Bamberg
Wahlkampf

Flashmobaufruf Untere Brücke: 30 Menschen kamen

Die Piratenpartei schenkte Donnerstagabend an alle Sekt aus, die in Abendgarderobe auf die Untere Brücke kamen. Mit der Aktion möchte die Partei gegen das Alkoholverbot in der Bamberger Innenstadt demonstrieren.
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Fotos: Barbara Herbst
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Klaus steht erhaben auf der Unteren Brücke, der hohe Zylinder thront auf dem Kopf, der Anzug sitzt, die Haltung ganz im Stil eines englischen "Sir". Ist er eigentlich "Pirat", schließlich hat doch die Bamberger Piratenpartei zu der Versammlung in schicker Abendgarderobe geladen. "Nein", sagt Klaus, Mitglied der Partei sei er nicht. Aber er will sie im Landtag sehen.

Das ist nicht bei jedem der etwa 30 Menschen so, die dem Aufruf zum "Flashmob" - eine relativ spontane Ansammlung von Leuten - gefolgt sind. Wer in Abendgarderobe gekleidet erschienen war, erhielt ein Glas Sekt. Mit der Aktion wollte die Piratenpartei gegen das Alkoholverbot in der Bamberger Innenstadt demonstrieren. "Wir wollen das Thema präsent halten", sagte Benjamin Stöcker, Landtagskandidat für die Piratenpartei Bamberg-Stadt.

Thema, nicht Partei

Wegen des Themas, nicht wegen der Partei sei sie gekommen, sagte eine Flashmobteilnehmerin. "Das ist ganz klar Wahlkampf. Hätte eine andere Partei geladen, hätte ich auch teilgenommen - außer bei den Rechten." In ihrer Wahlentscheidung lasse sie sich durch die Aktion nicht zugunsten der Piratenpartei beeinflussen. "Das ist einfach ein Gack." Sie entscheide sich bei den bevorstehenden Landtags- und Bundestagswahlen anhand der Parteiprogramme.

Ein junger Mann erzählt, er werde überhaupt nicht wählen - weil er der Meinung ist, dass die Politik von der Wirtschaft kontrolliert wird. "Der Aufruf der Piraten ist aber eine nette Gelegenheit, um sich mal wieder schick anzuziehen", sagt er und grinst. Doch das sei nicht der einzige Grund: Er nehme auch am Flashmob teil, um gegen das Alkoholverbot zu demonstrieren, fügt er an. Er hebt das Sektglas und stößt mit seiner Vorrednerin an. Da die beiden jungen Leute den Alkohol verbotenerweise auf der Unteren Brücke tranken, möchten sie anonym bleiben.

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