Bamberg
Kundgebung

Für mehr Personal im Krankenhaus

In Bamberg übergab die Gewerkschaft Verdi über 56 000 Unterschriften an Gesundheitsministerin Melanie Huml.
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Gut 56 000 Unterschriften (in den blauen Boxen) hatte Verdi mitgebracht, um sie in Bamberg an Gesundheitsministerin Huml zu übergeben. Foto: Barbara Herbst
Gut 56 000 Unterschriften (in den blauen Boxen) hatte Verdi mitgebracht, um sie in Bamberg an Gesundheitsministerin Huml zu übergeben. Foto: Barbara Herbst
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Für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege setzt sich Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml ein. Wie die Ministerin anlässlich einer Kundgebung der Gewerkschaft Verdi erklärte, sei es "wichtig, dass Pflegekräfte vor Überlastung geschützt werden". Die Krankenhausträger stünden klar in der Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern und müssten "Arbeitsbedingungen bieten, die der verantwortungsvollen Tätigkeit in der Pflege angemessen sind".

Die Gewerkschaft nutzte die Kundgebung am Gabelmann, um der Ministerin über 56 000 Unterschriften "Für mehr Krankenhauspersonal" zu überreichen.

"Arbeiten im Krankenhaus macht krank. Beschäftigte werden zur chronischen Überschreitung ihrer Belastungsgrenzen genötigt, die Versorgung der Patienten leidet", betonte Robert Hinke, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Soziales bei Verdi. "Patienten erwarten eine angemessene Versorgung, die Beschäftigten Entlastung."
Einig war sich Huml mit den Verdi-Vertretern darin, dass die Herausforderungen in der Pflege steigen, der Anteil älterer Patienten stetig zunimmt. Zwar sinke die Verweildauer im Krankenhaus, dies verdichte jedoch die Arbeit - und das bei einem Vergütungssystem, das Kostensteigerungen durch höheren Personalbedarf nicht ausreichend berücksichtige.

Die Ministerin verwies darauf, dass erste Maßnahmen bereits in die Wege geleitet worden seien. So sei ein Pflegestellenförderprogramm in Höhe von 660 Millionen Euro in drei Jahren vorgesehen, was etwa 1300 zusätzliche Stellen in Bayern mit sich bringe.

Zuvor hatte Hinke darauf hingewiesen, dass allein an Bayerns Kliniken etwa 21 000 Vollzeitstellen fehlten, davon 10 000 in der Plege. Im internationalen Vergleich gehöre Deutschland beim Krankenhauspersonal ohnehin zu den Schlusslichtern. Der Verdi-Sprecher: Während auf 1000 Patienten (Fälle) in Dänemark 124, in der Schweiz 108 oder Österreich immerhin noch 60 Beschäftigte kommen, sind es in deutschen Kliniken nur 47.
In der Folge herrsche überall Hetze, weil heute zwei das wegschuften, was früher drei oder mehr Kollegen machten. "Der Stress nimmt zu, die Gesundheit nimmt ab." Viele Beschäftigte stünden kurz davor, selbst Patienten zu werden.

Hinke kündigte an, die Gewerkschaft werde in den verbleibenden Wochen bis zur Bundestagswahl mit Aktionen bis hin zu Streiks die Forderung nach mehr Personal bekräftigen.
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