Bamberg
Sandkerwa 2017

Sandkerwa 2017 in Bamberg: OB Starke glaubt an Rettung des Volksfestes

Nach Absage der Sandkerwa 2017 in Bamberg, hat sich der Bürgerverein mit der Stadt getroffen. Oberbürgermeister Starke stellte ein Rettungskonzept vor.
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Nach Absage der Sandkerwa 2017 in Bamberg, hat sich der Bürgerverein mit der Stadt getroffen. Oberbürgermeister Starke stellte ein Rettungskonzept vor. Foto: Ronald Rinklef
Nach Absage der Sandkerwa 2017 in Bamberg, hat sich der Bürgerverein mit der Stadt getroffen. Oberbürgermeister Starke stellte ein Rettungskonzept vor. Foto: Ronald Rinklef
Sandkerwa 2017 in Bamberg ist endgültig abgesagt

Weiterhin ist nicht klar, ob es noch Hoffnung für die Sandkerwa 2017 in Bamberg gibt - oder ob es bei der Absage der 67. Ausgabe des beliebten Volksfestes bleibt. Anfang Mai hatte der Veranstalter, der Bürgerverein, seine Entscheidung verkündet, das diesjährige Fest nicht auszurichten.



OB Starke zeigt sich zur Sandkerwa-Rettung optimistisch

Am Dienstagabend, den 16. Mai, haben sich Vertreter des Bürgervereins mit dem Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und zwei weiteren Rauthaus-Mitarbeitern getroffen. Das Treffen am Abend dauerte weit über eine Stunde lang und fand nicht im Rathaus statt, sondern im Büro des Bürgervereins im Sandgebiet - ein Zeichen, dass es der Stadt ernst war, auf den Bürgerverein zuzugehen.

Doch nach dem Gespräch ist die Sachlage nicht viel anders als vor dem Gespräch. Wie einer Erklärung der Stadt zu entnehmen ist, soll über die Rettung der Sandkerwa 2017 weiter geredet werden. Darin heißt es außerdem, die Teilnehmer hätten in einer ersten Gesprächsrunde die Zukunft der Sandkerwa-Veranstaltungen sondiert und in konstruktiver Atmosphäre Lösungswege ergebnisoffen diskutiert.

Es sei verabredet worden, die Gespräche vertrauensvoll weiterzuführen, um zeitnah tragfähige Ergebnisse zu erzielen. Die weiteren Beratungen sollen schon am 22. Mai fortgestzt werden. Die Teilnehmer bitten um Verständnis dafür, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Details über den laufenden Verhandlungsprozess veröffentlicht werden.

Bekannt ist mittlerweile, dass Starke mit einem Rettungskonzept in die Besprechung gegangen war. Er soll bis zuletzt optimistisch gewesen sein, die Großveranstaltung auch für dieses Jahr sichern zu können. Sein erklärtes Ziel ist es, ein langfristiges Konzept für die Durchführung der Kerwa zu entwickeln.


Bedroht Sandkerwa-Absage auch andere Jobs?

Unterdessen beschäftigt nicht nur die Menschen in Bamberg inzwischen auch die Frage, ob die Absage der Sandkerwa Jobs bedroht. Denn schon längst hat die Großveranstaltung auch erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Die Marktkaufleute und Schausteller appellieren an die Stadt und den Bürgerverein, alles Mögliche zu tun, "um das Kulturgut und den Wirtschaftsfaktor Sandkerwa" zu erhalten.

Zuvor hatten sich bereits die Gastronomen im Sandgebiet für einen Austausch stark gemacht und ihrerseits den Bürgerverein zum Gespräch eingeladen, um die Ausrichtung der Sandkerwa doch noch zu ermöglichen.

Am Samstag (6. Mai) hatten sich die Veranstalter zur Absage geäußert. So bedauerten die Veranstalter zutiefst, dass sie sich so entscheiden mussten, die finanzielle Belastung sei jedoch vor allem aufgrund der erhöhten Sicherheitsanforderungen gestiegen. Die Besucherzahlen dagegen seien am Limit, eine Vermarktung nicht zielführend.


