Neben einer Mit-Malaktion und dem Auftritt der Improvisationstheatergruppe "Pipperlapupp", die bei ihrem Programm das Publikum mit einbezogen haben, war ein Höhepunkt am Freitag vor allem der "Probenraum". Das imposante Mittelschiff des alten Dominikanerbaus wurde von fünf Bamberger Symphonikern kurzerhand zu einem Probenraum umfunktioniert.

Dabei bekamen die Zuschauer die Gelegenheit, hautnah dabei zu sein, wie zwei Violinisten, zwei Bratschisten und eine Violoncellistin in einem kammermusikalischen Ambiente das C-Moll-Quintett Mozarts einübten. Das Publikum fand sich in der nicht alltäglichen Situation wieder, den Musikern über die Schulter auf die Notenblätter zu schauen, während diese sich genug Zeit nahmen, allzu fachliche Probleme verständlich zu erklären und zudem geduldig zahlreiche Laienfragen aus den Zuschauerrängen beantworteten. Wie authentisch die Vorstellung tatsächlich war, machte der Bratschist Martin Timphus klar: "Zwei ursprünglich vorgesehene Streicher sind in den letzten zwei Tagen krank geworden, weshalb heute andere einspringen mussten. Das zeigt, wie realistisch die Situation wirklich ist. Wir haben in dieser Formation noch nie zusammen gespielt. Das ist eine richtige Probe."


Klassik mit ganz besonderen Eigenarten


Dabei ist dem Laien, aber auch dem ein oder anderen Musikbegeisterten eines klar geworden: Klassische Musik hat ihre ganz besonderen Eigenarten. Selbst kleinste Nuancen verändern das musikalische Bild völlig. Violinist Michael Hamann erklärte, "dass heutige Notenausgaben Details enthalten, die in Mozarts Original nicht vorkommen." So würden bereits Notenherausgeber Interpretationsarbeit leisten, um die unterschiedlichen musikalischen Verständnisse der Zeit auszugleichen und Vorgaben zu machen, "wie Mozart es wollte, dass es gespielt wird." Timphus stellte zudem fest, was viele nicht gedacht hätten: Eine Kammermusikprobe brauche länger, als die eines ganzen Orchesters. "Wie man sieht, geht es hier ums Detail und zudem ist es bei uns auch noch demokratisch." Am Ende der einstündigen Probe spielten die fünf Streicher trotz der für den Laien kaum wahrnehmbaren kleinen Fehler das Stück mit Bravur, was vom Publikum mit einem langen Applaus honoriert wurde.

Das weitere Tagesprogramm klang nach dem etwas anderen Theaterstück "Warten auf Godot" und einem Konzert von "Dota - Die Kleingeldprinzessin" mit dem Diavortrag "Marokko - Königreich zwischen Meer und Wüste" aus der ganz speziellen Perspektive von Guido Apel und Britta Ender aus.

Das Kontaktfestival dauert mit seinem abwechslungsreichen Programm noch bis Sonntag an.