Knapp 500 Studenten folgten nach Polizeiangaben dem Aufruf des unabhängigen Bildungsbündnisses "Geht's noch enger?" und beteiligten sich am Mittwochnachmittag an einem Demonstrationszug durch die Bamberger Innenstadt. Mit Transparenten und Parolen wie "Bildung rauf und Kosten runter!" zogen sie von der Markusstraße über die Königstraße und Lange Straße zum Maxplatz.

An der Kettenbrücke legten die Teilnehmer einen Zwischenstopp ein und Lukas Kohendorf vom Bildungsbündnis erläuterte den Anlass der Protestkundgebung: "Wir sind hier, weil wir zu wenig Platz haben. Zu wenig Platz auf dem Wohnungsmarkt, zu wenig Platz in den Hörsälen, zu wenig Platz bei der freien Wahl eines Studiums und zu wenig Platz in der Mitbestimmung der universitären Einrichtungen." Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) machte er dafür verantwortlich, dass "meine Generation unter diesen prekären und unzumutbaren Bedingungen studieren" müsse.

Kohendorf wetterte aber auch gegen das Studentenwerk Würzburg. "In der größten Not, als zu Beginn des Semesters viele Studenten keine Wohnung hatten und in Hotels, Notunterkünften und auf Sofas von Kommilitonen schlafen mussten, wurde ein Containerwohnheim nicht gebaut, weil es zu teuer ist." Hinzu komme noch der Platzmangel an der Universität selbst. Viele Seminarräume, die Mensa, die Bibliotheken seien oftmals überfüllt. Auch, so klagte der Sprecher, fehle es an gleichberechtigter Mitsprache der Studenten im Senat, in den Fakultätsräten und den Universitätsgremien. Die Studierenden befänden sich lediglich in der Rolle als Konsumenten. Dies wolle man nicht länger hinnehmen und daher für mehr Demokratie in der Hochschule kämpfen.

Während sich die Polizei am Ende lobend über die Studenten und ihre friedliche Demonstration äußerten, kritisierte die Bamberger FDP die Protestkundgebung. In einer schriftlichen Stellungnahme wirft Bambergs FDP-Ortsvorsitzender Martin Pöhner den Studenten vor, gegen "Probleme zu demonstrieren, die sich bereits in Lösung befinden". Denn die Initiatoren der Demonstration würden verschweigen, dass bereits im Juni 2012 auf dem Erba-Gelände ein Universitätsneubau mit einer Nutzfläche von 18 000 Quadratmetern eröffnet werde, der dann von bis zu 5000 Studierenden genutzt werden könne und der die derzeitige räumliche Enge massiv entspanne.