Nachhaltigkeit - ein entscheidender Faktor für die Entwicklung einer Gemeinde oder eines jener "Plastikwörter", die inzwischen in allen Bereichen so inflationär verwendet werden, das sie kaum noch Bedeutung tragen? Hallstadts Erster Bürgermeister Markus Zirkel (SPD) zitierte in seiner Eingangsrede beim Neujahrsempfang der Stadt Hallstadt den Freiburger Sprachwissenschaftler Uwe Pörksen und seine kritische Betrachtung des Modewortes "nachhaltig".

Dennoch, erläuterte Zirkel, sei es oberstes Ziel einer Kommune nachhaltig zu handeln. In Hallstadt geschehe das unter anderem durch die Umsetzung eines umfassenden Stadtentwicklungskonzeptes und einer familien- und umweltfreundlichen Politik, die stets die nachfolgenden Generationen im Blick habe. "Noch in diesem Jahr beginnen wir mit dem Bau unserer Marktscheune, die für Hallstadt endlich wieder eine verlässliche Nahversorgung sicher stellen wird."

Und noch eine positive Mitteilung hatte Zirkel bereit: "Nach der aktuellen Steuerschätzung des Bayerischen Gemeindetages liegt Hallstadt auf Platz 1 in Oberfranken bei der Finanz- und Steuerkraft", verkündete er und bedankte sich umgehend bei den örtlichen Unternehmen für diese starke Unterstützung. "Vor allem aber manifestiert sich der Begriff Nachhaltigkeit an der Bürgerschaft einer Stadt", betonte Zirkel vor den 130 Gästen aus Politik, Kultur, Wirtschaft sowie Kirche und Soziales. "Das hohe Gut des engagierten Ehrenamtes, das in Hallstadt vor allem von unseren Vereinen getragen wird, ist der feste Grund für die nachhaltige Entwicklung unserer Stadt."

Auch Staatssekretärin Melanie Huml (CSU), näherte sich in ihrer Rede der Bedeutung der Nachhaltigkeit in der Entwicklung von Kommunen aus verschiedenen Richtungen. Der sehr alte Begriff stamme ursprünglich aus der Forstwirtschaft, erinnerte sie mit einem Augenzwinkern zum ebenfalls anwesenden Landtagskollegen Heinrich Rudrof, und bedeute, für jeden gefällten Baum wieder einen neuen zu pflanzen. "Für uns Politiker heißt dies, so zu planen und zu agieren, dass es bei den Menschen auch ankommt. Gefordert ist, global zu denken, aber kommunal zu handeln." Als ein Beispiel für Hallstadt nannte Huml den Hochwasserschutz, den sie in einer gemeinsamen Vereinbarung mit Bürgermeister Markus Zirkel im vergangenen Frühjahr entscheidend voran gebracht habe.

Bei dieser Gelegenheit, so erinnerten sich beide schmunzelnd, sei auch Humls Auftritt für den Neujahrsempfang verabredet worden, an den sich ihr feierlicher Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Hallstadt anschloss. "Ich bin so oft hier, aber die Gelegenheit dazu hat sich nie ergeben", bekannte die gebürtige Hallstadterin, die von Markus Zirkel mit einem warmen "Willkommen daheim" und von der Band mit der Bayernhymne empfangen wurde.

"Das Schönste an den Neujahrsempfängen sind für mich immer die vielfältigen Begegnungen und Gespräche", verriet Melanie Huml. Beim Hallstadter Neujahrsempfang zeigte sich dies in einer familiären und entspannten Atmosphäre während der gesamten Veranstaltung, an deren Ende die eingängigen Rock- und Popsongs der Acoustic-Band "Discover" einige Gäste fast noch zu Tanzeinlagen verlockt hätten.