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Entscheidung über nächsten Weltkulturerbelauf in Bamberg fällt im Herbst

Die Macher wollen in Ruhe Bilanz der achten Auflage des Weltkulturerbelaufs ziehen. Ob das Sportereignis fortgeführt wird, hängt von Ehrenamtlichen ab.
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"Es ist immer die Frage, wer macht weiter, wer steigt aus", sagt Sprecher Martin Sage über die Besetzung wichtiger Posten im Orga-Team. Davon hängt ab, ob es in zwei Jahren mit dem Weltkulturerbelauf weiter geht. Das soll sich im Herbst entscheiden.  Foto: Matthias Merz/Archiv
"Es ist immer die Frage, wer macht weiter, wer steigt aus", sagt Sprecher Martin Sage über die Besetzung wichtiger Posten im Orga-Team. Davon hängt ab, ob es in zwei Jahren mit dem Weltkulturerbelauf weiter geht. Das soll sich im Herbst entscheiden. Foto: Matthias Merz/Archiv
Die Veranstalter der Sandkerwa haben es in der vergangenen Woche deutlich gemacht: Der Aufwand für Großveranstaltungen wird immer größer. Das bestätigen auch die Macher des Weltkulturerbelaufs, dessen letzte Auflage nun fast zwei Wochen zurückliegt.

Laut Sprecher Martin Sage umfasse das Sicherheitskonzept inzwischen mit Anhängen 100 Seiten. Der Weltkulturerbelaufverein war der erste Veranstalter in Bamberg, der in der Vergangenheit ein umfassendes Konzept erarbeitet hatte. In diesem Jahr kamen unter anderem Lkw-Sperren hinzu, die organisiert werden mussten. Davon hängt zwar eine Fortführung des beliebten Volkslaufs nicht ab, dennoch spielt der gestiegene Aufwand eine Rolle, wenn der Verein demnächst Bilanz zieht und sich auf eine mögliche neunte Auflage ausrichtet.

Akut auf der Kippe wie die Sandkerwa steht der Lauf nicht. Doch ist zum jetzigen Zeitpunkt eine Fortführung wie in den Jahren zuvor offen: "Es ist nicht entschieden, ob es einen neuen Lauf gibt", erklärt Sage. Vielmehr hänge die Entscheidung von den Ehrenamtlichen im Orga-Team ab: "Es ist immer die Frage, wer macht weiter, wer steigt aus." Manches der 20 Teammitglieder sei schließlich schon über 70. Es gehe auch darum, abzuschätzen, ob wichtige strategische Positionen im Team neu besetzen werden müssen. "Im Spätsommer beziehungsweise Herbst wird die Entscheidung fallen."


10 000 Läufer auf den Strecken

Dass die Veranstaltung beliebt ist, bestätigte sich in diesem Jahr erneut eindrucksvoll: Einer aus Sicht der Organisatoren besten Weltkulturerbeläufe hat Bamberg am 30. April mit rund 30 000 Zuschauern erlebt. Angefangen vom Wetter, über die Stimmung bis hin zu den wenigen Ausfällen bei den Sportlern ist für Carlo Schramm vom Orga-Team alles rund gelaufen. "Es hat keine größeren Zwischenfälle gegeben." Das hatten auch das Bayerische Rote Kreuz und die Polizei bestätigt.

Von den 11.300 angemeldeten Sportler sind laut Schramm letztlich 10 000 an den Start gegangen. Was besonders erfreulich sei: Nur 70 gestartete Läufer schafften es nicht ins Ziel und mussten aufgeben. So wenige wie kaum zuvor.

Die Begeisterung sei unter den Teilnehmern ungebrochen, sagt Schramm. So hätten die Veranstalter nach dem Lauf viel Lob von den Sportlern erhalten. Das Interesse spiegelt auch eine außergewöhnliche Zahl wider: Im Internet können die Sportler ihren Zieleinlauf anschauen und eine Urkunde ausdrucken. Allein in den ersten drei Tagen hat der Verein 300.000 Klicks auf die Videos gezählt, 17.000 Urkunden seien runtergeladen worden.
Schramm geht nicht davon aus, dass der Verein nach dem Lauf in diesem Jahr ins Minus rutscht, dafür sorge schon ein Puffer, den der Verein jedes Jahr in der Kalkulation berücksichtigt. Dennoch wollen die Organisatoren abwarten, was der Kassensturz bringt.

Anders als bei der Sandkerwa könnten zwar beim Lauf Gelder durch Startgebühren eingenommen werden.Doch laut Sprecher Martin Sage müssen die Organisatoren neben dem Absperrdienst auch die Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks sowie des Bayerischen Roten Kreuzes bezahlen. Viele Zehntausend Euro seien dafür nötig. Der Verein müsse auch für Leistungen wie Lkw-Sperren aufkommen.

Der Verein bereichere sich jedenfalls nicht an der größten Laufveranstaltung in Nordbayern. Vielmehr habe man sich per Satzung verpflichtet, die Überschüsse zu spenden und zu reinvestieren. Gelder fließen beispielsweise in den Schulsport. Erstmals musste der Verein in diesem Jahr außerdem 50 Cent pro Starter an den Verband abgeben. Das Orga-Team erhalte laut Schramm dagegen nichts - der nächste Lauf hängt also wieder vom Ehrenamt ab.

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