Bamberg
Frankentatort

Frankentatort in Bamberg: Drehbeginn unter Schirmen

Am Montag wurden die ersten Szenen für den dritten fränkischen Tatort in Bamberg gedreht. Die Schauplätze lagen im Stadtteil Gaustadt.
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Gedreht wurde unter anderem auf einem Privatgrundstück in der Steigerwaldstraße in Gaustadt. Foto: Riegerpress
Gedreht wurde unter anderem auf einem Privatgrundstück in der Steigerwaldstraße in Gaustadt. Foto: Riegerpress
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Bamberg Gestern starteten in Bamberg die Dreharbeiten für den neuen Frankentatort "Am Ende geht man nackt". Gedreht wurde zunächst in Gaustadt zwischen der Steigerwaldstraße, dem Unteren Leinritt und der Aufbaustraße. Aber abgesehen von kurzen Intervallsperrungen der Straßen, dürfte der Dreh den wenigsten Gaustadtern, geschweige denn den Bambergern aufgefallen sein. Gedreht wurden insgesamt zwei Szenen: eine in einem Privatanwesen und eine weitere am Flussufer der Regnitz.


Schwer zu entdecken

Wer an dem Haus in der Steigerwaldstraße vorbeikam, hätte auf den ersten Blick nicht unbedingt vermutet, dass hier Filmarbeiten vonstatten gehen - es hätte auch ein Umzug sein können. Denn die blau-weißen Fahrzeuge des Bayerischen Rundfunks waren dort nicht zu finden, sondern lediglich ein Miet-Lkw. Nur bei genauerem Hinschauen entdeckte man dort mehrere Pavillons. Unter einem von ihnen suchte ein Kameramann nebst Filmkamera Schutz vor den ständigen Regenschauern. Unter einem anderen Zelt war eine Verpflegung nebst Getränken aufgebaut. Und in einem dritten Zelt standen Stühle, ein Motorrad und mehrere Requisiten aufgereiht.
Bei einem Blick um die Ecke in die Frankenwaldstraße fand man einen weiteren Lkw vollbeladen mit Technik. Dahinter zwei Dixi-Toiletten und einen VW-Bus des Bayerischen Rundfunks.


Aus Stunden werden Minuten

Ein Blick in den Innenhof des Privathauses zeigte geschäftiges Treiben. Neben mehreren Scheinwerfern sowie Reflektoren zum Aufhellen der Szenerie, entdeckte man jede Menge Menschen mit Regenschirmen und dazwischen auch eine Filmkamera. Laut Auskunft des Bayerischen Rundfunks wird dort eine Szene gedreht, in der Kommissare ein Ermittlungsgespräch durchführen. Dort und am Flussufer wurden gestern mehrere Stunden gedreht. Am Ende werden davon rund drei Minuten im Film zu sehen sein. Insgesamt sind bis einschließlich dem 9. September knapp über 20 Drehtage anberaumt.

Sicherlich war der immer wieder einsetzende Regen unschön und vor allem die empfindlichen Kameras mussten geschützt werden, aber der Drehablauf wurde dadurch angeblich nicht behindert. Denn, so versichert der BR, die Produktion sei auf die Wetterbedingungen vorbereitet. Allerdings hoffe man künftig, dass es zu keinen dauerhaften Wetterkapriolen kommt und der geplante Drehablauf beibehalten kann.


Tatort Lagarde-Kaserne

Das Hauptmotiv im dritten Franken-Tatort wird die Lagarde Kaserne sein. Dort wird auch ein fiktiver Brandanschlag in Szene gesetzt werden. Darüber hinaus finden die Dreharbeiten in Bamberg unter anderem in der Altstadt, in der Klinik St. Getreu, im Hauptsmoorwald und im Bamberger Rathaus statt. Komplettiert wird die Schauplatzliste durch einige private Häuser und Wohnungen in der Stadt. Das Kommissariat der Mordkommission Franken hat diesmal seinen Drehort im leerstehenden Kreiswehrersatzamt an der Promenade gefunden.
Die Produktion liegt bei Rat Pack Filmproduktion (Produzenten: Martin Zimmermann, Christian Becker) im Auftrag des Bayerischen Rundfunks. Die Ausstrahlung des Filmes im Ersten ist für 2017 geplant.


Darum geht es im Franken-Tatort Nummer 3

Thema: Der dritte Franken-Tatort zeigt gesellschaftspolitisch Flagge. Er thematisiert fremdenfeindliche Übergriffe in Deutschland vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingssituation.

Handlung: Bei einem Brandanschlag auf eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Bamberg kommt Neyla (Dayan Kodua) aus Kamerun zu Tode. Als der Brandsatz flog, war sie im Nebenraum der Gemeinschaftsküche, der Fluchtweg durch eine nur von der Küche aus zu verriegelnde Tür versperrt. Sie konnte nicht entkommen und erstickte. Hat jemand von der Küche aus die Tür verriegelt? Gibt es zwei Täter? Einen drinnen und einen draußen?

Ermittlungen: Als Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) mit Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid) und Sebastian Fleischer (Andreas Leopold Schadt) vor Ort ist, um den Fall aufzunehmen, ist Felix Voss (Fabian Hinrichs) noch auf dem Weg zurück aus dem Urlaub. Er war im Kaukasus bei Verwandten. Dass ihn in der Flüchtlingsunterkunft noch niemand kennt und dort nur untereinander und ganz sicher nicht mit der Polizei geredet wird, bringt Voss auf die Idee, dass er seinen Status ändern und selbst als tschetschenischer Flüchtling verdeckt in der Unterkunft ermitteln könnte. Dort stammt keiner der Bewohner aus Tschetschenien. Und selbst wenn - Felix kann die Sprache.

Undercover: Am nächsten Morgen legt er dem Leiter der Einrichtung Luca Rossi (Till Wonka) seine falschen Dokumente auf den Tisch und bezieht mit dem jungen Syrer Basem (Mohamed Issa) ein Zimmer. Von Said Gashi (Yasin El Harrouk), der in der Unterkunft das Sagen hat, bekommen sie die ersten Tipps. Während Paula, Wanda und Fleischer auf dem polizeilichen Dienstweg ermitteln, versucht Felix herauszufinden, wer ein Motiv gehabt haben könnte, die Situation mit dem Brandanschlag auszunutzen und Neyla den Fluchtweg zu versperren.


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