Bamberg
Aufbau

Der Sandkerwa-Trubel beginnt

Am Donnerstag startet das größte Fest in Bamberg. Im Vorfeld der Kirchweih gibt es einiges zu tun. Hinter den Kulissen kann es dann schon mal Aufregung geben. Schließlich geht es auch um das Geschäft.
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Aufregung gibt es rund um die Sandkerwa immer wieder: Werner Bosch, Betreiber des Stands "Maßkrugschieb'n", stört beispielsweise, dass außerhalb des Sandkerwa-Gebietes ein Wirt eine Freischankfläche eröffnet. Dadurch würde zusätzliche Konkurrenz entstehen.  Foto: Sebastian Martin
Aufregung gibt es rund um die Sandkerwa immer wieder: Werner Bosch, Betreiber des Stands "Maßkrugschieb'n", stört beispielsweise, dass außerhalb des Sandkerwa-Gebietes ein Wirt eine Freischankfläche eröffnet. Dadurch würde zusätzliche Konkurrenz entstehen. Foto: Sebastian Martin
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Mit dem Bieranstich beginnt wieder die fünfte Jahreszeit in Bamberg. Tausende Besucher strömen dann in die Domstadt, um die Sandkerwa zu feiern. Es gibt Fahrgeschäfte, Musik, Essen und jede Menge Bier. Der Besucher findet ab Dommerstag alles bereit für das Fest. Die einzige Herausforderung besteht für ihn nur darin, durch das Gedränge zu kommen. Was alles im Hintergrund abläuft, davon bekommt der Gast oft gar nichts mit.

Elmar Gruß ist entspannt

Die Vorbereitungen laufen derzeit auf vollen Touren. Jede Menge Lkw drücken sich durch die Sandstraße. Die Buden werden aufgebaut. Manch einer ist da gestresst. Nur Elmar Groß, einer von drei Technikern bei der Sandkerwa, bleibt ganz entspannt. Alles wie immer, sagt er. Es ist seine zehnte Kerwa jetzt, zumindest glaubt er das. Genau weiß er es gar nicht. Dass überhaupt Strom und Wasser in den Buden auf der Sandkerwa fließt, dafür sind unter anderem er und seine zwei Kollegen zuständig. Bei der Kirchweih sind sie dauerbeschäftigt. Sollte irgendwo mal der Strom ausfallen, dann müssen sie ran. Aber: "Während der Kerwa ist es meist ruhig", sagt Elmar Gruß. Und: "Wenn mal kein Strom da ist, ist kein Strom da", so einfach ist das. Gruß bleibt cool. An anderen Ecken gibt es dafür Aufregung.

Budenbetreiber verärgert

Denn eine Herausforderung ist das gigantische Fest schon: 85 Stände gibt es laut Ulrike Heucken, Geschäftsführerin der Veranstaltungs GmbH, auf der Sandkerwa. Jeder einzelne Stand benötigt eine Genehmigung. Die Wirte, deren Gaststätten sowieso auf dem Sandkerwagebiet liegen, müssen nicht extra eine Konzession für die Kirchweih beantragen. Bei den Budenbe treibern ist das anders. Und das führt ab und an zu Konflikten.

Einer, der einen Stand betreibt, ist Werner Bosch. Er hat die Genehmigung für seinen Bierausschank während der Kirchweih. Boschs Stand "Maßkrugschieb'n" ist der letzte Stand auf der Unteren Brücke, der direkt am Rand des Kerwa-Gebiets liegt. Unmittelbar daran schließt die Lange Straße an. Eigentlich keine schlechte Lage.

Doch Bosch ist im Vorfeld der Sandkerwa verärgert. Verärgert, weil er mitbekommen hat, dass in unmittelbarer Nähe zu seinem Stand der Betreiber der Diskothek Mojow vor der Apotheke am Kranen an der Ecke Austraße/Lange Straße auch außen bewirten will. Das gab es bisher nicht. Deshalb regt sich Bosch auf: "Wir zahlen einen Haufen Standgebühren und machen uns einen Haufen Arbeit." Er sieht eine direkte Konkurrenz in der Freischankfläche in Sichtweite zu seinem Stand.

Die Fläche liegt nicht auf dem Gebiet der Sandkerwa. "Die machen uns den Umsatz streitig", findet Bosch. Auch Ulrike Heucken von der Veranstaltungs GmbH sieht ein grundsätzliches Problem: "Die profitieren und nehmen nicht an den Kosten teil."

Die Aufregung kam auch auf, weil seit kurzem Schilder an der Apotheke auf die Außenfläche hinweisen. Schnell war eine Verbindung mit der Sandkerwa hergestellt. Es wurde vermutet, dass der Club eine Ausnahmegenehmigung für die Sandkerwa hat. Doch die Aufregung dürfte sich etwas legen. Denn laut Angaben von Ulrike Siebenhaar, Sprecherin der Stadt Bamberg, hat das Mojow eine dauerhafte Genehmigung für einen Außenbetrieb bereits im vergangenen Jahr beantragt. Einen Zusammenhang mit der Sandkerwa gebe es nicht. "Wir hatten unser Hausfest bereits hier draußen, die Fläche werden wir bei schönem Wetter das ganze Jahr über betreiben", sagt auch Alexander Schimkus, Inhaber des Mojow. Natürlich werde man die Fläche auch während der Sandkerwa bewirtschaften.

Der Aufbau ist am stressigsten

So herrscht manchmal etwas Unruhe vor dem Fest. Auch Elmar Gruß, der Techniker der Sandkerwa gibt zu: "Eigentlich ist der Aufbau am stressigsten." An der Sandkerwa aber, ist es seiner Erfahrung nach ruhig.



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