Ebrach
Etat

Ebrach muss heuer extrem sparen

Düstere Mienen im Gemeinderat: Die Sporthallen-Sanierung bindet die Mittel, obendrein bricht die Gewerbesteuer ein.
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Die Kosten für die Sanierung der Zweifachturnhalle schränken Ebrach finanziell ein. Foto: Walter Hanslok
Die Kosten für die Sanierung der Zweifachturnhalle schränken Ebrach finanziell ein. Foto: Walter Hanslok
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Heuer wird's ganz eng. Bis zur April-Sitzung sind die Marktgemeinderäte gefragt, den Haushaltsentwurf nach Einsparposten zu durchforsten. Kämmer Konrad Götz legte ihnen einen drastischen Sparkurs ans Herz. Bekanntlich bindet die Sanierung der Zweifach-Halle einen Großteil der Mittel. Diese Situation verschärft nun zusätzlich die Tatsache, dass in diesem Jahr annähernd ein Drittel der erwarteten Gewerbesteuer wegbricht. Da die Zuweisung von 113 000 Euro zum Vermögenshaushalt nicht einmal der Höhe der Tilgung (167 000 Euro) entspricht, muss der Haushalt auch erst noch von der Rechtsaufsicht genehmigt werden.

Ein düsteres Szenario, vor dem Kämmerer Götz in der von Erstem Bürgermeister Max-Dieter Schneider geleiteten Sitzung sein Zahlenwerk vorstellte. Seinem Entwurf zufolge wird der Etat ein Gesamtvolumen von 5 051 610 Euro aufweisen, wobei auf den Verwaltungshaushalt - laufende Einnahmen und Ausgaben - 3 396 751 Euro und auf den Vermögenshaushalt (investive Maßnahmen) 1 654 859 Euro entfallen.

Um die bereits angelaufenen Projekte weiter umsetzen zu können, kommt man auch um eine Kreditaufnahme nicht herum. Deren Höhe bezifferte Götz mit 271 000 Euro. Dadurch wird der Schuldenstand bis zum Ende diesen Jahres um 104 000 Euro auf 1 273 856 Euro steigen. Zum Vergleich: Ende 2015 betrug er noch 1 169 856 Euro. Einen herben Einschnitt, der Anpassungen und vor allem Einsparungen nötig macht, ist die Reduzierung der Gewerbesteuereinnahmen. Statt der erwarteten 330 000 Euro, fließen der Gemeindekasse nur noch 230 000 Euro zu.

Alles, was nicht dringlich ist, empfahl der Kämmerer zeitlich nach hinten zu verschieben. Heftig diskutiert wurde dabei allerdings der Vorschlag, die für den Unterhalt von Gemeindestraßen eingeplanten 120 000 Euro ins den Etat des Folgejahres zu verschieben. Die Straßen würden nicht besser, es sei sinnvoller nun zu investieren, damit später nicht weitaus größere und damit teurere Maßnahmen anstehen. Bürgermeister Schneider regte seinerseits an, die Dorferneuerung des Gemeindeteils Buch zu schieben.

Aufgrund der derzeitigen Planung sei trotz Fördermitteln von einer Deckungslücke von über 610 000 Euro auszugehen. "Es muss doch irgendwann mal losgehen", forderte die Bucher Gemeinderätin Michaela Oppel mit Nachdruck. Das hänge aber davon ab, was man mit den anderen Dorferneuerungsmaßnahmen in der Marktgemeinde mache, entgegnete Götz.

Nichts zu rütteln gibt es allerdings an den Kosten für die laufende Sanierung der Zweifachsporthalle an der Realschule. Zu den Gesamtkosten von über einer Million Euro gibt es zwar eine 50-prozentige Förderung. Doch damit muss Ebrach immer noch eine gewaltige Summe selbst stemmen. Ebenso wie im vergangenen Jahr sollen auch in diesem dafür 200 000 Euro aufgebracht werden. "Die Halle reißt uns beim Haushalt rein", kommentierte Marktgemeinderat Jürgen Ulrich.

Kämmerer Götz wies angesichts der angespannten Lage auf "die vielen freiwilligen Leistungen im Verwaltungshaushaöt, die wir uns gönnen" hin. "Die Frage ist, wie lange noch."

Am Ende der Aussprache gab Bürgermeister Schneider den weiteren Kurs vor: " Wir müssen uns Einsparungen überlegen und Investitionen schieben." Bis zur April-Sitzung haben die Gremiumsmitglieder Zeit, sich hierzu Gedanken zu machen.

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