Es sind ganz besondere, in ihrer Art und Weise einzigartige Kunstobjekte, die Bernhard Dagner präsentiert. "Ich male mit dem Glas", sagt der Künstler. Das hat mit der herkömmlichen Glasmalerie nicht mehr gemein. Die Ausstellung mit dem Titel "nicht blickdicht", die der Kunstverein am Donnerstagabend im Theater eröffnet hat, zeigt gerahmte, farbige Glasgebilde in elliptischer Form, denen durch Bearbeitung und auch Überlagerung Ausdruck verliehen wurde.

Im Zusammenspiel mit Licht entfalten die auf weißen Hintergrund gerahmten Glasbilder ihre volle Kraft. Kräftige Farben und eine exakte Bearbeitung des Materials, wie beispielsweise die geriffelten und gezackten Ränder der elliptischen Glasflächen laden zur näheren Betrachtung. Die durch das Licht geworfenen Schattenränder wirken wie zarte Dornenkränze, die die Glasgemälde umgeben. Hierbei versucht der Betrachter unwillkürlich als erstes hinter die Glasflächen zu schauen, da sie durch ihre Stärke plastisch, dreidimensional sind.

Die Vorsitzende des Kunstvereins Bamberg Barbara Kahle sprach bei ihrer Eröffnungsrede von "einem Seherlebnis des besonderen Art". Das Besondere sei die Transparenz. So arbeite Bernhard Dagner "mit einem für die bildende Kunst ungewöhnlichen Material - mit Glas", wie die Kunsthistorikerin erklärte. Sie verwies auf das für diese Art von Arbeiten benötigte Know How.

Der 49-Jährige hat ein Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste bei Professor Georg Karl Pfahler in Nürnberg, wo er auch wohnt, absolviert. 1987 wurde er zum Meisterschüler ernannt. Wie genau er vor zehn Jahren von der Malerei zum Werkstoff Glas gekommen ist, kann er nicht sagen. "Es hat sich so ergeben." Aber schon in seiner Jugend hätten ihn Edelsteine fasziniert. Später dann hat er Gläser aus den 1950er Jahren gesammelt. Wobei ihn die hohen Preise störten, die er nicht bezahlen konnte.

Für seine Kunstwerke sucht Dagner aus 5000 farbigen Gläsern einzelne heraus. Zuvor hat er seine Idee als Skizze oder in Form eines Aquarells zu Papier gebracht. Die farbigen Glasplatten werden in Form geschnitten und im Anschluss mit Folie beklebt, damit sie per Sandstrahl bearbeitet werden können. So kommen beispielsweise die geriffelten Ränder oder auch Muster im Glas zu Stande. Außerdem arbeitet Bernhard Dagner oft mit unterschiedlich farbigen Gläsern, die er dann übereinander schichtet und so das Glasbild quasi "malt". Aber "ich bemale es niemals", unterstreicht Dagner.

Durch ein großes Netzwerk von handwerklichen Möglichkeiten hat er viele Optionen, das Glas zu bearbeiten. Bis hin zum Rahmen gestaltet Bernhard Dagner alles selbst, "weil ich dann einen ganz anderen Bezug zu meinen Werken habe", wie er sagt. Die Arbeiten sind bis zum 4. November im Theater zu sehen.