Bamberg
Weltkulturerbelauf 2017

Fahrzeuge als Straßensperren: mehr Sicherheit beim Weltkulturerbelauf in Bamberg

Am Sonntag sind Tausende Menschen beim Weltkulturerbelauf in der Innenstadt unterwegs. Die Polizei zeigt verstärkt Präsenz.
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Für den Weltkulturerbelauf in Bamberg ist ein umfassendes Sicherheitskonzept erforderlich. Foto: Ronald Rinklef
Für den Weltkulturerbelauf in Bamberg ist ein umfassendes Sicherheitskonzept erforderlich. Foto: Ronald Rinklef
Bamberg erwartet am Sonntag, 30.April, ein Großereignis, an dem rund 11.000 Sportler teilnehmen und zu dem gut 30.000 Zuschauer erwartet werden. Das hat spürbare Auswirkungen: Aufgrund der abstrakten Gefahr von Anschlägen in Deutschland werden die Sicherheitsmaßnahmen auch beim Weltkulturerbelauf (WKEL) erhöht.

Das bestätigte am Freitag Silke Gahn, Sprecherin der Polizei Bamberg-Stadt, gegenüber dieser Zeitung. "Es wird auf jeden Fall sichtbar verstärkte Präsenz geben." Neben den Polizeistreifen, die entlang der Strecke unterwegs sein werden, seien das Augenfälligste an diesem Sonntag mobile Straßensperren - größere Fahrzeuge also, die an markanten Stellen den Veranstaltungsbereich schützen sollen. "Solche Sperrungen sind angedacht, falls jemand auf dumme Gedanken kommt und in den Lauf fährt", bestätigt Martin Sage, Sprecher des Weltkulturerbelauf-Teams.

Seit dem Anschlag am Berliner Weihnachtsmarkt im vergangenen Dezember, als ein Attentäter einen Lkw in die Menschenmenge gesteuert hatte und mehrere Menschen tötete, sind solche Sicherheitsvorkehrungen offenbar bei Großveranstaltungen unumgänglich geworden.

Es handle sich dabei um reine Vorsichtsmaßnahmen, sagt Polizeisprecherin Silke Gahn und beruhigt: "Konkret haben wir keine Erkenntnisse über eine Androhung von Straftaten in Bamberg vorliegen."


Info-Telefon des WKEL-Teams

Abgesehen davon hat das Orga-Team laut Sprecher Martin Sage ein "vielseitiges Sicherheitskonzept" aufgestellt. "Es sind alle möglichen Szenarien durchgespielt." Das betreffe die Bedrohungslage durch Terror, aber auch Wetterkapriolen. Laut Vorhersage sollte das Wetter am Sonntag aber mit bis zu 18 Grad und Sonnenschein mitspielen.

Verkehrsteilnehmer müssen sich am Sonntag bereits ab 11 Uhr auf erste Straßensperrungen einstellen. Sollten Fragen rund um den Lauf und die Sperrungen aufkommen, zum Beispiel, wenn jemand selbst mitläuft oder wissen will, wann und ob er mit dem Auto zu seiner Wohnung kommt, können sich Betroffene am Samstag und Sonntag jeweils von 9 bis 18 Uhr am Telefon des WKEL-Teams informieren (Mobil-Nummer: 0157/88408777).


Keine Kreuzfahrer

Aufgrund des großen Andrangs ist es außerdem kein Zufall, dass am kommenden Sonntag nur ein Hotelschiff und dieses erst am Abend in Bamberg eintreffen wird. Wie eine Nachfrage bei der Rathaus-Pressestelle ergab, hat der städtische Tourismus und Kongress-Service (TKS) auch die Reedereien wissen lassen, dass am Tag des Weltkulturerbelaufs in Bambergs Altstadt "nichts geht" - außer Laufen und Anfeuern.

"Wir haben schon sehr langfristig den 30. April aus allen Planungen ausgespart und dies allen Partnern soweit wie möglich kommuniziert", teilte Michael Heger, Teamleiter Marketing beim TKS, mit. Nach seinen Angaben wird es mit Rücksicht auf das Großereignis auch keine öffentliche Stadtführung geben.


Reeder fragen Großereignisse ab

Zudem habe man Anfragen für Gruppenführungen für diesen Tag konsequent abgelehnt und die Gründe erläutert. Laut Heger hat der TKS zwar keinen direkten Einfluss auf die Termine der Flusskreuzfahrer.

Er berichtet aber von einigen Reedereien, die ihre Planungen abstimmen und nachfragen würden, ob es in Bamberg Großereignisse gibt, die den beliebten Altstadt-Führungen im Wege stehen würden. Neben dem Welterbelauf melde Bamberg beispielsweise auch immer die Sandkerwa.
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