Mit einem ganz besonderen Geschenk aus Franken, meinte der bayerische Finanzminister Markus Söder MdL (CSU), werde er in der nächsten Kabinettssitzung für Ministerpräsident Horst Seehofer aufwarten können: Mit Zitrusfrüchten aus den "Seehofer Gärten". Als Nürnberger freute er sich am Montag im Schlosspark sehr über dieses "besondere Geschenk Frankens" an den Landesvater, das es so nicht ein zweites Mal in Deutschland gebe. Die bayerische Schlösser- und Gartenverwaltung hatte in den vergangenen beiden Jahren das Orangerieparterre - also den Bereich zwischen den Orangeriegebäuden und dem Schloss - originalgetreu wieder hergestellt. Jetzt können Orangen und Zitronen geerntet werden.

Dazu durften natürlich die Geldgeber nicht fehlen. Rund 160 000 Euro habe man, so der Finanzminister, für die weitgehend originalgetreue Restaurierung des Orangerieparterres zur Verfügung gestellt. Entstanden sei ein "ergänzendes Moment" für Bamberg und für die Landesgartenschau in diesem Jahr, das den Einklang von Natur und Kultur in seltener Weise verbinde. Um dem Besucher die nötigen Informationen dazu zu geben, wurden am Park-Eingang großflächige Informationstafeln aufgestellt und zudem Informationsbroschüren gedruckt.

Den Gärtnern unter der Leitung von Gartenmeister Michael Kummer dankte der Minister dafür, dass "alles sauber und geordnet" dastehe. Erst gestern Vormittag waren die Vliestücher abgenommen worden, die in der vergangenen Woche zum Schutz vor Frost und Graupelschauern an den empfindlichen Zitrusbäumen angebracht wurden. Sie hatten die Bäumchen aber auch vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt. "Die Tücher haben sehr geholfen", bestätigte der Leiter der Abteilung Gärten, Rainer Herzog. Die verschiedenen Orangensorten seien einmalig in Deutschland.

Groß war die Freude auch beim Memmelsdorfer Heimatpfleger Hans Müller, der an diesem besonderen Tag in "seinem" Schloss Seehof natürlich nicht fehlen durfte. "Kein Mensch hätte das gedacht, dass die Orangerie einmal wiederbelebt werden würde", meinte Müller, und auch die Informationstafeln fand er "sehr gut gelungen". Da ging es ihm auch gesundheitlich gleich wieder besser.

Der neue Präsident der bayerischen Schlösserverwaltung, Bernd Schreiber, freute sich ebenfalls über die gelungene Sanierung. Weder wolle man jetzt mit Zitronen handeln noch in den sauren Apfel beißen müssen, meinte er scherzhaft. Die repräsentative Doppel-Orangerie sei aber in jedem Fall ein weiterer Mosaikstein bei der Restaurierung von Schloss Seehof und ein starkes Gegenstück zur Kaskade auf der anderen Seite des Schlossparks. "Wir brauchen damit den Vergleich mit dem Dresdner Zwinger nicht zu scheuen", meinte Schreiber. Weil das Konzept mit dem des 18. Jahrhunderts überein stimme, sei eine echte Wiederbelebung gelungen.