"Ist Ihnen bzw. der Stadt Bamberg die Sandkerwa noch etwas wert? Wird das Fest noch gewünscht?" Fragenw wie diese stellt der Vorstand des Bürgervereins (BV) Sand in seinem offenen Brief, den Erste Vorsitzende Gisela Bosch unterzeichnet und an Oberbürgermeister Andreas Starke adressiert hat. Es ist ein flammender Appell nach mehr städtischer Unterstützung für Bambergs größtes Fest und nach weniger Bürokratie. Der Charakter der Kirchweih zwischen Dom und Klein Venedig sei in Gefahr, wenn man künftig gezwungen sei, Stände nur noch an besonders zahlungskräftige Betreiber zu vergeben.

Bisher achtet die Sandkerwa Veranstaltungs Gesellschaft mbH des Bürgervereins laut Bosch darauf, dass sich die Teilnahme auch noch für kleine regionale Standbetreiber lohnt. Man sei stolz darauf, dass das Fest noch ohne auswärtige Großbrauereien stattfindet und viele individuelle Fieranten teils seit Jahrzehnten dabei sind. Wolle man diese Tradition nicht aufs Spiel setzen, könnten die Standgebühren nicht beliebig nach oben gesteigert und die Sicherheitsauflagen nicht unbegrenzt verschärft werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Sandkirchweih-Macher die wachsende Bürokratie beklagen. Der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass für sie jetzt zum Überlaufen bringt, ist, dass sie heuer erstmals Miete für den Innenhof von Schloss Gey erswörth zahlen sollen. "Wenn wir jetzt keinen Pflock 'reinhauen, dann kostet demnächst der Schulhof in der Fischerei Geld und das Plateau am Michelsberg auch", warnt Ulrike Heucken, Zweite Vorsitzende des BV Sand und Geschäftsführerin der Sandkerwa Veranstaltungs GmbH. Man könne nicht auf der einen Seite eine attraktive Kirchweih verlangen, und auf der anderen die Einnahmen schmälern, von denen die kulturellen Programmpunkte finanziert werden müssen.

OB Starke reagierte schnell und hat Vertreter des Bürgervereins Sand und dessen Sandkerwa Veranstaltungs Gesellschaft mbH für Donnerstag an einen Runden Tisch ins Rathaus eingeladen. Dort will er quasi die Kuh vom Eis bringen. Leicht dürfte das nicht werden. Er ist sowohl Schirmherr der Sandkirchweih als auch Chef jener Stellen und Behörden, die angeblich immer strengere Maßstäbe an das Sicherheitskonzept für die Sandkerwa legen und die Gebühren für ihre Dienstleistungen erhöhen.

Mehr lesen Sie im Fränkischen Tag.