Bamberg
Auszeichnung

Erstes Ehepaar unter den Empfängern der Bamberger Bürgernadel

Zum neunten Mal verliehen Stadt Bamberg und Mediengruppe Oberfranken die Bamberger Bürgernadel an ehrenamtlich engagierte Menschen.
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Die neuen Trägerinnen und Träger der Bamberger Bürgernadel mit Oberbürgermeister Andreas Starke (links) und MGO-Geschäftsführer Walter Schweinsberg (rechts) Foto: Ronald Rinklef
Die neuen Trägerinnen und Träger der Bamberger Bürgernadel mit Oberbürgermeister Andreas Starke (links) und MGO-Geschäftsführer Walter Schweinsberg (rechts) Foto: Ronald Rinklef
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Bei der neunten Verleihung der Bamberger Bürgernadel am Dienstag Abend gab es eine Premiere: Zum ersten Mal wurde ein Ehepaar für gemeinsames ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.

Maria Anna und Kurt Haselmann riefen vor fast 40 Jahren den "offenen Familienkreis" der Dompfarrei ins Leben, der bis heute - unter anderem Namen - besteht und den eine neue Generation im "jungen Familienkreis" fortführt. Für das Ehepaar gab es zwar eine gemeinsame Laudatio aus dem Munde von Oberbürgermeister Andreas Starke. Anstecknadel samt Urkunde und Blumen lagen aber doppelt bereit.

Fünf neue Trägerinnen und Träger der Auszeichnung hat Bamberg seit dem Abend. Als weiteren Empfänger hatte eine Jury Karlheinz Schwarz ausgesucht. Weil der Bamberger verreist ist, soll seine Ehrung bei der nächsten Verleihung nachgeholt werden, vermutlich im Herbst.

Am Dienstag ging im Haus der Mediengruppe Oberfranken (MGO) quasi die "Frühjahrsveranstaltung" über die Bühne, wie MGO-Geschäftsführer Walter Schweinsberg einleitend formulierte. Er nannte die Auszeichnung eine schon traditionelle Sache, mit der verdiente Bürger auch die ihnen zustehende öffentliche Anerkennung für ein oft selbstloses und über Jahrzehnte währendes Wirken im Hintergrund erhalten sollten.

Die Empfänger der Bamberger Bürgernadel würden Besonderes leisten und könnten getrost als Vorbilder bezeichnet werden, unterstrich Oberbürgermeister Andreas Starke. Was die neuen und bisherigen Träger der Auszeichnung verbinde, sei praktizierter Bürgersinn. Das Ehrenamt stelle eine große Stütze in unserer Gesellschaft dar, ohne die ein gedeihliches Miteinander nicht möglich wäre. Er warb ausdrücklich für das freiwillige Engagement, auf welchem Gebiet auch immer: "Man kann gar nicht früh genug damit anfangen, sich ehrenamtlich zu engagieren."

Die Bamberger Bürgernadel wurde 2010 geschaffen. Sie wird gemeinsam von der Stadt Bamberg und der Mediengruppe Oberfranken zwei Mal im Jahr verliehen. Die Vorschläge kommen stets aus der Bevölkerung und sind an die Stadt zu richten.

Das sind die neuen Empfänger und ihre Verdienste:

Maria Anna (69 Jahre) und Kurt Haselmann (70): Das Bamberger Ehepaar rief vor 37 Jahren den "offenen Familienkreis" (heute "Kreis Ehepaare & Singles") der Dompfarrei ins Leben. Im Team mit vier weiteren Ehepaaren initiierte es zahlreiche Veranstaltungen und Projekte, die zu einem festen Bestandteil des Gemeindelebens wurden: Familiengottesdienste, Ausflüge und Reisen, Bildungs- und Kulturveranstaltungen, gesellige Treffen und mehr. Der Kreis ist als eine Stütze und Säule des Gemeindelebens in der Dompfarrei nicht mehr wegzudenken. Das Ehepaar Haselmann hat sich stets mit viel Engagement und Leidenschaft selbst eingebracht.

Martina Schramm (57):
Seit annähernd einem Vierteljahrhundert leistet die Bambergerin ganz Außerordentliches auf dem Gebiet der Vermittlung und Pflege fränkischer Kultur: Sie organisiert für die Bamberger Ortsgruppe des Frankenbundes durchschnittlich zehn bis zwölf Studienfahrten und Exkursionen pro Jahr sowie zusätzlich Besuche bei Behörden, in Pfarreien, Museen und Betrieben.
Große Ausdauer und ein Gespür für Themen, die interessieren, beweist Martina Schramm zudem mit den ungefähr 20 Vorträgen, die sie für die so genannte Tambosi-Runde auf die Beine stellt. Die Zahl der Teilnehmer bei den von ihr organisierten Veranstaltungen bewegt sich nach Vereinsangaben bei rund 1000 im Jahr.

Anton Hepple (60): Seit 1993 gehört Anton Hepple dem Bürgerverein am Bruderwald an. Er war vor 22 Jahren einer der Gründungsmitglieder. Von 1998 bis 2004 engagierte er sich als Schriftführer und übernahm dann für zehn Jahre die Leitung des Bürgervereins. Hepple war ein wesentlicher Garant für die gute Entwicklung des Vereins. Hervorzuheben ist, wie erfolgreich er in seinen Funktionen im Bürgerverein die Interessen der Menschen im Stadtteil am Klinikum vertrat, sei es gegenüber der Stadt, der Sozialstiftung oder der Forstdirektion. Basis seiner Tätigkeit waren viele Gespräche mit Anwohnern und Mitgliedern. Anton Hepple repräsentierte den Verein nach innen und außen.

Susanne Wicht (47): Die Bambergerin kümmert sich seit Jahrzehnten um verletzte, verwaiste und sonst in Not geratene heimische Wildtiere. Aus Wichts Privatinitiative entstand 2013 die Wildtierhilfe. Die Tierfreundin ist mit ihrem Team rund um die Uhr da, wenn Tiere wie Vögel, Wildkaninchen oder Eichhörnchen Hilfe brauchen. Man pflegt und füttert sie auf eigene Kosten. Gegenwärtig engagiert sich Susanne Wicht für den Aufbau einer Wildtier-Auffangstation für Bamberg und Umgebung. Sie und ihr Helferkreis springen auch ein, wenn hilfebedürftige Menschen wie z. B. Senioren ihre Haustiere nicht mehr versorgen können. Sie macht auch Besuche im Krankenhaus und organisiert bei Bedarf Hilfe im Haushalt.
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