Bamberg
Konzert

Faun in Bamberg: Drehleier und Strobo-Licht

Die Band "Faun" hauchte dem Mittelalter mit moderner Technik Leben ein. Die Musiker begeisterten rund 700 Besucher in der Konzerthalle mit einer bunten Show.
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Fantasievolle Kostüme und mittelalterliche Instrumente - die Gruppe "Faun" beim Auftritt in der Konzerthalle Foto: Riegerpress
Fantasievolle Kostüme und mittelalterliche Instrumente - die Gruppe "Faun" beim Auftritt in der Konzerthalle Foto: Riegerpress
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Mittelalterliche Kostüme, ungewöhnliche Instrumente, unzählige Balladen, Bauchtanz und Feuerspiel. Das alles bot die Gruppe "Faun" ihren rund 700 Besuchern im Joseph-Keilberth-Saal der Konzerthalle und zwar in einer einzigen Show.

Das rund zweieinhalbstündige Konzert begann zunächst völlig unerwartet. Mit einem kräftigen Trommelschlag ging abrupt und zum Erschrecken vieler Zuschauer das Licht aus und die Gruppe "Faun" legte mit dem Song "Hörst du die Trommeln" los. Beim "Eurovision Song Contest"-Vorentscheid vor wenigen Tagen in Hamburg konnte die Gruppe damit zwar nicht punkten, bei ihren Fans in Bamberg hingegen fand sie damit jedoch großen Anklang.

"Es ist unser Haus heute Abend hier, lasst uns singen, tanzen und träumen. Und lasst euch dabei nicht von den Stuhlreihen aufhalten", forderte Bandgründer Oliver sa Tyr die Zuschauer zu Beginn auf. Doch es dauerte eine ganze Weile, ehe sich einige szenetypisch Gewandete erhoben und mittanzten bzw. mitklatschten. Allerdings lag das späte Mitmachen des Publikums wohl eher darin begründet, dass die ersten Stücke entweder mit vielen instrumentalen Passagen ausgestattet oder sehr balladenhaft waren. Doch spätestens als "Faun" ihr 1.-Mai-Fruchtbarkeitslied "Walpurgisnacht" vom neuen Album "Luna" anstimmten, sprang der Funke endgültig über und die Stimmung im Saal war weit mehr als ausgelassen.

Auch sonst hatte die Band so allerhand Überraschungen mit nach Bamberg gebracht. So wurde sie auf ihrer aktuellen "Luna"-Tournee von zwei Gastmusikern begleitet: der Cellistin Maya Fridman und Efrén López, den griechischen Ausnahmekünstler, der ohne feste Adresse auf einem Berg wohnt. Allerdings durfte der vielseitige Grieche für die Tournee "nur" drei seiner sechzig Instrumente mitbringen. Und für besondere Showeinlagen sorgten zudem die mit dem Feuerkünstlerin Ayuna sowie die Masha Shushera, die neben Bauchtanz auch fingerfertig Symbole verschmelzen ließ.

Alles in allem bot "Faun" eine durchaus ungewöhnliche Show. Weit weg von Pop oder Mainstream, aber sicherlich etwas distanzierter von ihrer einstigen "schwarzen Szene". Dennoch gelang es ihnen eindrucksvoll, dem Mittelalter ein Stück "Leben" einzuhauchen und sie haben es geschafft, dieses in die heutige Zeit zu holen. Sie verbanden vielmehr moderne Technik wie rotierende Schweinwerfer, blinkende Mikrofone und Strobo-Licht mit traditionellen Musikinstrumenten wie der Drehleier, der Sackpfeife oder der Nyckelharpa.

Mehrere Zugaben
So schön und träumerisch die Balladen und ruhigeren Stücke auch waren, der Gesamtshow hätten ein paar Lieder wie das gegen Ende präsentierte spanische Liebeslied "Tinta" sicherlich gut getan. Dennoch: eine sehens- und hörenswerte Show war es allemal, die auch beim Publikum großen Anklang fand. Es holte die Band zu mehreren Zugaben zurück auf die Bühne.
 
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