Bamberg
Einigkeit

Gemeinsam Flagge zeigen

Vertreter von Kirche und Politik in Bamberg demonstrieren den Schulterschluss und bekennen sich zur gemeinsamen Hilfe und Unterstützung für Asylbewerber und Flüchtlinge.
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Bamberg hilft gemeinsam Flüchtlingen: Landrat Johann Kalb, Erzbischof Ludwig Schick, Dekan Hans-Martin Lechner, Oberbürgermeister Andreas Starke und Bezirkstagspräsident Günther Denzler (von links) zeigen sich vor der Oberen Pfarre solidarisch. Foto: RiegerPress
Bamberg hilft gemeinsam Flüchtlingen: Landrat Johann Kalb, Erzbischof Ludwig Schick, Dekan Hans-Martin Lechner, Oberbürgermeister Andreas Starke und Bezirkstagspräsident Günther Denzler (von links) zeigen sich vor der Oberen Pfarre solidarisch. Foto: RiegerPress
Auf den ersten Blick war es ein eher unspektakuläres weißes Banner mit der Aufschrift "Bamberg hilft", das Landrat Johann Kalb (CSU), Erzbischof Ludwig Schick, Dekan Hans-Martin Lechner, Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und Bezirkstagspräsident Günther Denzler am Sonntagmorgen vor der Oberen Pfarre gemeinsam hochhielten. Bei genauerem Hinsehen konnte man das Wort "Willkommen" in zahlreichen Sprachen erkennen. Der eigentliche Hintergrund der vom OB initiierten Aktion hat indes eine wichtige Bedeutung: Bambergs führende politische und kirchliche Vertreter symbolisieren den Schulterschluss und bekennen sich zur gemeinsamen Hilfe für Asylbewerber und Flüchtlinge.

"Menschen in der Not zu helfen, ist eine Pflicht für Politik, Kirche und Gesellschaft", unterstrich Landrat Kalb. Daher müssten der Landkreis und die Stadt gemeinsam dafür Sorge tragen, dass alle Asylsuchende eine menschenwürdige Unterkunft erhalten. Denn alleine im Landkreis Bamberg seien aktuell in 14 Gemeinden rund 700 Flüchtlinge untergebracht - und ein Ende des Flüchtlingsstroms nicht absehbar. "Auch wenn Bamberg über die im Erstaufnahmelager Untergebrachten keine zusätzlichen Flüchtlinge mehr aufnehmen muss, sind wir im Landkreis weiterhin gefordert, uns auf die Suche nach menschenwürdigen Unterkünften zu machen", sagte Kalb.

Für Erzbischof Ludwig Schick ist die Aktion ein wichtiges Symbol, um der Bevölkerung zu signalisieren, dass die Aufnahme von Flüchtlingen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei. "Wir brauchen Nahrung, Kleidung und psychosomatische Hilfe für die asylsuchenden Menschen. Wir brauchen aber auch die freundlichen Gesichter der Menschen der Region und deren helfende Hand", forderte Schick.


Liebe zu allen Menschen

Und Dekan Hans-Martin Lechner unterstrich, dass die "Liebe zu allen Menschen" eine Selbstverständlichkeit wäre. "Daher ist es auch wichtig, dass wir uns gemeinsam um die Menschen kümmern, die in Not geraten sind. Zumal die Hilfe für Menschen eine der wichtigsten Aufgabe der Kirchen ist", sagte Lechner.

Oberbürgermeister Andreas Starke freute sich über den breiten Schulterschluss: "Es ist wohltuend zu sehen, dass in Bamberg alle an einem Strang ziehen, um Asylbewerbern und Flüchtlinge zu helfen." Denn auch auf dem Konversionsgelände brauche man Solidarität, Menschlichkeit und Zusammenarbeit. Nur wenn Stadt, Staatsregierung, der Bezirk, die Kommunen, die caritativen Einrichtungen und Wohlfahrtsverbände auf allen Ebenen zusammenarbeiten, werde es gelingen, die große Herausforderung in Sachen Asyl in Bayern zu bewältigen. "Ich appelliere daher an alle Mitbürger, in diesen schweren Zeiten gastfreundlich und hilfsbereit zu sein. Jeder ist gefordert, Verantwortung zu übernehmen. Denn alle, die in Bamberg Hilfe suchen, bekommen sie auch", betonte Starke. Dabei dürfe man die Asylsuchenden nicht unterschiedlich behandeln. Schließlich gäbe es weder gute, noch schlechte Flüchtlinge, noch Abschiebelager.

"Gerade uns Deutschen sollte davor grauen, das Wort Abschiebung überhaupt in den Mund zu nehmen", warnte der Oberbürgermeister.

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