Sandkerwa-Absage: So äußert sich die SPD-Fraktion im Stadtrat

Die SPD-Fraktion im Bamberger Stadtrat hat am Dienstag ein Positionspapier herausgegeben, in der sie erklärt, dass sie die Absage durch den Veranstalter bedauere. Sicherheitsprobleme sollten gemeinsam mit der Stadt gelöst werden, wobei Schuldzuweisungen des Bürgervereins in Richtung OB und Verwaltung kontraproduktiv sind. Die SPD-Fraktion begrüße die Errichtung einer Task-Force durch die Stadt, um doch noch eine Durchführung der Kirchweih zu erreichen.

Weiter erklärt die SPD-Fraktion, sie unterstütze logistische und personelle Hilfe durch die Stadt, eine weitere finanzielle Unterstützung durch die Stadt, über die bisherige Unterstützung hinaus, lehne die SPD-Fraktion ab.

Eine Beteiligung der Stadt als Veranstalter der Kirchweih auch in Form einer Durchführung durch eine städtische Tochter lehnt die SPD-Fraktion ab. Die SPD-Fraktion bekenne sich zum Prinzip der Gleichbehandlung aller eine Kirchweih ausrichtenden Bürgervereine und lehnt eine einseitige Unterstützung der Veranstalter ab.



Der Bürgerverein stellte aber auch klar, dass es eine Sandkerwa ohne ihn nicht geben werde.

Gegenüber der Stadt äußerten die Veranstalter harte Kritik; Teilweise sei man wie Angestellte behandelt worden, ja abgekanzelt worden. Die Kommunikation zwischen Veranstaltern und Stadt sei nicht gut gewesen.
   


Sandkerwa 2017 abgesagt: Stadt Bamberg richtet Task Force ein


Als Reaktion auf die Pressekonferenz hat die Stadt Bamberg mitgeteilt, dass sie unverzüglich reagiere und eine Task Force aufgestellt habe. Das Ziel sei, die Sandkerwa 2017 zu sichern und einen Plan für die kommenden Jahre zu entwickeln. Andreas Starke erklärt: "Die Sandkerwa muss gerettet werden, weil sie eine traditionsreiche Veranstaltung ist, die von den Bambergerinnen und Bambergern geliebt wird."

Die Stadt will möglichst umgehend den Kontakt mit allen Involvierten suchen. Das heißt: die Standbetreiber, die Schausteller und die Bamberger Gastronomie sowie auch der Bürgerverein und die Sandkerwa GmbH um deren Erfahrungen zu nutzen. "So soll sichergestellt werden, dass die Kräfte gebündelt und die vorhandenen Erfahrungen aus der Stadtgesellschaft genutzt werden", so Starke.

Starke betont, man wolle nun den Blick nach vorne richten und dafür sorgen, dass die Sandkerwa auch 2017 stattfinden könne. "Alle sollten jetzt an einem Strang ziehen." Die Leitung der Task Force wird Oberbürgermeister Andreas Starke persönlich übernehmen.

Sandkerwa-Absage und Task Force: FDP steht hinter OB Starke

Der FDP-Stadtrat und FDP-Ortsvorsitzende Martin Pöhner unterstützt das Vorgehen von Oberbürgermeister Andreas Starke, eine Task-Force zur Zukunft der Sandkerwa einzurichten. Das teilte er in einer Presseerklärung mit.

"Klares Ziel muss es sein, dass die Sandkerwa auch im Jahr 2017 stattfindet. Diese Traditionsveranstaltung gehört zu Bamberg und ist Teil der Identität unserer Stadt." Der FDP-Stadtrat kann sich sowohl eine Ausrichtung durch die Stadt als auch durch eine von der Stadt initiierte Auffanggesellschaft vorstellen. Pöhner appelliert an den Bürgerverein Sand, mit der Stadtverwaltung in Dialog zu treten und die Ausrichtung durch einen alternativen Veranstalter zu unterstützen. "Der Bürgerverein sollte jetzt keine Blockadehaltung einnehmen, sondern eine Rettung der Sandkerwa unterstützen."

Die von verschiedenen Seiten geäußerte Kritik an der Stadt kann Pöhner nicht nachvollziehen. "Stadtrat und Stadtverwaltung haben in den letzten Jahren intensiv die Durchführung der Sandkerwa unterstützt. Aber die Notwendigkeit, bei einer Großveranstaltung wie der Sandkerwa umfassende Sicherheitsbestimmungen einzuhalten, kann niemand wegdiskutieren. Sie sind zum Wohle aller Besucher notwendig", so der FDP-Stadtrat.
 


