Bamberg
Aussendung

Erzbischof Schick sendet die Sternsinger aus

Erzbischof Ludwig Schick eröffnete gestern die 59."Aktion Dreikönigssingen".
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Mit dem Motto der Sternsingeraktion vorweg zogen die Kinder und Jugendlichen durch die Innenstadt. Fotos: Marion Krüger-Hundrup
Mit dem Motto der Sternsingeraktion vorweg zogen die Kinder und Jugendlichen durch die Innenstadt. Fotos: Marion Krüger-Hundrup
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Im Volksglauben waren es drei Magier oder Weise oder Könige aus dem Morgenland, die dem Stern nach Bethlehem zur Krippe folgten. Einer dieser Männer soll ein Mohr gewesen sein, ein Schwarzer also.

Mit Mohren tut sich Bamberg neuerdings schwer. Zumindest mit dieser Bezeichnung eines dunkelhäutigen Menschen. Offensichtlich hat diese "political correctness" sogar auf die 59. Aktion Dreikönigssingen abgefärbt, die Erzbischof Ludwig Schick gestern eröffnete. Denn das ansonsten vertraute königliche Dreierteam schien auf zwei Blaublüter geschrumpft zu sein: Unter den rund 500 Sternsingern aus dem ganzen Erzbistum Bamberg, die sich zunächst in der St.-Martins-Kirche versammelt hatten, war kein einziger Mohr auszumachen. Dabei steht das ostafrikanische Land Kenia im Mittelpunkt der jetzigen Sternsingeraktion. "Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam für Gottes Schöpfung - in Kenia und weltweit" lautet das Motto der Kampagne, die besonders auf die Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam machen will: auf Dürre, Wassermangel, Umweltschäden, Wetterkapriolen.

Vertreter des Kindermissionswerks "Die Sternsinger" und des Jugenddachverbands BDKJ - beide Organisationen tragen die Aktion Dreikönigssingen - hatten die Buben und Mädchen vor der Aussendung über ihre jungen Kameraden in Kenia informiert. Wünsche für die kleinen Afrikaner wurden auf Zettel geschrieben und als Collagen vor den Altar der St.-Martins-Kirche gelegt. Erzbischof Schick fasste die guten Gedanken in eine Fürbitte zusammen: "Lieber Gott, hilf, dass niemand mehr Hunger und Durst hat und daran stirbt."

Aufmerksam verfolgten die kleinen Könige die Szene, in der einige von ihnen den täglichen Wasserverbrauch pro Kopf hierzulande symbolisch aufzeigten. Aus Fünf-Liter-Kanistern floss das kostbare Nass in einen Glasbehälter: Unfassbar im Wortsinne, wieviel im Alltag verschwendet wird. "In Afrika müssen viele Kinder stundenlang laufen, um Wasser an Brunnen für die ganze Familie zu holen, und versäumen dadurch die Schule!", erzählte der Erzbischof von seinen persönlichen Reiseerfahrungen auf dem Schwarzen Kontinent. "Diesen Kindern helft ihr mit eurer Sternsingeraktion!" erklärte Schick und rief die Kinder und Jugendlichen zum sparsamen Umgang mit Wasser auf.

Für den Erzbischof sind die Sternsinger "Täter des Glaubens", die den Segen Gottes von Haus zu Haus bringen und Spenden sammeln für notleidende Kinder in aller Welt. In den Tagen rund um den 6. Januar ist es wieder soweit. Doch schon gestern zeigten sich diese "Täter" auch als muntere Zeugen ihres Glaubens und ihres Einsatzes selbst bei Kälte. Gemeinsam mit dem Erzbischof und Diözesanjugendpfarrer Detlef Pötzl zogen sie in einer Prozession durch die Innenstadt zum Wortgottesdienst im Dom, flankiert von freundlich lächelnden Polizisten und zahllosen Schaulustigen mit Handykameras.

Auf dem Geyerswörthsteg machte der Sternsingerzug Station: "Die Brücke verbindet uns von Ufer zu Ufer, aber auch mit Menschen, die weit weg scheinen!" so Pötzl zu den Kindern und Jugendlichen. Sie stimmten auf der Brücke Regnitz ein Lied an. "Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg, führ uns zur Krippe hin, führ uns zum Kind ..." Diese Heiligen "Zwei" Könige wären womöglich überrascht, freudig überrascht, wenn sich das Kind als Mohr outen würde!
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