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Frensdorf
Gemeinderat

Frensdorf lotet sein Potenzial aus

Im Bereich Tourismus, Kultur und Naherholung hat die Gemeinde noch große Ausbaumöglichkeiten. Aber auch die Ortskerne können sich noch entwickeln.
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Auf den Bereich "Altes Schloss" in Frensdorf mit der Scheune (rechts) wird im Entwicklungskonzept besonderes Augenmerk gelegt. Eine Infotafel gibt Auskunft über die Geschichte des Schlosses. Das Gebäude im Hintergrund wurde von seinen Besitzern bereits vorbildlich saniert.
Auf den Bereich "Altes Schloss" in Frensdorf mit der Scheune (rechts) wird im Entwicklungskonzept besonderes Augenmerk gelegt. Eine Infotafel gibt Auskunft über die Geschichte des Schlosses. Das Gebäude im Hintergrund wurde von seinen Besitzern bereits vorbildlich saniert.
"Früher sind die Städter aufs Land gefahren und sind in den Landgasthöfen eingekehrt", sagte Hartmut Holl. Der Städteplaner aus Würzburg stellte in der Sitzung des Gemeinderates das von seinem Büro erarbeitete "Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept Pommersfelden-Frensdorf (Isek)" vor. Darin ist der Bereich "Tourismus, Kultur, Naherholung" einer der Schwerpunkte mit großem Ausbaupotenzial.

Bei dem Konzept handelt es sich um eine Studie, zu der sich die Nachbargemeinden Frensdorf und Pommersfelden zusammengeschlossen haben. Denn nur durch die kommunale Zusammenarbeit sei es möglich, aus dem Bund-Länderprogramm gefördert zu werden, erklärte Bürgermeister Jakobus Kötzner (AWL). Neue Ideen und Projekte sollen damit in den beiden Gemeinden angestoßen und vorangebracht werden.

Seit dem Beschluss vor gut einem Jahr haben die Gemeinden die verschiedenen Aufgabenstellungen in Veranstaltungen und Arbeitsgruppen thematisch aufbereitet. In der Sitzung lag nun der Endbericht vor, ein Werk mit mehr als 200 Seiten. Damit solle das Programm aber keineswegs statisch festgeklopft werden, betonte Kötzner. Es sei weiterhin möglich, Ideen einzubringen. Schließlich handelt es sich bei der Studie um ein langfristiges Konzept, für dessen Umsetzung ein Zeitraum von bis zu zwanzig Jahren durchaus realistisch erscheint.


Auenlandschaft und Badesee

Die Auenlandschaft um Pommersfelden und Frensdorf sei attraktiv und sollte als Anziehungspunkt für die Naherholung weiter ausgebaut werden, sagt die Studie aus. Durch den Naturbadesee und das Bauernmuseum bringe Frensdorf dafür ohnehin gute Voraussetzungen mit. Dennoch bedürfe es einer Strategie für Marketing und Werbung. Dabei dürfe Schloss Weissenstein nicht vergessen und "nicht nur aus der Ferne betrachtet werden". Das Schloss sei ein hochwertiges Kulturdenkmal und nicht nur für Pommersfelden interessant. Er könne sich auch die Gründung eines "Freundeskreises Schloss Weissenstein" vorstellen, sagte der Planer. Wie schon bei der Isek-Vorstellung in Pommersfelden wird die Entwicklung einer Freizeitlandschaft mit einem Rad- und Wanderwegenetz vorgeschlagen. Themenwege, beispielsweise ein "Storchenradweg", Infotafeln, ein Aussichtsturm, Stellplätze für Wohnmobile, ein Fahrradverleih und Ladestationen für E-Bikes könnten die Freizeitlandschaft interessant und erlebbar machen.


Historische Struktur

Ein wichtiger Punkt ist auch die Entwicklung der Ortskerne. In Frensdorf geht es vor allem um den Bereich "Altes Schloss", ein Areal, das in Privatbesitz mehrerer Eigentümer ist. Vom Schloss selbst ist heute kaum noch etwas zu sehen. Die historische Struktur des Schlossbereichs soll - wie auch die historische Scheune an der Reundorfer Straße - erhalten werden. Die Frensdorfer Hauptstraße und der Marktplatz sind für Holl "ein Raum, der näher betrachtet werden sollte". Um dann zu überlegen, wie er gestaltet werden könne.

Es gebe auch "Sorgenkinder" in der Gemeinde. Die alte Schule in Herrnsdorf kann nach Meinung der Planer nur noch abgebrochen und das Areal neu gestaltet werden. Hingegen sei die Turnhalle erhaltenswert und könne für Veranstaltungen genutzt werden. In der Zentbechhofener Straße in Herrnsdorf stünden der Erhalt der Bausubstanz und die Straßenraumgestaltung im Vordergrund. Als Voraussetzung für die Förderung sei eine Sanierungssatzung unerlässlich. Die Räte gaben den Städteplanern den Auftrag, diese Satzung vorzubereiten.

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