Ein Anschluss an das Netz der Jakobswege in Deutschland wäre für die Königsfelder Bürgermeisterin Gisela Hofmann (BBL) schon eine tolle Sache. Schließlich ist in ihrer Gemeinde nicht nur die historische Pfarrkirche dem heiligen Jakob(us) geweiht. Doch damit geht's nicht so recht voran, obwohl Barbara Lunz aus Teuchatz für einen guten Kontakt zur "Jakobsgesellschaft" gesorgt hat. Es bleibt vorerst dabei, dass es zwischen den beiden Jakobswegen von Bayreuth und von Lichtenfels in Richtung Süden keine Verbindung über Königsfeld geben wird. Dennoch will die Rathauschefin die sakralen Kleinode ihrer Heimat mehr ins Blickfeld rücken. Denn zu bieten hätte Königsfeld auch auf diesem Gebiet so einiges. "Wir haben etwa 15 Kirchen und Kapellen, von der historischen Königsfelder Pfarrkirche bis zu nahezu unbekannten Feldkapellen", erläuterte Gisela Hofmann im Gemeinderat. Beschlossen ist zwar noch nichts, aber eine Projektgruppe soll gebildet werden, die sich mit Inhalten und Arbeitsumfang und vielleicht auch möglichen Fördergeldern befassen könnte. "Im Grundsatz wollen wir Besinnlichkeit mit Bewegung verbinden, das seelische Innehalten mit dem körperlichen Ausgleich", umreißt Hofmann ihre Vorstellungen. Gelegenheiten zu beiden Vorhaben gibt es in Königsfeld zur Genüge. "Der Wanderer soll vor allem seine Neugier befriedigen können: Warum steht die Kapelle da? Wer hat sie gebaut und warum? Was ist die Geschichte?". Nicht selten seien die Flurkapellen ähnlich wie Bildstöcke Zeugnisse von Ereignissen, die früher einmal die Herzen bewegten. Laut Tourismuszentrale der Fränkischen Schweiz gibt es das bisher nicht, nicht einmal in Gößweinstein. Jetzt hofft man in Königsfeld auf das Verständnis und die Erlaubnis der Besitzer der Kapellen, soweit letztgenannte nicht der Gemeinde oder der Pfarrei gehören. "Wir wollen mehr darüber wissen und Informationstafeln anbringen, damit Wanderer sehen, was zum Bau geführt hat", so Hofmann. Schließlich habe Königsfeld auch eine große religiöse Tradition. Aufgeschlossen für das Vorhaben zeigte sich inzwischen Christine Dorn-Stöhr von der "Lokalen Aktionsgruppe Region Bamberg", am Landratsamt bisher mit den Leader-Projekten der Europäischen Union befasst, die jetzt unter neuem Namen präsentiert werden. Sie kann sich einen solchen "Kapellenweg" gut vorstellen und will das Konzept in ihre Überlegungen aufnehmen. Jetzt soll über Möglichkeiten und Kosten nachgedacht werden. Notwendig wäre auf jeden Fall die Beschilderung der Wanderwege und Informationstafeln für die Kapellen, außerdem eine Broschüre und eine Darstellung im Internet. Wenn man Näheres weiß, wird der Gemeinderat erneut darüber befinden.