Bamberg
Brückenbau

Die erste "Nacht der Toleranz" in Bamberg

Künstler, Homosexuelle, Transen und eine Inklusionsband - sie kamen zusammen nach Bamberg. In einer so ganz anderen bunten Gala ging es zwar um Spaß, aber auch um eine Botschaft: Toleranz.
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Transvestiten-Diva Simon.Fotos: RiegerPress
Transvestiten-Diva Simon.Fotos: RiegerPress
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Während die Gala "Nacht der Toleranz" in anderen fränkischen Städten seit dem Jahre 2007 längst ein fester Bestandteil im Kulturkalender ist, gab es sie am Wochenende das erste Mal nun auch in Bamberg. Satte drei Stunden lang unterhielten unterschiedlichste Akteure im Hegelsaal ein gut gelauntes Premierenpublikum - darunter auch zahlreiche homosexuelle Paare.

Den Auftakt der gut besuchten Gala machte die Gastgeberin Mechthild Lavette. Mit Pelzmantel und reichlich Schmuck behangen erläuterte sie singend den Hintergrund der Varieté-Show und ermunterte alle, sich freizumachen, von alten Denkmustern und sich dem Spaß des Abends hinzugeben. Und diesen hatten die über 300 Besucher sichtlich.

So hatte Transvestiten-Diva Simon in unterschiedlichen Glitzerkleidern manch schlüpfrige Witze parat. Das Schauturn-Duo "Thomas & Artem" verrenkte und verbog sich in bester Kontorsions-Manier auf dem Küchentisch, Robert Choinka zeigte, dass er zu den ungewöhnlichsten "Pole Dancern" gehört und die sieben Jungs von "Separated" tanzten zu einem bunten Mix aus Breakdance, Popping und Hip Hop.

Der Bamberger Kabarettist und Chansonnier Arnd Rühlmann hingegen feierte offen und unverblümt sein 25-jähriges "Schwuliläum". Dabei erinnerte er sich mit Stolz an sein Coming-out Mitte der 80er Jahre und wie er dieses seinen Eltern "beichtete". Dazu habe er sämtliche Ratgeber und Literatur der "Schwulen-Szene" verschlungen. Er berichtete aber auch über die Prüderie jener Zeit, wo es außer Carsten Flöter aus der Lindenstraße keine Vorbilder gab und wo selbst Elton John noch behauptete seine Haare wären echt und er sei Heterosexuell.

Beitrag ging unter die Haut
Ein echtes Highlight, wenn nicht sogar der Höhepunkt des Abends, dürfte sicherlich die Band Mosaik aus "Mosaik" aus den Mainfränkischen Werkstätten Würzburg gewesen sein. Die Inklusivband aus behinderten und nichtbehinderten Menschen rockte derart mit Cover-Songs von Peter Maffay, den Toten Hosen, aber auch mit einer unter die Haut gehenden Eigenproduktion "Brücken Bauen" den Saal, dass am Ende das Publikum nicht nur eine Zugabe forderte, sondern mit Standing-Ovations seine Begeisterung zum Ausdruck brachte.
Alles in allem eine durchweg unterhaltsame, bunt gemischte Gala, die viel Beifall fand. Zudem kommt ein Teil des Erlöses auch dem Hilfsprojekt der Mediengruppe Oberfranken "Franken helfen Franken" zu Gute.
 


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