Bamberg
Stadtleben

Ein leuchtendes Schwergewicht

Die Familie Eichfelder besitzt eine Straßenlaterne, wie wohl um die 100 Jahre alt ist. Das Stück ist 35 Kilogramm schwer.
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Richard Eichfelder ist die Freude an seiner außergewöhnlichen Dielen-Lampe anzusehen. Foto: Matthias Hoch
Richard Eichfelder ist die Freude an seiner außergewöhnlichen Dielen-Lampe anzusehen. Foto: Matthias Hoch
Die Bamberger und ihre Stadt - das ist eine ganz besondere Verbindung. Nachdem die Lokalredaktion kürzlich drei Bürger vorstellte, die ausrangierte 70er-Jahre-Leuchten aus der Fußgängerzone bei sich aufgestellt haben, meldete sich Richard Eichfelder in der Lokalredaktion. Der frühere Leiter der städtischen Musikschule nennt eine noch viel ältere Straßenlaterne sein Eigen.

Das Unikat hat seit Jahrzehnten einen Ehrenplatz im Eichfelderschen Wohnhaus im Stadtteil Bug: Es hängt in der großen Diele, in der schon viele Hauskonzerte stattgefunden haben.


Schmuckstück in der Diele

Als sie damals neu gebaut hätten, habe seine Frau immer gesagt, dass sie für die Diele eine große, eine besondere Beleuchtung bräuchten, erinnert sich der heute 87-Jährige.
Das hatte er im Hinterkopf, als er irgendwann in jener Zeit beim Besuch eines befreundeten Kunstschlossers in Bamberg die ausrangierte Straßenlaterne sah.

Sie sei in einem Verbindungsgang zwischen dessen Wohnung und Werkstatt herumgestanden, wenig beachtet. Eichfelder kaufte sie dem Freund ab und ist noch heute stolz auf das ganz besondere Stück.

Es weckt in ihm nostalgische Gedanken: "Waren das noch schöne Laternen, die in den Altstädten die Straßen, Plätze und Gassen damals bei Dunkelheit erhellten. Es waren Schmuckstücke, sicher von Kunstschmiedemeistern in Handarbeit gefertigt. Als es noch keinen elektrischen Strom gab, waren diese an den Gasleitungen angeschlossen und bei Dunkelheit wurden die ,Strümpfe' dieser Lampen von städtischen Arbeitern, eine nach der anderen, allabendlich entzündet. Heute unvorstellbar."

Das Alter der Laterne kennt Eichfelder nicht genau; er schätzt es auf wenigstens 100 Jahre. Umso genauer kennt er ihr Gewicht: 35 Kilogramm.

Sein Sohn habe die Idee gehabt, sie zu wiegen, ehe er sie mit dem Vater zusammen aufgehängt hat, berichtet Eichfelder senior. Das Schwergewicht hängt an einer eigens gefertigten Kette und sei mit einem Bolzen im Dachboden verschraubt.

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