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Bamberg
Bildung

Geht es für das Bamberger Theresianum doch weiter?

Der Karmeliten-Orden verbreitet Zuversicht, dass die Schließung des Spätberufenengymnasiums abgewendet werden kann.
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Eine Aktion von vielen: Schüler und Lehrer demonstrierten im Juni 2015 auf dem Maxplatz für den Erhalt des Theresianums. Foto: privat
Eine Aktion von vielen: Schüler und Lehrer demonstrierten im Juni 2015 auf dem Maxplatz für den Erhalt des Theresianums. Foto: privat
Gute Nachrichten für die Schulstadt Bamberg und die oberfränkische Bildungslandschaft: Das Spätberufenengymnasium Theresianum hat aller Voraussicht nach doch eine Zukunft.

Nachdem es im Januar 2016 so aussah, als ob alle Rettungsversuche, Solidaritätsaktionen, Appelle und "runden Tische" für die vom Karmeliten-Orden getragene Schule erfolglos gewesen wären, scheint sich das Blatt zum Guten zu wenden. Vertreter der Ordensleitung haben die Suche nach einem Nachfolger als Schulträger nie vollends aufgegeben und weiter hinter den Kulissen Kontakte geknüpft und Gespräche geführt. Mit Erfolg, wie Frater Günter Benker mitteilt.


Viele Gespräche geführt

Benker, Provinzprokurator und Geschäftsführer der gemeinnützigen Theresianum Gesellschaft mbH, berichtet nun von einem "entscheidenden Schritt" für den Fortbestand "dieser traditionsreichen Schule": Es sei mit einer großen überregionalen Bildungsorganisation, die auch Mitglied der Diakonie ist, ein Papier unterzeichnet worden, das "die verbindliche Absicht zur Übernahme der Schule erklärt und die wesentlichen Eckpunkte dafür regelt". Vorausgegangen sind laut Benker in den zurückliegenden zwei Jahren Verhandlungen mit insgesamt neun Schul- und Bildungsträgern.

Den Namen des voraussichtlichen neuen Schulträgers gibt die Ordensleitung noch nicht bekannt. Ihre Begründung: Erst müssten alle Details geklärt sein. Man arbeite "mit Hochdruck am eigentlichen Übernahmevertrag".

Der Provinzprokurator geht davon aus, dass es bis Februar soweit sein könnte. Bis dahin könnten wohl alle noch ausstehenden Beschlüsse des Vorstands und des Aufsichtsrates vorliegen. Wenn alles nach Plan geht, soll die Übergabe des Theresianums vom Orden an den neuen Betreiber zum 1. Januar 2018 erfolgen.


Ökumenische Lösung in Sicht

"Es besteht begründete Hoffnung, dass die Schließung abgewendet und das Theresianum mit einem neuen Träger in ökumenischer Zusammenarbeit fortgeführt wird", so Benker wörtlich. Die Zuversicht der Ordensleitung ist so groß, dass sie "grünes Licht" für die Aufnahme neuer Schülerinnen und Schüler für das Schuljahr 2017/2018 signalisiert.

Bis jetzt war es Stand der Dinge, dass im September 2016 die allerletzten Schüler aufgenommen worden sind. In drei Jahren sollte dann die 1946 gegründete Bildungsstätte für immer geschlossen werden. Der Orden sieht sich aus personellen und finanziellen Gründen außer Stande, die Schule weiter zu unterhalten. Gegenwärtig wird das Theresianum von 193 Schülern besucht und ist damit laut Benker gut ausgelastet.

Bambergs Schulreferent Bürgermeister Christian Lange (CSU) begrüßte denn auch in einer ersten Reaktion die Nachricht, dass die Weichen wieder auf Zukunft stehen: "Das Theresianum ist eine in Franken einzigartige Bildungsstätte (. . . ). Ich freue mich deshalb sehr darüber, dass sich die Gespräche der Karmeliten über den Erhalt dieser traditionsreichen Bildungseinrichtung offenbar auf einem guten Weg befinden. Ich hoffe und wünsche, dass sie auch zu dem von uns allen gewünschten Ziel führen." Die Schule sei ein wichtiger Bestandteil der Bildungslandschaft in der Stadt.

Das Theresianum ist die einzige Einrichtung weit und breit, in der Frauen und Männer mit Hauptschulabschluss das Abitur nachholen können.

Entsprechend groß war der Aufschrei, als im Juni 2015 der Beschluss der Ordensprovinz bekannt geworden war, ihr Bamberger Gymnasium aufzugeben. Selbst das Erzbistum Bamberg sah nach eigenen Angaben keine Möglichkeiten, die Schule zu stützen, aus der zahlreiche katholische Priester gekommen waren.
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