Frensdorf
Narturbadesee

Erholung pur im neuen Paradies bei Frensdorf

Am kommenden Sonntag wird die Freizeitanlage südlich von Frensdorf mit einem Seefest eingeweiht. Flachwasserzonen für Familien mit Kindern, Liegewiesen und Biotope sorgen für eine naturnahe Umgebung.
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Bürgermeister Jakobus Kötzner mit einem der Schilder, die in diesen Tagen rund um den See angebracht wurden. Links im Bild Erhard Dotterweich und Georg Dorn vom Verein Naturbadesee Fotos: Evi Seeger
Bürgermeister Jakobus Kötzner mit einem der Schilder, die in diesen Tagen rund um den See angebracht wurden. Links im Bild Erhard Dotterweich und Georg Dorn vom Verein Naturbadesee Fotos: Evi Seeger
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Südlich von Frensdorf ist eine echtes Freizeitparadies entstanden: Der im Jahr 2011 angelegte Naturbadesee wurde seit dem letzten Jahr mit Umkleidekabinen, Toiletten und Dusche ausgestattet. Ein Beachvolleyballfeld lädt zum fröhlichen Spiel ein. Auch eine Feuerstelle wurde gepflastert und mit Natursteinen angelegt. Ein Teichlehrpfad und ein Schulbiotop sollen vor allem Kindern und Jugendlichen einen Zugang zur Natur vermitteln. Sogar einen behindertengerechten Zugang zum See gibt es.

Am Sonntag, 21. Juni, wird die Anlage mit einem großen Seefest eingeweiht. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU), die als Projektpatin die Hand über die Freizeitanlage hält, hat ihr Kommen zugesagt.

Die Idee für einen Naturbadesee ging 2010 von einer Bürgerinitiative aus, die sich schon bald in dem Verein "Naturbadesee in der Gemeinde Frensdorf e. V." organisierte. Heute zählt der Verein, der mit 44 Personen startete, 250 Mitglieder. Ohne Vereinsgründung hätte es wohl keinen Naturbadesee, auf jeden Fall aber keine Förderung aus dem Topf des europäischen Leaderprogramms gegeben, erklärten Bürgermeister Jakobus Kötzner (AWL) und Vorstandsmitglied Thomas Voll einvernehmlich.

Biologischer Wasserfilter

Unter der Planung des Landschaftsarchitekten Marc Goossens aus Trabelsdorf entstand ein Badesee mit einer Wasserfläche von rund 8000 Quadratmetern. Das Zulaufwasser kommt aus den benachbarten Fischteichen und wird über einen Kiesfilter auf biologische Weise gereinigt. Flachwasserzonen für Familien mit Kindern, Liegewiesen, Biotope, Kopfweiden und Gehölze sorgen für eine naturnahe Umgebung. Gleichzeitig bieten sie Lebensraum für verschiedenste Tier- und Pflanzenarten. Rund um den See wurden in den letzten Tagen acht Schilder aufgestellt, die über all dies Auskunft geben.

Gesamtkosten von 380 000 Euro kamen so zusammen, berichtet Bürgermeister Kötzner. 95 000 Euro hat allein die Erschließung mit Wasser, Strom und Abwasserkanal verschlungen. Die Gemeinde hat eine Zusage von Leadermitteln in Höhe von 160 000 Euro. Der Naturbadeseeverein unterstützt die Gemeinde nach Kräften, insbesondere in der Unterhaltung und Pflege.

Fast täglich, vor allem aber an den Wochenenden, finden sich ehrenamtliche Helfer zur Pflege und Reinigung der Anlage ein. Obwohl sich die Besucher im Grunde sehr diszipliniert verhalten. "Vandalismus gibt es hier nicht", sagt Erhard Dotterweich, der fast täglich mit Schubkarre und Kescher für Sauberkeit sorgt. Im Sand ausgedrückte Zigarettenkippen gebe es immer, berichtet er.

Aber es gab auch von Anfang an bis heute Stimmen, die Kritik an dem Projekt und den Kosten für die Gemeinde übten. Immer wieder hören zu müssen, der Verein habe "100 000 Euro Cash" zugesagt, ärgert Vorstandsmitglied Thomas Voll. Der Verein habe zugesichert, die Gemeinde "finanziell und mit ehrenamtlichen Arbeiten beim Bau und in der Pflege zu unterstützen". "Wir haben bis jetzt 5000 ehrenamtliche Helferstunden geleistet", rechnet Voll vor. Nur mit dem Stundensatz des Leaderprogramms in Höhe von 9,60 Euro angesetzt, ergebe sich daraus ein Gegenwert von fast 50 000 Euro. Der Verein bemühe sich um Spenden und habe auch schon einmal 8000 Euro an die Gemeinde überwiesen.

Viel Eigenarbeit

Des Weiteren habe der Verein die Kosten von 3400 Euro für den Sand des Beachvolleyball-Platzes übernommen. Die zur Wasserverbesserung eingesetzten Flusskrebse hätten einen Wert von 3000 Euro gehabt. Vereinsmitglieder hätten die Feuerstelle errichtet und Umkleidekabinen gebaut und auch das Material dafür beschafft. Für einen behindertengerechten Zugang zum See wurde ein Geländer im Wert von 1000 Euro angebracht. An mehreren Wochenenden habe man 150 Tonnen Ackerscherben für das Schulbiotop im Jura gesammelt und den Transport übernommen. Das Toilettenhäuschen sei von einer ortsansässigen Firma mit Unterstützung des Vereins aufgestellt und von den Mitgliedern gestrichen worden.


Kinder machen mit

In die "See-Projekte" werden immer wieder auch Kinder einbezogen: Im Beisein des Kindergartens hat der Verein im vergangenen Jahr Fledermauskästen in den Bäumen aufgehängt. Jetzt vor dem Fest wurden Tücher an die Umkleidekabinen getackert. Die "Erfinderriesen" aus dem gemeindlichen Kindergarten hatten die Tücher mit lustigen Motiven bemalt. Auch beim Anpflanzen des Schulbiotops wurden Schulkinder beteiligt, berichtet Voll.

Dass die Kinder und Schulen einbezogen werden, sei ihm wichtig, betonte Bürgermeister Jakobus Kötzner, der dem Verein für seine Aktivitäten und die Pflege der Anlage sehr dankbar ist. Ohne diese Unterstützung wäre Pflege für die Gemeinde nicht machbar. Kötzner sieht im See und dessen Umfeld "eine Bereicherung der Infrastruktur und des Freizeitangebots der Gemeinde". An heißen Sommertagen suchen mehr als 500 Besucher am See Erholung. Damit die Nutzung nicht aus dem Ruder läuft, gibt es eine Badeordnung. Trinkgelage oder Campen sind danach nicht erlaubt. "Halli Galli brauchen wir hier nicht", sagt der Bürgermeister.

Das Seefest am Frensdorfer Naturbadesee findet am Sonntag, 21. Juni, statt. Beginn ist um 9.30 Uhr mit dem Festgottesdienst am See, es schließen sich Segnung und Grußworte an, gefolgt von Weißwurstfrühstück, musikalische Darbietungen, Aktivitäten für Kinder und Jugendliche, sowie Kutschfahrten.
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