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Freitag, der 13. - was ist dran am Unglücksdatum?

Freitag der 13. - wer abergläubisch ist, lässt an diesem Tag besondere Vorsicht walten. Aufgeklärte Geister winken kopfschüttelnd ab: Alles Humbug. Trotzdem fällt auch ihnen der Tag im Kalender auf. Warum eigentlich?
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Freitag, der 13. - für viele ein Unglückstag. Foto: Oliver Berg, dpa
Freitag, der 13. - für viele ein Unglückstag. Foto: Oliver Berg, dpa
Wer an den verhängnisvollen Ruf von Freitag, dem 13. glaubt, hat es in diesem Jahr nicht leicht: Gleich drei davon gibt es heuer nämlich, im Februar, im März und im November. Das Jahr 2014 war weniger unheilschwanger: Da gab es nur einen Freitag, den 13.

Seit wann dieses Datum als Unglückstag gilt, lässt sich nicht genau sagen. Die Theorien dazu sind zahlreich. Klar ist nur, dass sowohl die Zahl 13 als auch der Freitag unglückstechnisch vorbelastet sind:

Die 13 ist sozusagen die böse Schwester der Zwölf. Die Zwölf ist gerade, vielfach teilbar und Basis vieler Zahlen- und Maßsysteme: Das Jahr hat zwölf Monate, der Tag zweimal zwölf Stunden. Auch kulturgeschichtlich ist die Zwölf bedeutend: Herkules etwa vollbrachte zwölf Aufgaben, zwölf Apostel verkünden das Evangelium.

Die 13 - das "Dutzend des Teufels"

Die 13 dagegen ist eine ungerade Zahl, nur durch sich selbst teilbar. Sie galt im Volksmund früher auch als das "Dutzend des Teufels". Der dreizehnte Gast des letzten Abendmahls, Judas, verriet Jesus. Daher mag der Ruf der 13 als Unglückszahl kommen. Es gibt Menschen, die sich regelrecht vor der 13 fürchten. Dafür gibt es sogar einen Begriff: Triskaidekaphobie.

Nicht für jeden ist die 13 allerdings eine Unglückszahl. In anderen Kulturkreisen ist sie sogar eine Glückszahl, zum Beispiel in einigen asiatischen Ländern. Auch in der jüdischen Tradition bringt die 13 Gutes. Im Sport scheint sie ebenfalls Glück zu bringen: Michael Ballack oder Thomas Müller waren jedenfalls mit dieser Rückennummer erfolgreich.

"Schwarze Freitage" an der Börse

Der Freitag wird auch ganz unterschiedlich gesehen: Im Judentum ist er positiv belegt, denn hier beginnt der Schabbat. Im katholischen Glauben dagegen ist der Tag der Buße, da Jesus an einem Freitag gekreuzigt wurde. Auch heute ist der Karfreitag der Tag, an dem dem Leiden und Sterben Jesu gedacht wird.

"Schwarze Freitage" gab es auch in der Geschichte der Börse immer wieder: Bereits 1745 stürzten die Kurse an der Londoner Börse ab, 1889 führten Goldspekulationen zu einer Finanzkrise in den USA, 1873 gab es den Wiener Börsenkrach.

Wie kamen die beiden nun zusammen, der Freitag und die Zahl 13? Eine Spur führt auch hier wieder zur Finanzwelt. Der Börsianer Thomas W. Lawson veröffentliche 1907 das Buch "Freitag der Dreizehnte" über das verhängnisvolle Tun eines Börsenmaklers. Dies könnte die Furcht vor dem Freitag dem 13 begründet haben. Für diese Angst gibt es übrigens auch einen wissenschaftlichen Namen - Paraskavedekatriaphobie.

Ist der Unglückstag nur frei erfunden?

Der Augsburger Volkskundler Stephan Bachter hat sich ausführlich mit dem Phänomen des Unglückstags beschäftigt. Früher habe es davon viele gegeben, der 1. April oder der 17. August etwa seien Unglückstage gewesen. Auf den Freitag den 13. gibt es zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Volksglauben aber keine Hinweise, schreibt Bachter im Magazin "Skeptiker". Ein Hinweis auf dieses Datum im deutschen Kulturraum findet sich in einer Glosse in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aus den 50er Jahren.

Bereits ein paar Jahre früher wurde es allerdings in einem Buch mit Zaubersprüchen und allerlei abstrusen Weisheiten erwähnt, das 1949 veröffentlicht wurde. Darin heißt es "Auf keinen Fall unternehme man etwas Wichtiges an einem Freitag, der auf einen 13. eines Monats fällt, das wird fast immer Unglück bringen." Bachter sieht dies als Ursprung des Trends in Deutschland.

Der 11. September war ein Dienstag

Ist der Freitag der 13. nun frei erfunden und bringt gar kein Unglück? - Nun, tatsächlich gibt es Unglücke, die sich an einem Freitag, dem 13. ereignet haben: Jüngstes Beispiel in der Geschichte ist die Havarie des Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia am 13. Januar 2012, bei der 32 Menschen starben.

Viele große Katastrophen haben jedoch weder an einem Freitag, noch an einem 13. stattgefunden: Die Titanic kollidierte mit dem Eisberg am 14. April 1912, einem Sonntag, die Explosion im Atomkraftwerk in Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986, einem Samstag und der 11. September 2001 war ein Dienstag.

Weniger Tote und Verletzte an Freitagen, die auf einen 13. fallen

Der ADAC hat sogar herausgefunden, dass an Freitagen, die auf einen 13. fallen, geringfügig weniger schwere Verkehrsunfälle passieren als an anderen Freitagen: Eine Auswertung der Unfallzahlen der Jahre 2004 bis 2013 zeigte, dass es an allen Freitagen in diesem Zeitraum im Schnitt 1001 Unfälle mit Toten und Verletzten gab. An den 18 Freitagen, die während dieser Zeit auf einen 13. fielen, waren es im Schnitt nur 999.

Die ADAC-Zahlen zeigen aber auch: Generell ist der Freitag der unfallträchtigste Tag der Woche. Im Jahr 2013 passierten an Freitagen im Durchschnitt 906 Unfälle mit Toten und Verletzten, an allen anderen Wochentagen nur 780. Der Grund dafür sind allerdings keine übernatürlichen Kräfte, sondern das hohe Verkehrsaufkommen an Freitagen: Wochenendpendler, Ausflügler und Urlaubsreisende sind hier verstärkt unterwegs.

Auch an Freitagen, die auf einen 13. fallen, sollte man in Straßenverkehr also Umsicht walten lassen. Falls man gen Süden fährt, übrigens auch an denen, die auf einen 17. fallen: In Italien ist der Freitag der 17. nämlich ein Unglückstag.
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