Bamberg

Eine Woche Bahn-Ersatzverkehr: Nur in Zapfendorf hakt es noch

Die Schienen im Norden von Bamberg liegen still. Dafür ist am Bahnhof jede Menge los. Vor allem am Freitag mussten sechs Reservebusse im Schienenersatzverkehr eingesetzt werden. Viele Pendler fahren dennoch mit dem Auto. Eine Wochen-Bilanz.
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Am Bahnhof in Bamberg pendelt sich der Schienenerstazverkehr langsam ein. Foto: Ronald Rinklef
Am Bahnhof in Bamberg pendelt sich der Schienenerstazverkehr langsam ein. Foto: Ronald Rinklef
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Am Montag zwischen zehn und zwölf Uhr am Bamberger Bahnhof: Reisende aus Würzburg kommen mit dem Zug an. Sie wollen weiter nach Lichtenfels. Und jetzt? Geht nichts mehr. Der nächste Bus fährt erst um 11.28 Uhr ab. Es ist jetzt kurz nach halb elf. Ein paar Minuten vorher ist der Bus planmäßig Richtung Lichtenfels gefahren. Blöd für die Reisenden.

Karl Heinz Kerner spricht mit der Gruppe. Ein Reisender meint: "Das ist doch schlecht organisiert!" Kerner überlegt kurz, bespricht sich mit seinem Kollegen Jürgen Hilbich. Dann sagt er: "Okay, wir fahren!" Hilbich sitzt hinter dem Steuer des roten Busses, der am Bahnhofsvorplatz geparkt steht, es ist der Reservebus im Schienenersatzverkehr (SEV). Der Motor startet, die eben noch angefressenen Fahrgäste steigen ein. Es wird wieder ruhiger am Vorplatz.


Anlaufschwierigkeiten gelöst

Pragmatismus legen Kerner und Hilbich an den Tag, wenn es darum geht, ein Problem im SEV am Bamberger Bahnhof zu lösen. Sie sind auf dem Vorplatz als Bus-Disponenten eingesetzt. Unterstützt werden sie von zwei Reisendenlenkern wie Ellen Mainbauer, die den Umsteigern zeigt, wo sie den richtigen Anschluss finden.

Seit dem 12. Januar läuft wegen der 34-wöchigen Bahn-Sperrung der Ersatzverkehr. Es war einiges los in der ersten Woche. Am vergangenen Freitag mussten allein im Feierabendverkehr sechs Reservebusse eingesetzt werden. So groß war der Andrang am Bamberger Bahnhof. Langsam spiele es sich aber ein, sagt Jürgen Hilbich. Er fährt jeden Morgen mit einem Reservebus um 5.53 Uhr von Lichtenfels nach Bamberg. "Die Leute bedanken sich, wie gut man gefahren ist", sagt Hilbich. Er berichtet von positiven Reaktionen.

Der Einsatz des Reservebusses am frühen Morgen war die erste Änderung, die wegen des Andrangs vorgenommen werden musste "Wir konnten schlecht vorhersehen, wie sich die Fahrgäste auf die Busse verteilen", sagt Bahnsprecher Anton Knapp.

Rund 5000 Fahrgäste am Tag zählt die Bahn derzeit unter der Woche im SEV zwischen Lichtenfels und Bamberg. 5000 Fahrgäste, die mit 90 Bussen transportiert werden. Es sind aktuell weniger Kunden als auf der Schiene, bestätigt Knapp.

Viele Pendler fahren mit dem Auto - so auch Steffen Wrobel, der seinen Sohn momentan mit dem Pkw von Zapfendorf zur Schule bringt. Zu unsicher ist ihm der Schienenersatzverkehr noch. Immer wieder sei der Bus am Morgen zu spät, sagt Wrobel. Und: "Die Busse sind überfüllt." Schüler und Pendler müssten oft stehen. "Da der Bus auch auf der A 73 fährt, möchte man sich nicht vorstellen was passiert, wenn der Bus stark bremsen muss", sagt der Familienvater.


Kritik aus Zapfendorf

Kritisiert wird der Bus, der um 7.08 Uhr in Zapfendorf abfährt. Er ist das Sorgenkind. Das bestätigt Bürgermeister Volker Dittrich (AfZ). Auch am Montag habe es geklemmt: "Der Bus war voll, die Türen sind nicht aufgegangen", schildert Dittrich. Ein Reservebus wurde gerufen. Allerdings sei dieser erst zwölf Minuten später angekommen. Für die Schüler werde es mit diesem Bus unmöglich, in Bamberg pünktlich im Unterricht zu sein. Dittrich sieht "hohen Handlungsbedarf". Doch liege ihm nun die schriftliche Zusage vor, dass in Sachen Pünktlichkeit und Kapazität noch mal nachgebessert werde.

Bahnsprecher Knapp erklärt, dass die Bahn bereits mehrere Nachbesserungen im SEV vorgenommen habe. Auch entlang der Strecke hat sich etwas getan: In Breitengüßbach wurde an der Bushaltestelle vor der Kirche ein Ticket-Automat installiert. Dieser funktionierte zu Beginn noch nicht, doch sei das jetzt der Fall, sagt Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder (UBB). In Breitengüßbach klappt es mit dem SEV besser als in Zapfendorf, auch wenn es hier ebenso kleinere Probleme in der ersten Woche gab: "Im Großen und Ganzen ist es gut gelaufen", sagt die Bürgermeisterin.



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