Sandkerwa-Absage: Das sagt die Bamberger CSU dazu

In der Debatte um die Absage der Sandkerwa durch den Bürgerverein Sand wirbt die Bamberger CSU dafür, die am Samstag durch die bisherigen Veranstalter endgültig ausgesprochene Absage als Chance zu einem Neuanfang für das beliebte Bamberger Volksfest zu nutzen. In einer gemeinsamen Presseerklärung warben der CSU-Kreisvorsitzende, Bürgermeister Dr. Christian Lange, und der Vorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion, Dr. Helmut Müller, dafür, dass sich nun rasch alle an der Fortführung der Kirchweih Interessierten an einen Tisch setzen sollten, um über einen Neustart für die Sandkerwa zu sprechen. Gegenseitige Vorwürfe - egal in welche Richtung - seien wenig hilfreich. Jetzt gehe es um die Rettung des größten Bamberger Volksfestes

Konkret erinnerten Lange und Müller an den von Müller bereits am Donnerstag in die Diskussion geworfenen Vorschlag, eine Art von Auffanggesellschaft zu gründen, unter deren Dach die Sandkirchweih künftig organisiert werden könnte. Nach dem CSU-Vorschlag könnte die Auffanggesellschaft neben Städtischen Einrichtungen, wie etwa der Congress- und Event GmbH, auch vom Stadtmarketingverein unter Einbindung der bisherigen Sandkerwa GmbH gebildet werden. Aus Sicht von Lange und Müller wäre es auch erstrebenswert, die bewährten diplomatischen Vermittlerdienste von Altoberbürgermeister Herbert Lauer in den Dienst an der Sache zu stellen. "Wir beide sind selbst gerne bereit, der eine als Kulturreferent der Stadt, der andere als Organisator des Weltkulturerbelaufes, unser Wissen und Können in die Rettung der Sandkerwa einzubringen", unterstrichen Müller und Lange.

Die CSU-Spitze regte aber auch an, die Absage der Sandkerwa dazu zu nutzen, um über Sinn und Zweck, Größe und Finanzierung der Kirchweih neu nachzudenken. "Das Beispiel des Weltkulturerbelaufes zeigt, dass es genügend Sponsoren in unserer Stadt gibt, die eine Veranstaltung wie die Sandkerwa sicher gerne unterstützen würden", sagte Müller. Der Vorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion regte an, auch über die Erhebung eines Eintrittsgeldes - beispielsweise am Eröffnungstag - nachzudenken. Schließlich funktioniere das beim Villacher Kirchtag sehr gut. Schließlich müsse auch über die Größe und die Flächen der Kirchweih neu nachgedacht werden.
Beiden - Müller wie Lange - war es abschließend sehr wichtig, den bisherigen ehrenamtlichen Organisatoren des Volksfestes, insbesondere dem Bürgerverein Sand, Danke zu sagen für den jahrzehntelangen ehrenamtlichen Dienst für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt.

 


Sandkerwa 2017 - die Geschichte der Absage


Der Bürgerverein Sand hat gegenüber den Standbetreibern in einer Mail am Mittwoch lediglich knapp geschrieben, dass die Entscheidung aufgrund "der aktuellen Sicherheitslage und der finanziellen Risiken" gefallen sei. Das hat sogar die Polizei in Bamberg überrascht, denn "die Sicherheitslage hat sich nicht geändert", erklärte ein Sprecher gegenüber inFranken.de.

Am Samstag stellte sich der Bürgerverein Fragen der Presse und gab selbst eine Erklärung ab.

Inzwischen wird auch die Kritik an der Stadt Bamberg immer lauter: Die Verwaltung gerät aufgrund des drohenden Aus für die Sandkerwa in die Schusslinie von Kritikern quer durch die Parteienlandschaft. So zeigte etwa die Bamberger Allianz (BA) Verständnis dafür, dass ehrenamtliche Kräfte auch einmal die Reißleine ziehen.

