Bamberg

Die Fantastischen Vier starten "Vier und Jetzt" in Bamberg

Die Fantastischen Vier haben in Bamberg das erste Konzert ihrer Best-of-Tour "Vier und Jetzt" gegeben.
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Thomas D beim Auftakt-Konzert der "Vier und Jetzt"-Tour der Fantastischen Vier in der Brose Arena in Bamberg. Foto: Matthias Hoch
Thomas D beim Auftakt-Konzert der "Vier und Jetzt"-Tour der Fantastischen Vier in der Brose Arena in Bamberg. Foto: Matthias Hoch
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Paare Mitte Vierzig tragen ihre halb schlafenden Kinder aus der Bamberger Brose Arena zum Auto. Andere sind kaum aus der Tür und rufen beim Babysitter an, ob zu Hause alles klar ist. Außer ein paar Köpfen mit Caps, die bei manchen noch cool, bei anderen eher peinlich wirken, deutet nichts auf Hip-Hop und auf Deutschlands dienstältesten Rap-Act hin. Doch genau das ist ein Grund dafür, warum es die Fantastischen Vier auch nach 27 Bühnenjahren noch schaffen, Deutschlands größte Hallen zu füllen. Sie sind mit ihren Fans erwachsen geworden und ihre Fans mit ihnen.


Fantastische "Familienband"

Sie haben sich, wie es Smudo im Interview mit dieser Zeitung kurz vor dem Konzert sagt, als "Familienband" etabliert. Natürlich unter anderem dank ihrer Präsenz in Fernsehen bei der Casting-Show "The Voice of Germany", bei der Smudo und Michi Beck auch das nächsten Mal gerne in der Jury sitzen wollen. "Wir sind aber noch in Verhandlungen, deswegen kann ich nichts konkret sagen", erklärt Smudo dazu.

Das Konzert am Dienstagabend vor über 6000 Menschen in der Brose Arena in Bamberg ist erst der Anfang ihrer neuen Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Als Startpunkt der "Vier und Jetzt"-Tour soll es extra eine kleinere Halle sein - im Gegensatz etwa zur Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart, die doppelt so viele Plätze hat und in der die vier Stuttgarter bis Heilig Abend ihre Heimatstadt an drei Tagen in Folge rocken.


Ein Schluck Weißwein

Doch warum machen die Schwaben ihren Tour-Auftakt nicht zuhause, sondern in Franken? "Wir brauchten eine Halle, in der wir unsere ganze Bühne aufbauen können, um unter Live-Bedingungen vor Publikum alles testen zu können, und das vielleicht mal in einer Gegend, in der wir sonst nicht so oft spielen", erklärt Smudo im Backstage-Bereich 20 Minuten vor der Show. Und Thomas D wirft schmeichelnd ein: "Und, wo die Leute bereit sind, abzugehen wie nichts. Da ist Bamberg natürlich prädestiniert", nur um das Kompliment im nächsten Atemzug breit grinsend einzuschränken: "Wo soll man denn hier auch sonst hingehen?"

Immerhin gibt er gleich zu, dass er sich die Stadt nicht anschauen konnte. Im Gegensatz zu Smudo, der bisschen spazieren war. "Ich bin vor allem ganz erstaunt von der tollen, großen und modernen Halle. Das ist man von Kleinstädten gar nicht gewohnt", sagt er vor der Show, kurz bevor er "nochmal kalt duschen und ein Glas Weißwein" trinken will. Einen fränkischen Riesling übrigens.


Fränkische Versuchskaninchen

Die Bamberger als Versuchskaninchen also. Ein Testlauf, der etwas schleppend in Gang kommt. Auch wenn die Fantastischen Vier nah an der Menge sind, souverän ihr Programm abspielen und die riesige, mit 14 Lkw-Ladungen angekarrte Lichtanlage die Netzhaut stark beansprucht. Gerade auf den Sitzplätzen der Nordtribüne sind die einzigen sichtbaren Bewegungen ein paar launige Schunkler von links nach rechts, begleitet von rhythmischem Klatschen.

Doch spätestens bei "Danke" platzt endlich der Knoten, und auf den Tribünen stehen und hüpfen die Leute, was auch Michi Beck kommentiert mit: "Ich glaube, es haben alle ein bisschen gebraucht, aber jetzt sind alle da."
Warum der Anfang schleppend verlaufen ist? Schwer zu sagen. Die Fantas haben alles gegeben, mit "Die da" und "Was geht" als Einstiegslieder die Vergangenheit zurückgeholt und die Leute auf dem Parkett gleich zu Beginn springen lassen.

Vielleicht aber ist - zumindest in Bamberg - der Grund nur, dass die Fantas im "Hier und Jetzt" unter anderem eine aus dem Fernsehen bekannte "Familienband" sind, die nicht nur Fans aus der Vergangenheit hat. Das lässt auch ein Gespräch beim Verlassen der Halle vermuten: "Mensch, war das ein toller Abend. Ich kannte die ja nur aus dem Fernsehen von "The Voice". Jetzt muss ich mir erst mal die ganzen Texte durchlesen."

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