Bamberg
Weinachtswünsche

Erzbischof Schick: Für Weihnachten muss man sich entscheiden

Worte zum Weihnachtsfest von Erzbischof Ludwig Schick.
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Erzbischof Ludwig Schick. Foto: Foto: David Ebener, dpa
Erzbischof Ludwig Schick. Foto: Foto: David Ebener, dpa
Wie war Weihnachten?", fragt der eine. "Gut gelaufen!", antwortet der andere. Für nicht wenige "läuft" Weihnachten gut, weil sie das Fest nicht feiern. Es sind die "Weihnachtsflüchtlinge", die die Feiertage für einen Ski- oder Badeurlaub oder sonst etwas nutzen. Andere verbringen das Fest traditionell: Nach stressigen Adventstagen folgt der Heilige Abend in der Familie mit Essen, Bescherung und Kirchgang. Dann kommen die Pflichtbesuche bei den Verwandten. Nach den Feiertagen ist Entspannung angesagt, bis im neuen Jahr die Routine wieder beginnt. Wenn das alles einigermaßen gepasst hat, dann ist Weihnachten "gut gelaufen"!

Na gut, aber dennoch schade! Weihnachten bietet mehr an guten Möglichkeiten für unser persönliches, familiäres und gesellschaftliches Leben. Viele Menschen bei uns wissen das - Gott sei Dank - und feiern authentisch Weihnachten. Sie hoffentlich auch! Um authentisch Weihnachten zu feiern, muss "mann und frau" sich aber dafür entscheiden.

Zuerst hat an Weihnachten Gott sich für uns entschieden. Er wurde Mensch, er kann uns aus Egoismus und Isolation, Sünde und Tod erretten. In Betlehem waren arme Hirten und reiche Könige, die Engel vom Himmel und die Menschen auf Erden versammelt. Und der menschgewordene Gott will unsere Entscheidung für seine Frohe Botschaft. Authentisch Weihnachten feiern heißt: Ja sagen zu Jesus Christus als Wegbegleiter, Vorbild und Freund, Ja sagen zu unseren Mitmenschen, nah und fern, sympathisch oder schwierig. Dazu ist Weihnachten an der Krippe, in der Kirche und mit dem Weihnachtsevangelium "entscheidend". Auch der Besuch alter und kranker Menschen in der Nachbarschaft, die gute Tat für unsere Nächsten und die Spende für die Armen in der Welt gehören dazu. So wird der Gruß "Frohe Weihnachten" zum Ausdruck echter Freude, und der Weihnachtsfriede hat kein Verfallsdatum.

Liebe Leserinnen und Leser! Weihnachten 2012 soll für Sie mehr werden als "gut verlaufene Tage". Wer sich auf die Ankunft Gottes im Kind von Betlehem einlässt, wer die Botschaft der Engel mit dem Herzen hört und wie die Hirten und Weisen aus dem Morgenland vor Jesus, dem menschgewordenen Gott, niederkniet, der erlebt den Immanuel, den Gott mit uns. Ein so gefeiertes Weihnachtsfest verändert das Leben, gibt ihm Sinn und Orientierung, Friede und Freude für das ganze neue Jahr. Das wünsche ich Ihnen von Herzen.


Ihr

Ludwig Schick
Erzbischof von Bamberg
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