Und eine Rettung, die die Stadt Bamberg am Donnerstag noch in Aussicht gestellt hatte, wird immer unwahrscheinlicher. Denn ein Treffen mit der Stadtspitze am Donnerstagabend hat der Sandkirchweih-Verein ohne Nennung von Gründen abgesagt. Und auch das Stadtmarketing unter Führung von Klaus Stieringer hat abgelehnt, einzuspringen und das Volksfest zu veranstalten.

Link: Sandkerwa-Absage: viel Kritik an der Stadt Bamberg

Im Rathaus Bamberg wird an einer Ersatzkerwa gearbeitet

Allerdings heißt das nicht, dass es am Sandkerwa-Wochenende im August kein Fest in der Bamberger Altstadt geben wird. Angeblich werde im Rathaus schon an einem Plan B gefeilt. CSU-Fraktionsvorsitzender Helmut Müller bestätigte, dass die Kirchweih in jedem Fall stattfinden solle. Konkret: Die Stadt zieht eine Ersatzkerwa auf und ordnet die Veranstaltung neu. Dann wären auch Eintrittsgelder und Sponsoren denkbar. Übernehmen wolle man das Volksfest allerdings nicht.

Stattdessen wäre es denkbar, dass die Stadt eine Art Auffanggesellschaft gründet, unter deren Dach die Ersatzkerwa gestaltet und finanziert wird. Laut Müller wäre dies eine Chance, nach Sponsoren zu suchen und die Finanzierung auf ein breites Fundament zu stellen. Auch Eintrittspreise für die Ersatzkerwa wären denkbar.
 


Rettung des Volksfests wird unwahrscheinlicher

Aber der Reihe nach: Was war geschehen? Am Mittwochabend verschickte der Bürgerverein Sand als Veranstalter der Sandkerwa eine Mitteilung mit einer Einladung zur Pressekonferenz am kommenden Samstag. Darin war zu lesen, dass der Verein beschlossen habe, die 67. Sandkerwa 2017 nicht zu veranstalten.

Hintergründe für den Schritt, das Spektakel mit 300.000 Besuchern im August abzusagen, wurden in dem Schreiben nicht weiter erläutert. Vorsitzende Gisela Bosch hielt sich bedeckt.

Update zur Absage des Volksfests: Ist Terrorgefahr der Grund für die Absage?

Wie am Donnerstagmittag bekannt wurde, soll der Sandkirchweih-Verein gegen 17 Uhr Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) in einer kurzen Mail über die Absage informiert haben.

Von der Gefahr terroristischer Bedrohungen für Großveranstaltungen ist da die Rede. Angesichts dieser Lage könne man die Kerwa ehrenamtlich nicht mehr verantworten. Wörtlich heißt es: "Leider muss der Bürgerverein diesen Schritt gehen und seine 66-jährige Tradition beenden."

Link: Oberbürgermeister will die Veranstaltung retten
 


Warum wurde die Sandkerwa abgesagt? Große finanzielle Risiken

In der Mitteilung des Vereins von Mittwochabend an Schausteller und Standbetreiber heißt es wörtlich: "Aufgrund der aktuellen Sicherheitslage und der finanziellen Risiken sind wir als ehrenamtlicher Verein nicht mehr in der Lage, diese Veranstaltung auszurichten."

Stimmen Sie ab: Soll die Stadt Bamberg die Sandkerwa mit Steuergeld retten?

Weitere Hintergründe waren am Abend nicht zu erfahren. Vertreter des Bürgervereins Sand waren ebenso wenig zu erreichen wie die Geschäftsführerin der Sandkerwa GmbH, Ulrike Heucken.


Bambergs Oberbürgermeister: Hintergründe völlig unklar

Am Donnerstagmittag reagierte die Stadt erstmals auf die Absage des Fests: In der Bekanntmachung betonte die Stadt, dass es sich um einen "selbstgewählten und unabgesprochenen Weg des Veranstalters" handelt.

Weiter gab die Stadtverwaltung ihrer Überraschung Ausdruck: "Selbstverständlich ging die Stadt Bamberg davon aus, dass dies auch bei der Organisation und Durchführung der diesjährigen Sandkerwa gelingen wird, zumal für dieses Jahr keine erhöhten Sicherheitsauflagen im Vergleich zum Vorjahr geplant waren."

