Schönbrunn im Steigerwald
Natur

Ein Eichen-Schädling ist im Landkreis Bamberg schuld

An einem Weg auf der Anhöhe zwischen Lisberg und Grub ragen viele leere Baumhalterungen in den Winterhimmel. Was nach Baumfrevel aussieht, ist das Werk des Eichensplintkäfers.
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Die meisten Baumhalterungen entlang des Höhenwegs zwischen Lisberg und Schönbrunn-Grub sind leer. Foto: privat
Die meisten Baumhalterungen entlang des Höhenwegs zwischen Lisberg und Schönbrunn-Grub sind leer. Foto: privat
Einige Stämme sind auf Kniehöhe gekappt, andere auf Augenhöhe. Wer auch immer mit der Säge zugange war, konnte damit umgehen: Man sieht nur saubere Schnitte - soweit man überhaupt noch etwas sieht.

Denn die meisten der 50 Baumhalterungen sind leer. Keine Spur mehr von einem Baum, der einmal darin gestanden haben muss. So sind es zumeist leere Konstruktionen, die einen schön gelegenen Flurweg auf der Anhöhe zwischen Lisberg und dem Schönbrunner Ortsteil Grub flankieren. Aufmerksamen Spaziergängern geben sie ein Rätsel auf.

Die Erklärung liefert auf Nachfrage Beate Schneider vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) in Bamberg, von Amts wegen auch Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft Frenshof/Grub. Die Baumreihe hängt mit der laufenden Maßnahme der Flurneuordnung und Dorferneuerung zusammen.

Im Frühjahr 2013 wurden die jungen Säuleneichen-Hochstämme gepflanzt und laut Schneider noch im selben Jahr vom Eichensplintkäfer befallen: "Der Käfer ist direkt aus dem Wald gekommen!"

Der Eichenschädling, der Löcher in die Rinden bohrt und sich bevorzugt an den noch weicheren Jungbäumen gütlich tun soll, leistete offenbar ganze Arbeit. Er hat den Säuleneichen so zugesetzt, dass sie teilweise nicht mehr ausgetrieben haben. Ein Fachmann hat laut Schneider versucht, die Neuanpflanzungen durch Rückschnitte noch zu retten. Bei manchen habe er die Säge zwei Mal angesetzt. So erklärt die ALE-Fachfrau die unterschiedlich hohen Stammreste, die übrig geblieben sind. Viel geholfen hat der Rettungsversuch mit der Säge nicht. Die wenigsten Säuleneichen haben überlebt, die meisten Halterungen sind leer.

Man hat sie trotzdem stehen lassen, weil neue Bäume gepflanzt werden sollen. Das geschieht voraussichtlich im Sommer oder Herbst 2016, im Zuge des "Restbauprogramms" im laufenden Verfahren.

Über die künftige Baumart wird laut Schneider bei einer Begehung und in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde entschieden.

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