Wenn es in der Talstadt schon am Schnee für weißen Wintersport mangelt, so können die Bamberger ab dem Wochenende doch wenigstens Schlittschuhlaufen. Die eisige Kälte mit knackigem Dauerfrost macht es möglich.
Zumindest am Troppauplatz in Bamberg-Ost werden die Kufenflitzer ihrem Sport frönen können. Dort haben Mitarbeiter des Gartenamts in der Nacht zum Donnerstag damit begonnen, eine künstliche Fläche Eisbahn anzulegen. Sie dürfte spätestens am Samstag befahrbar sein, schätzt Michael Gerencser, der stellvertretende Leiter des städtischen Gartenamtes. Er berichtet von Schulkindern, die schon ungeduldig von der Absperrung aus die Arbeiten beobachten.

Auf den Bamberger Weihern hat sich inzwischen zwar auch eine Eisdecke gebildet. Sie trägt aber noch nicht. Beim Messen der Eisstärke holte sich am Donnerstag sogar der Techniker des Gartenamts nasse Füße: Er brach mit dem Fuß am Rand des Hainweihers ein. Auch bei anhaltend klirrendem Frost sollten die Schlittschuh-Fans Vorsicht walten lassen, warnt Gerencser: "Wir raten der Bevölkerung auf Nummer Sicher zu gehen und die künstliche Eisbahn am Troppauplatz zu nutzen."

Die Stadt weist derweil schon vorsorglich darauf hin, dass das Betreten von Eisflächen prinzipiell auf eigene Verantwortung geschieht. Auch dann, wenn Hainweiher, Sylvanersee, der Weiher am Höfener Weg und Eichelsee in Wildensorg in den nächsten Tagen offiziell frei gegeben werden sollten. "Die Kommune übernimmt keinerlei Haftung", betont Steffen Schützwohl von der Pressestelle.

Einkaufen im Frost


Die extremen Minustemperaturen kamen pünktlich zum Start des inoffiziellen Winterschlussverkaufs in dieser Woche. Zwei Einzelhändler, die wir stellvertretend befragten, ob sich die Kälte auf die Kauflust auswirkt, gaben uns sehr unterschiedliche Auskünfte.

Karstadt-Leiter Alfons Distler zeigt sich begeistert vom Wetter. Die Kälte helfe sehr, die warmen Artikel los zu werden, die bisher liegen geblieben sind wie Stiefel, Winterjacken und dicke Mäntel, Mützen oder Handschuhe. Er hofft, dass der Dauerfrost tatsächlich, wie angekündigt, noch eine Weile hält: "Trockene Kälte ist optimal für den Handel. Schnee und Glatteis würden uns das Geschäft verhageln." Am Mittwoch zum Beispiel hat Karstadt laut Distler ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr geschrieben. Dabei schlägt nach seinen Worten weniger die Zahl der Käufe zu Buch, sondern das, was gekauft wird.

Schuhhändler Andreas Zeller, ebenfalls am Grünen Markt ansässig, hat mit den eisigen Tagen ganz andere Erfahrungen gemacht. Sein Eindruck ist, dass die Leute lieber in der warmen Stube bleiben. Es sei eher wenig los.
Bei der Stadtwerke GmbH schlägt sich die Kälte vor allem in einer deutlich gesteigerten Nachfrage nach Gas nieder. So, wie die Temperaturen in den Keller fielen, stieg die Kurve, die den Gasverkauf darstellt. Von Montag bis Mittwoch dieser Woche wurden rund 16,328 Millionen Kilowattstunden abgegeben. Das war fast ein Drittel mehr als in der Vorwoche mit vergleichsweise milden Temperaturen. Da verkauften die Stadtwerke "nur" etwa 12,602 Millionen Kilowattstunden.

Das Plus rührt fast ausschließlich von einem gestiegenen privaten Verbrauch her, erklärt Astrid Rosenberger aus der Pressestelle des Unternehmens. Der Bedarf der Industrie ist nach ihren Worten unabhängig vom Wetter rund ums Jahr fast konstant. Ein Engpass für Gas ist nach ihrer Auskunft auch bei anhaltendem Dauerfrost nicht zu befürchten. Seit Ende der 1960er sei die Gasversorgung noch nie ausgefallen.