Sambach

Fünf Dörfer glänzen wie neu

Mit dem Sambacher Verfahren ist nun die Dorferneuerung in allen Teilen der Gemeinde Pommersfelden abgeschlossen. Sambach, Oberndorf, Weiher, Wind und Schweinbach standen zuletzt auf dem Programm.
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Pater Stefan Panzer (rechts) und Pfarrer Andreas Steinbauer beim Segen auf dem neu gestalteten Dorfplatz. Fotos: Evi Seeger
Pater Stefan Panzer (rechts) und Pfarrer Andreas Steinbauer beim Segen auf dem neu gestalteten Dorfplatz. Fotos: Evi Seeger
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"Wir nehmen das Erbe unserer Väter in Besitz, wir sichern und gestalten es für die Zukunft!" Mit seinen Worten traf der Ortsgeistliche Pater Stefan Panzer genau den Kern dessen, was Dorferneuerung ausmacht. Oder wie sein evangelischer Amtsbruder, Pfarrer Andreas Steinbauer es ausdrückte: "Hier ist Heimat, hier ist Zukunft, hier sind wir verwurzelt." Mit einem ökumenischen Gottesdienst und vielen Ehrengästen wurde in Sambach der Abschluss des Dorferneuerungsverfahrens (zusammen mit den Ortschaften Oberndorf, Weiher, Wind und Schweinbach) gefeiert. Eines "Millionenwerks und Marksteins in der Geschichte von Sambach", wie Pius Schmelzer, der stellvertretende Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung Oberfranken, betonte.
Die Dorferneuerung habe die fünf beteiligten Dörfer "maßgeblich verändert, attraktiver gemacht und die Lebensqualität ihrer Bewohner verbessert". Mit dem Sambacher Verfahren ist nun die Dorferneuerung in allen Teilen der Gemeinde Pommersfelden abgeschlossen.

Viele Einzelmaßnahmen

Nach den Worten von Helmuth Firsching, dem Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft vom Amt für Ländliche Entwicklung, wurden im Verfahren Sambach alles in allem 7,7 Millionen Euro in öffentliche und private Maßnahmen investiert - einschließlich des Ausbaus der Ortsdurchfahrtsstraße. 3,1 Millionen flossen an Fördermitteln.

Unter anderem wurden der Festplatz am Durmannskreuz, der Parkplatz am Friedhof gestaltet, der Schulgarten angelegt, ein Gemeinschaftsraum verwirklicht, Spielplätze in Weiher, Wind und Schweinbach realisiert, die Kreuze am Friedhof und bei Durmann renoviert, der Dorfplatz und der Antoniusbrunnen an der Kirche angelegt. Dass das Straßenbauamt Bamberg den Ausbau der Ortsdurchfahrt in Angriff nahm, bezeichnete Firsching als einen "Glücksgriff". Dadurch habe die Gemeinde Leitungen, Straßenbeleuchtung, Gehsteige und Buswartehäuser vervollständigen können.

Auch in Oberndorf und Weiher wurden Maßnahmen durchgeführt. In Schweinbach konnte in Trägerschaft der Gemeinde die Wendelin-Kapelle renoviert werden. Die Kreisstraße durch Schweinbach sei ausgebaut und die lang ersehnten Gehsteige verwirklicht worden. Schließlich konnte in Sambach die marode Ebrachbrücke durch einen Neubau ersetzt werden. Dabei habe man den Belangen des Naturschutzes entsprochen, den Bach gestaltet und zwei Fischpässe angelegt, betonte Firsching. Als letzte Maßnahme konnte noch die Friedhofsmauer in Sambach in das Programm aufgenommen werden.

Bürger investieren kräftig mit

Auch die Bürger selbst haben laut Firsching "kräftig investiert". 191 private Fördermaßnahmen mit einem Kostenvolumen von 3,9 Millionen wurden im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms mit 800 000 Euro bezuschusst. "Sehen sie, wie lebendig die Dörfer geworden sind", rief Firsching den Zuhörern zu. Vieles von dem, was verwirklicht wurde, schrieb er der Beharrlichkeit des Bürgermeisters zu, "der immer wieder mit einem Sack voller Wünsche ins Amt kam".

Weit zurück - bis ins Jahr 1986 - musste der Vorsitzende gehen, um auf die Anordung des Verfahrens zu blicken. Damals sei die Kostenbeteiligung für die Gemeinde Pommersfelden jedoch nicht tragbar gewesen. Denn auch Kanalbau, Kläranlage und der Anschluss an die Wasserversorgung standen an. "Es hätte auch keinen Sinn gemacht, Plätze und Straßen zu gestalten, um sie später wieder aufzureißen."

Umtriebige Beteiligte

"Veränderungen sind wichtig, um neue Blickrichtungen zu bekommen", sagte Bürgermeister Hans Beck (Wählerblock Sambach). Für ihn war die Feier Anlass, Dank zu sagen: Seinem Vorgänger im Amt, Altbürgermeister und Ehrenbürger Erwin Ruhl, unter dessen Führung die Maßnahmen eingeleitet wurden. Becks Dank galt auch der Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft, allen voran dem erkrankten Theo Dorn, als dem örtlich Beauftragten. "Sie waren die Verwirklicher vor Ort", rief Beck der Vorstandschaft und ihrem Vorsitzenden zu. "Es ist wichtig, dass einer mit Visionen vorausgeht und sie dann auch umsetzt." Vorsitzender Firsching sei extrem gefordert gewesen, denn mit Sambach lief auch die Dorferneuerung Steppach, so dass acht Ortschaften zu betreuen waren. Dabei habe es für alle Bürger die Möglichkeit gegeben, eigene Wünsche und Vorstellungen einzubringen.

"Glückwünsche zu diesem gelungenen Werk", übermittelte Landtagsabgeordneter Heinrich Rudrof (CSU). Der Freistaat Bayern habe sich bei der Förderung"nicht lumpen lassen". Die Gelder hält Rudrof für sehr gut angelegt. Ganz besonders freue er sich über das "Wir-Gefühl", das diese Einweihung ausstrahle. "Vielleicht ist damit ein Prozess angestoßen worden, dass man sich künftig mit Leidenschaft der Dörfer annimmt!"

Brunnen und Tafel gesegnet

Am Ende der offiziellen Feier wurde neben dem Antoniusbrunnen auch eine Gedenktafel an der Schlossmauer gesegnet. Sie erinnere an das Planen, Diskutieren und Bauen mit allen Höhen und Tiefen, so Firsching. Künftige Generationen solle sie daran erinnern, dass zur Jahrtausendwende ein Werk geschaffen wurde, das die Dörfer stark und selbstbewusst gemacht hat.

Die nächste Generation war auch schon dabei: die beiden Kindergärten der Gemeinde gratulierten mit Spiel und Gesang. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Kirchenmusik unter Leitung von Jakob Schneider und dem Sambacher Männerchor, geleitet von Dominik Ignatzek.

Bevor Gemeinde- und Kreisrat Heinrich Wiesneth das Schlusswort für den erkrankten örtlich Beauftragten Theo Dorn übernahm, gab es Urkunden für alle Mitglieder der Vorstandschaft. "Das ist das Ergebnis von 30 Jahren harter Arbeit", sagte Wiesneth. Den beiden, die "geplant, entwickelt, geleitet und umgesetzt haben" - Bürgermeister Hans Beck und Vorsitzender Helmut Firsching - machte Wiesneth eine künstlerisch gestaltete Feuerschale mit dem Schriftzug der Gemeinde zum Geschenk.
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