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Deusdorf
Ehe-Jubiläum

Für die Liebste von Anfang an abgestrampelt

Dora und Hans Roßmeier sind seit 65 Jahren in Deusdorf, einem Gemeindeteil von Lauter, verheiratet.
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Bürgermeister Armin Postler und Landrats-Stellvertreter Johann Pfister überbrachten Hans und Dora Roßmeier (im Bild von links) Glückwünsche und Geschenke. Foto: Ralf Kestel
Bürgermeister Armin Postler und Landrats-Stellvertreter Johann Pfister überbrachten Hans und Dora Roßmeier (im Bild von links) Glückwünsche und Geschenke. Foto: Ralf Kestel
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Der Verehrer hat von Anfang an keine Zweifel an seinen Absichten gelassen. Hans Roßmeier machte sich von Deusdorf aus zu Fuß und auf dem Fahrrad auf den Weg nach Seßlach, wo er nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft in Sibirien beim Tanz seine "Liebe auf den ersten Blick" erspäht hatte: Dora Schamberber. 1952 wurden sie von Bürgermeister Männlein und Pfarrer Sonneberger in Deusdorf verheiratet. Eine Beziehung, die bis zum heutigen Tag gehalten hat.

Am Wochenende begingen sie Hans (90 Jahre) und Dora (87) das seltene Jubiläum der Eisernen Hochzeit. Diesmal feierten stellvertretender Landrat Johann Pfister und Bürgermeister Armin Postler mit, die über ihre Vorgänger so urteilten: "Die habn Euch gut zammgeschweißt."

Aber auch eine große Verwandtschaft gratulierte, denn die Roßmeiers freuen sich über drei Kinder, sechs Enkel und acht Urenkel.

Hans hat sich nur für seine Dora ein Leben lang abgestrampelt. Daheim übernahm er den elterlichen Hof, war beim Kanalbau Mitte der 1950er in Ebern mit dabei, baute Eisenbahnstrecken im Raum Nürnberg und arbeitete zuletzt 25 Jahre lang im Sägewerk in Breitengüßbach, während sich Dora um Haus, Hof und Kinder kümmerte.
"Unseren ersten Urlaub haben wir uns 1995 gegönnt, als wir den Hof aufgegeben hatten". Mit einer Busgesellschaft ging's nach Österreich.

Auch wenn eine Tochter mit im Haus wohnt, versorgen sich die Jubilare noch selbst. Waschen, bügeln und
kochen? Alles kein Problem. Und gelegentlich schwingt sich Dora, die 25 Jahre lange als Ortsbäuerin fungierte, noch auf ihren Bulldog, einen 35er Eicher, der beim Kauf 17 000 Mark gekostet hatte.

"Er ist halt ein lieber Kerl", sagt sie über den Ehemann, der bei der Feuerwehr und im Kriegerverein aktiv war.

Als ein "Riesenglück" bezeichnete Landrats-Stellvertreter Pfister so einen langen gemeinsamen Lebensweg und den Zusammenhalt des Paares. Wobei er das Patentrezept zu kennen glaubte: "Wenn die Haustür zu ist, herrscht eine andere Regierung, gel Hans?"