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Digitales Gründerzentrum Bamberg: "Leuchtturmprojekt" am Eck

Als kombinierter Alt- und Neubau entsteht auf dem Konversionsgelände an der Einmündung Zollnerstraße/Berliner Ring das DGZ Bamberg.
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Die Klinkersteinfassade des Bestandsgebäudes soll erhalten bleiben, um den Werkstattcharakter des DGZ zu betonen. Der Neubauteil, der parallel zum Berliner Ring entsteht, soll dagegen eine metallische und teils durchbrochene Hülle erhalten.  Foto: Ronald Rinklef
Die Klinkersteinfassade des Bestandsgebäudes soll erhalten bleiben, um den Werkstattcharakter des DGZ zu betonen. Der Neubauteil, der parallel zum Berliner Ring entsteht, soll dagegen eine metallische und teils durchbrochene Hülle erhalten. Foto: Ronald Rinklef
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Nach der Stadt Bamberg hat auch der Kreistag einstimmig beschlossen, den Förderantrag aufgrund der Entwurfsplanung samt Kostenrechnung bei der Regierung von Oberfranken einzureichen und alle notwendigen Schritte zur Errichtung und zum Betrieb eines Digitalen Gründerzentrums (DGZ) vorzunehmen.

An einen Teil der ehemaligen Kasernengebäude entlang der Zollnerstraße wird sich ein moderner, dem Berliner Ring zugewandter, Anbau anschließen. Dieser Randbereich des Lagarde-Campus wird über eine neue Zufahrt in der Zollnerstraße erschlossen.

Steffen Nickel (Kreisverwaltung), Stefan Goller (Stadt Bamberg) Konrad Bastian (IGZ Bamberg) und Architekt Ulrich Manz teilten sich die Präsentation zu Sachstand, Kosten und Planentwürfen.


11,9 Millionen Euro

Schon im Kreisausschuss war thematisiert worden, dass aus der in der Kostenschätzung genannten Netto-Investitionssumme von 9,1 Millionen Euro (Stand März 2016) nun in der Kostenberechnung (Mai 2017) 11,9 Millionen Euro geworden sind.

Für die Stadt und den Landkreis Bamberg bedeutet dies ein Anwachsen des Eigenanteils von 2,15 auf 2,75 Millionen Euro. Diese Erhöhung des Gesellschafterzuschusses wurde vom Kreistag ebenso gebilligt, wie die Übernahme etwaiger Vorfinanzierungskosten der Baumaßnahme bis maximal 1,5 Millionen-Euro, für den Fall, dass Fördermittel nicht rechtzeitig vorliegen.

Mit der Erteilung des Förderbescheids für den Teilbereich Bau durch die Regierung von Oberfranken wird voraussichtlich Ende Juli gerechnet. Das entsprechende Programm sieht eine 75-Prozent Förderung für Investitionen und eine Förderquote von 50 Prozent für Netzwerkaktivitäten vor.

Dazu zählen alle Maßnahmen, die zu einer Vernetzung von etablierten Wirtschaftsunternehmen, den Universitäten und Startups beitragen sollen. Zwei Planstellen für Netzwerkmanagement wurden zum 15. Januar besetzt.


Coburg ist mit im Boot

Zu den nicht berücksichtigten Bewerbern um ein Digitales Gründerzentrum gehörte Coburg (den Zuschlag erhielten die Standorte Bamberg und Hof). Das Konzept und die Finanzpläne Coburgs bezüglich der Netzwerkaktivitäten wurden in den Bamberger Antrag integriert. Ein sogenannter Konsortialvertrag mit Coburg wird noch abgeschlossen.

50 Prozent der Netzwerkaktivitäten müssen aus nicht-staatlichen Mitteln finanziert werden. 31 Unternehmen aus Stadt und Landkreis Bamberg haben ihre Unterstützung zugesagt, 21 davon auch finanziell. "Dass wir auf so große Resonanz stoßen, zeigt, wie wichtig das Digitale Gründerzentrum für die Wirtschaft ist", merkte dazu Landrat Johann Kalb (CSU) an.

Auch die Vertreter der Fraktionen und Gruppierungen begrüßten das Vorhaben unisono, hatten jedoch die eine oder andere kritische Anmerkung. So fand es Bernd Fricke (Grüne) "nicht gut, wie das Verfahren gelaufen ist".
"In irgendeinem Ausschuss hätte man schon mal vorinformieren sollen, dass mit einer Kostensteigerung zu rechnen ist", meinte er. Es sei eine freiwillige Leistung des Landkreises. "Auch wenn wir viel Fördergeld bekommen - es bleibt Steuergeld."

Patricia Hanika (SPD) appellierte, auf gute Kostenkontrolle während der Bauzeit zu achten.


Moderne Gebäudetechnik

Thilo Wagner (FWG/ÜWG), gab zu bedenken, dass im DGZ gearbeitet werden solle und das Gebäude deshalb nicht unbedingt auf Außenwirkung ausgelegt sein müsse - vor allem, wenn eine Überarbeitung der Pläne in dieser Hinsicht dazu beitragen könnte, die Mehrkosten zu senken.

Stefan Goller erläuterte, dass die erste Kostenschätzung in einem sehr frühen Planungsstadium erstellt wurde. "Jetzt ist die Zahl aufgrund der Entwurfsplanung sachgerecht zustande gekommen." Nicht die Gestaltung sei das Teure, sondern die Gebäudetechnik. Was die Investitionen in diesem Bereich angehe, sei damit zu rechnen, dass diese sich in sieben bis acht Jahren amortisiert hätten.

Keine Zeit zu verlieren, riet Wolfgang Möhrlein (CSU). Das Digitale Gründerzentrum sei ein wichtiger Entwicklungspfeiler für die Wirtschaftsregion Bamberg (Coburg eingeschlossen). "Es ist ein Leuchtturmprojekt, und es sollte sich auch nach außen so darstellen."

Das digitale Gründerzentrum wird eine Gesamtnutzfläche von rund 2200 Quadratmetern haben. Davon sind rund 1000 Quadratmeter als vermietbar Büroflächen vorgesehen. Der Rest sind Tagungs- und Konferenzflächen, Foyer, Café sowie Räume für Verwaltung und Technik.

Dem Netzwerkgedanken soll auch in der Raumaufteilung Rechnung getragen werden. Deshalb wird die sonst übliche Bürozellen-Struktur so weit wie möglich aufgebrochen und durch "Coworking Spaces" und "Recreation Areas" ergänzt .
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