, dass es keinen Winter mit großen Schneefällen geben wird", sagt Müller deutlich.

Auf den nördlichen Landkreis wird somit vor allem im neuen Jahr einiges zukommen. Besonders spannend könnte es ab Januar 2016 werden. Dann will auch die Bahn den Trassenausbau für die geplante ICE-Strecke vorantreiben. Unter anderem wird die A 73 zwischen Breitengüßbach und Zapfendorf zur Baustelle, auch die Staatsstraße zwischen den beiden Ortschaften wird gesperrt. Ein Teil des Ausweichverkehrs wird über die Kreisstraße BA 1 nach Scheßlitz zur A 70 stattfinden. Ebenso drängt der Schienenersatzverkehr auf die Straße, denn die Gleise in diesen Abschnitten werden stillgelegt. Hauptkommissar Peter Krauß von der Polizei Bamberg-Land, der ständig in der Verkehrskommission sitzt, hat bereits seine Bedenken zu einem möglichen Verkehrschaos im kommenden Jahr geäußert.

Georg Müller weiß um die Probleme, die auf der A 70 durch den Brückenneubau entstehen könnten. Doch habe man keine Alternative.

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