Bamberg
Projekt

Ein Bildungsatlas für Oberfranken

Gibt es genügend Kita-Plätze? Stehen Theater vor dem Aus? Wie viele Schulen bieten warmes Mittagessen an? Der Bildungsatlas Oberfranken gibt Antworten.
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Projektleiter Prof. Hans-Günther Roßbach, Projektkoordinatorin Michaela Sixt, Ingrid Stöhr und Johannes Hofmann (von rechts) stellten als Mitglieder der Autorengruppe den Bildungsatlas vor. Foto: Matthias Hoch
Projektleiter Prof. Hans-Günther Roßbach, Projektkoordinatorin Michaela Sixt, Ingrid Stöhr und Johannes Hofmann (von rechts) stellten als Mitglieder der Autorengruppe den Bildungsatlas vor. Foto: Matthias Hoch
Wenn ein Kind um 6 Uhr aufstehen und eine längere Busfahrt zum Gymnasium auf sich nehmen muss, entscheidet es sich dann lieber für die Mittelschule vor Ort? Oder: Stehen in Oberfranken genügend Kita-Plätze zur Verfügung? Oder: Sind die Theater in der Region gefährdet? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt der "Atlas BildungsLandschaft Oberfranken" (BiLO), der gestern am Leibniz-Institut für Bildungsverläufe in Bamberg (LifBi) vorgestellt wurde.

Die 194 starke Broschüre ist ein beeindruckendes, grafisch schlüssiges und gut lesbar aufbereitetes Zahlenwerk. Die Oberfrankenstiftung fördert das bisher einzigartige Projekt mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Erstellt wurde der Atlas in zwei Jahren von einer Autorengruppe mit neun Wissenschaftlern unter der Leitung von Prof. Hans-Günther Rossbach, Direktor des LifBi.

Anhand unterschiedlicher Befragungen und Statistiken wurden systematisch Daten aufbereitet, die einen schnellen Blick auf die regionale Lage erlauben. Erfasst wurde alles, was mit Bildung zu tun hat: Von der Kindertagesstätte über die Schule, Aus- und Erwachsenenbildung bis hin zur kulturellen Bildung. Kennzahlen zu frühkindlicher und schulischer Bildung, Ausbildung, Studium und Erwachsenenbildung sowie strukturellen Rahmendaten (unter anderem Demographie, Wirtschaft und Arbeitsmarkt) visualisieren die Situation auch im Vergleich zum gesamten Regierungsbezirk.


13 Kreisprofile

Die Vielfalt des Bildungsangebots wird im Atlas in 13 Kreisprofilen (Städte Bamberg, Bayreuth, Coburg und Hof sowie die Landkreise Bamberg, Bayreuth, Coburg, Forchheim, Hof, Kronach, Kulmbach, Lichtenfels und Wunsiedel) dargestellt. "Dabei geht es uns nicht um ein Ranking", sagen die Autoren. "Wir möchten Transparenz schaffen und eine Faktenbasis bieten." Ihr Wunsch sei es, dass die Kommunen "die Zahlen interpretieren und damit arbeiten". Bei einer Vorstellung des Bildungsatlas' vor den beteiligten Städten und Gemeinden hätten diese bereits geäußert, dass sie die Erhebung zur Verbesserung ihrer Bildungspolitik nutzen wollen.

Das erscheint durchaus sinnvoll, wie die Beispiele der Autoren zeigen. So ergab die Befragung der Kindertageseinrichtungen, dass es noch einige wenige Plätze für Kinder unter drei Jahren gibt, andererseits Wartelisten geführt werden. Dagegen zeigte sich, dass immer mehr - aber eben nicht alle - weiterführende Schulen ein warmes Mittagessen anbieten.
Da Bildung mit Kultur einhergeht, haben die LifBi-Autoren auch kulturelle Einrichtungen, beispielsweise die Theater im Regierungsbezirk, in die Untersuchung einbezogen. Aus den Befragungen geht hervor, dass etwa die Hälfte der Theater ihren Bestand als gefährdet einschätzt.

Das Zahlenwerk steht unter www.bilo-atlas.deals PDF zum Download zur Verfügung. In Kürze wird die Seite um eine Auswahl der Kennzahlen zur interaktiven Nutzung ergänzt.
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