Staffelbach
Großprojekt

Freizeitland wächst zwischen Oberhaid und Trunstadt

Der nächste Schritt auf dem Weg zum Freizeitland Pfister soll ein Bebauungsplan für den Campingplatz sein. Dazu müssen noch einige Fragen geklärt werden. Die Gemeinderäte von Oberhaid und Viereth-Trunstadt ließen sich vor Ort informieren.
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Abendstimmung am künftigen Strand des Badesees Foto: Hans Kurz
Abendstimmung am künftigen Strand des Badesees Foto: Hans Kurz
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Seit zehn Jahren wird mittlerweile an der Bauleitplanung für das Freizeitland Pfister gefeilt. Noch immer steckt das Vorhaben der Freizeitland Manfred Pfister GmbH für das etwa 125 Hektar - davon mehr als die Hälfte Wasserfläche - große Areal im Maintal zwischen Staffelbach, Trunstadt und Roßstadt im Behördenmarathon. Denn bei den Planungen haben drei Kommunen (Oberhaid, Viereth-Trunstadt, Eltmann), zwei Landkreise (Bamberg und Haßberge) und zwei Regierungsbezirke (Ober- und Unterfranken) mitzureden. Dazu kommen diverse Fachbehörden, voran die Wasserwirtschaftsämter.

Viele Menschen meinen schon, da tut sich nichts mehr. Doch es bewegt sich einiges, zum Beispiel jede Menge Erde, wie Manfred Pfister den Gemeinderäten von Oberhaid und Viereth-Trunstadt in einer gemeinsamen Sitzung versicherte und bei einer anschließenden Ortsbegehung anschaulich ausführte. Diese wollten er und Ingenieur Frank Schönfelder von der Bamberger Planungsgruppe Strunz nutzen, um über den aktuellen Sachstand zu informieren. "Wenn das Freizeitland käme, wäre das eine ganz tolle Geschichte für die Gemeinde", meinte Oberhaids Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD). Es gäbe aber immer noch viel zu tun. Was genau, sollte Ingenieur Schönfelder den beiden Gremien erläutern.

Zwischen Aktivität und Stillstand

Zunächst stellte er jedoch die Etappen der bisherigen Planung von 2005 bis heute dar. Denn zwei Kommunalwahlen nach den Anfängen ist eine neue Generation von Räten in die Gemeindeparlamente eingezogen. Nach einer intensiven Planungsphase bis 2007 seien zunächst technische Fragestellungen geklärt worden. Zuletzt sei 2011 die Abstimmung mit den Fachbehörden erfolgt. Zwischendurch habe es auch Stillstand gegeben. Die Pausen seien aber nachvollziehbar. "Es ist schon was da", bilanzierte Schönfelder im Hinblick auf den angekündigten Ortstermin. Schließlich habe die Firma Pfister erst etwas gestalten müssen, damit man die Auswirkungen sichtbar würden. "Das ist ein Riesengelände. Das kann sich kaum einer vorstellen", merkte Pfister dazu an.
Konkret steht nun die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans "Campingplatz an. Dieser befindet sich südwestlich des Mains auf einer Halbinsel zwischen Main, Altsee und Roßstadter See, gehört aber zur Gemarkung Staffelbach. Damit ist die Gemeinde Oberhaid zuständig. Die Erschließung soll jedoch von Trunstadter Seite her über einen Anschluss an die B 26 erfolgen.

Klarheit über Hochwasserlinie muss her

Was vorrangig noch geklärt werden muss, ist die Festlegung von Hochwasserlinien durch das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Kronach. Denn "keine Bauleitplanung im Überschwemmungsgebiet", wie sowohl Joneitis als auch Schönfelder ausführten. Hier hat sich allerdings während der Planung eine Änderung ergeben. Das WWA hat die Hochwasserlinien neu berechnet - aber bislang noch nicht offiziell festgelegt.
Pfister machte genau das dafür verantwortlich, dass es momentan nicht vorangehe. "Es geht jetzt allein um die Hochwasserlinie", führte er aus. "Solange die nicht da ist, können wir nicht weiterplanen." Von seiner Seite habe er bereits alles getan und beispielsweise die notwendigen Geländeauffüllungen weitgehend abgeschlossen. Auch seien die vom Naturschutz geforderten Biotope geschaffen, die Abnahme stehe unmittelbar an. Die Altlasten nach dem Umweltskandal der späten 1990er Jahre habe er ebenfalls beseitigt. Für andere Elemente des Freizeitlandes, wie den Yachthafen und eine Wasserskianlage, lägen die Genehmigungen vor.

Wohin mit dem Abwasser?

Ein wesentlicher Punkt, der noch zu klären ist, ist die Abwasserentsorgung. Geplant war eine Anbindung an die Kläranlage Trunstadt über das Gewerbegebiet Mainäcker. Pfister setzt nun offenbar auf "eine eigene" Leitung nach Roßstadt.
Trotz der fortgeschrittenen Planungen und Landschaftsgestaltungsarbeiten wollte Pfister sich gegenüber den Räten nicht auf einen Zeitplan festlegen. Er sprach vielmehr von einer "langfristigen Entwicklung des Freizeitlandes".
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