Auch Pressesprecherin Ulrike Siebenhaar sagte gegenüber inFranken.de, dass für die Sandkerwa 2017 keine Verschärfung der Auflagen geplant war. Die Anforderungen an Personal für Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte sollten die gleichen sein wie im vergangenen Jahr. Auch heuer wollte man sämtliche für das Verfahren nötigen Genehmigungsschritte mit Priorität behandeln. Kritik der Bamberger, die Stadt übertreibe es mit den Auflagen, weist man im Rathaus zurück.

Allerdings gibt man sich im Rathaus auch kämpferisch: Bereits am Donnerstagvormittag hatte OB Starke angekündigt, die Sandkerwa retten zu wollen. In der Mitteilung der Stadt heißt es entsprechend: " Die Stadt wird alles in ihren Kräften stehende tun, damit die beliebte Sandkerwa 2017 doch noch stattfinden kann."

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte am Donnerstag in Nürnberg, es seien von der Polizei keine zusätzlichen Anforderungen an die Sandkerwa gestellt worden. "Und es gibt auch hinsichtlich der Sicherheitslage in Bamberg keine besonderen Probleme aus Sicht der Polizei." Die bisherigen Besprechungen mit den Veranstaltern und der Polizei seien völlig problemlos verlaufen. "Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass im Bereich der Sicherheit Gründe für diese Absage vorliegen."


Treffen zwischen Verein und Stadt findet nicht statt

Am Donnerstagabend um 18.30 Uhr hätte es ein Gespräch zwischen Starke und dem Bürgerverein im Rathaus geben sollen. Dabei wollte das Stadtoberhaupt ausloten, welche Möglichkeiten es für die Verwaltung gibt, das Volksfest doch noch zu retten. Allerdings sagte der Bürgerverein das Treffen ab. Einen neuen Termin gibt es noch nicht. Warum die Verantwortlichen nicht ins Rathaus kommen wollten, ist unklar.

Bilder: Die Sandkerwa im Laufe der Zeit

In den vergangenen Jahren hatte die Stadt einen jährlichen Zuschuss von 25.000 Euro für die Veranstaltung gewährt. Außerdem übernahm sie die Miete für die Lautsprecheranlage, rund 30.000 Euro. Dies sollte auch heuer geschehen - allerdings unter der Voraussetzung, dass die GmbH Einblick in die Finanzen gibt. Dies sei bisher nicht geschehen.

Nicht das erste Mal, dass die Sandkerwa auf der Kippe steht

Bereits 2015 hatte es massive Probleme gegeben, die Sandkerwa durchzuführen. Nur durch die Vermittlung von Alt-OB Herbert Lauer (BA) gelang es damals, die durch Sicherheitsvorschriften deutlich aufwändiger gewordene Kirchweih doch noch auf die Beine zu stellen. Auch über eine Übernahme der Veranstaltung durch die Stadt war diskutiert worden.

"Diese Nachricht ist natürlich schlimm. Mein Nachfolger sollte alles dafür tun, die Kirchweih zu retten und mit den Veranstaltern zu reden", sagte Herbert Lauer.


Absage der Kirchweih: "Schlechter Witz oder wie?"

Standbetreiber wie Raimund Meister wurden von der Entscheidung, die ihnen am Mittwochabend von der Sandkerwa GmbH per Mail mitgeteilt wurde, völlig überrascht: "Das ist für uns ein trauriger Tag und ein trauriger Tag für Bamberg, weil das Aushängeschild nicht stattfindet. Ich kann aber die Sandkerwa GmbH verstehen, weil die Auflagen der Behörden immer höher wurden", sagte der Betreiber der Heringsbraterei und des Bierausschanks am Kranen in einer ersten Reaktion gegenüber inFranken.de.

Für den Schausteller würde der Wegfall der attraktiven Sandkerwa erneut "ordentliche finanzielle Einbußen" bedeuten. Ein weiterer herber Rückschlag, nachdem schon der Plärrer weggefallen sei.

Nach Bekanntwerden der Meldung dominierten auf der Facebookseite des Fränkischen Tags Reaktionen der Fassungslosigkeit. "Schlechter Witz oder wie?", posteten viele Volksfestfans ungläubig. Andere sehen darin einen herben Verlust für die Stadt: "Da kann Bamberg ja langsam einpacken." mit dpa

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