Bamberg

"Die Menschen kennenlernen"

Am Sonntag wird Markus Kohmann in sein neues Amt als Dompfarrer und Regionaldekan eingeführt.
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Domdekan Hubert Schiepek überreichte Markus Kohmann (links) und Thomas Teuchgräber jeweils das Kapitelskreuz als Zeichen der Zugehörigkeit. Fotos: Hendrik Steffens/Pressestelle des Erzbistums
Domdekan Hubert Schiepek überreichte Markus Kohmann (links) und Thomas Teuchgräber jeweils das Kapitelskreuz als Zeichen der Zugehörigkeit. Fotos: Hendrik Steffens/Pressestelle des Erzbistums
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Priester gibt es etliche, Prälaten einige, aber nur einen Dompfarrer. So spitzte einmal der frühere Dompfarrer Prälat Josef Richter seine einzigartige Position im Erzbistum Bamberg zu. Dieses Alleinstellungsmerkmal gilt unverändert, wenn Markus Kohmann am kommenden Sonntag offiziell von Erzbischof Ludwig Schick in sein neues Amt als Dompfarrer eingeführt wird. Es gibt eben nur einen Dom, eine Bischofskirche und logischerweise auch nur eine Dompfarrei in der Erzdiözese.

Als sogenannte Mutterkirche, die obendrein von zahllosen Touristen und Gottesdienstbesuchern aus aller Welt geschätzt wird, genießt die Kathedrale Vorzüge etwa in der liturgischen Ausgestaltung oder Pastoral. Besonderheiten wie diese können eine Herausforderung sein. Markus Kohmann empfindet sie jedoch eher als eine "Aufforderung, diese zunächst vorbehaltlos wahrzunehmen und bei den unterschiedlichen Aufgaben so zu berücksichtigen, dass die Pfarrgemeinde als ein gutes Miteinander erlebt wird".


Das Zuhören verinnerlicht

Der gebürtige Kronacher hat nach seiner Priesterweihe 1995 seelsorgliche Erfahrungen in Giech, Lauf a.d. Pegnitz und Erlangen gesammelt. Seit 2001 wirkte er in der Priesterausbildung als Spiritual. Nicht zuletzt in diesen Jahren am Erzbischöflichen Priesterseminar hat Kohmann das Zuhören verinnerlicht, die behutsame Führung ihm anvertrauter Seelen. "Die persönliche Begegnung und das Gespräch sind mir sehr wichtig", sagt der neue Dompfarrer denn auch. Diese Akzentsetzung will er aber keinesfalls als ein "Regierungsprogramm" verstanden wissen: "Ich habe zu leiten, nicht zu regieren!" Programmatisch sei allenfalls das Bestreben, "zuerst einmal die Menschen und ihre Lebenszusammenhänge sowie die gewachsenen Strukturen der Dompfarrei kennenzulernen", erklärt Kohmann. Und ergänzt, dass sich daraus "in Verbindung mit dem Evangelium und den Anforderungen des Lebens im Vertrauen auf den Heiligen Geist ergeben wird, was zu tun ist".

Das Gesamtpaket all seiner Aufgaben dürfte schwergewichtig genug sein. Wie sein Vorgänger als Dompfarrer, Gerhard Förch, bekommt Markus Kohmann noch den Dienst als Regionaldekan für die Dekanate Bamberg, Burgebrach, Hallstadt-Scheßlitz und Hirschaid übertragen.

In dieser Funktion wird er voraussichtlich im "Zelt der Religionen" mitarbeiten und darüber hinaus als Vertreter der katholischen Kirche im öffentlichen Leben Bambergs eine Rolle spielen. Da bleibt wohl wenig Zeit für die ansonsten so gern gemachten Ausflüge, "um die Schönheiten des Bamberger Landes zu genießen", vermutet Kohmann.

Zumal ihn der Erzbischof zusätzlich auch in die unmittelbare Bistumsleitung berufen hat. Vor wenigen Tagen erfolgte im Rahmen eines Gottesdienstes im Dom Kohmanns Installation als Domkapitular. Auch der Kronacher Regionaldekan Thomas Teuchgräber gehört nun zum Metropolitankapitel. Als einer dessen Dignitäre überreichte Domdekan Hubert Schiepek den beiden Repräsentanten des Diözesanklerus das Kapitelskreuz als Zeichen der Zugehörigkeit. Mit einer energischen Handbewegung setzte er ihnen jeweils das pinkfarbene Birett auf den Kopf.
Dann führte Hubert Schiepek die neuen Domkapitulare zu ihren Plätzen im Chorgestühl - "ein Symbol dafür, wo unser Platz ist!", sagte der Domdekan.


Die wichtigsten Aufgaben

In seiner Predigt führte Erzbischof Schick die Beratung und Mitarbeit in der Leitung der Erzdiözese als wichtigste Aufgaben der Domkapitulare an. Dieser Dienst sei an den drei Grundfunktionen der Kirche ausgerichtet: die Verkündigung, die Liturgie und die Caritas. "Verkündet authentisch, lebt aus dem Wort Gottes, feiert würdig Liturgie und sorgt euch um den Nächsten, denn ohne Caritas nimmt die Kirche Schaden und wird einseitig", ermahnte der Erzbischof die neuen Domkapitulare.
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