Bamberg
Polizeischule

Der Raum Bamberg erhofft sich viel von der Polizeischule

Bamberg wollte die alte US-Kaserne zwar anders nutzen, sieht aber auch viele positive Effekte durch die neue Polizeischule.
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Als Hauptwache für das neue Ausbildungs- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei dient das Gate, das die US-Armee in der äußeren Zollnerstraße nützte. Foto: Barbara Herbst
Als Hauptwache für das neue Ausbildungs- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei dient das Gate, das die US-Armee in der äußeren Zollnerstraße nützte. Foto: Barbara Herbst
Von den 400 Millionen Euro, die Berlin bis 2020 in die neue Polizeischule in Bamberg investieren will, sind in der Startphase schon 35 Millionen Euro geflossen. Diesen Betrag nannte Lisa Häger vom Pressereferat des Bundesinnenministeriums auf Anfrage. Mit dem Geld seien die ehemaligen Warner Barracks soweit hergerichtet worden, dass das neue Aus- und Fortbildungszentrum morgen seine Arbeit aufnehmen kann.

Die Polizeischule wird sich nach dem Dafürhalten der Stadtverwaltung in vielerlei Hinsicht positiv auf Bamberg und die Region auswirken. Zum Beispiel auf die Einwohnerzahl. Wenn sie steigt, wächst auch das Einkommensteueraufkommen. Bamberg lockt Polizeischüler, die ihren Erstwohnsitz hier melden, mit 50 Euro in Form von City-Schexs.

Die noch deutlich wachsende Einrichtung wird neue Aufträge für Wirtschaft und Handwerk sowie für Versorgungs- und Energieunternehmen bringen. Auch Handel, Gastronomie und Dienstleister aller Art werden voraussichtlich spürbar profitieren.


Keine langen Leerstände

Wertvoll aus Sicht der Kommune ist die schnelle Nachnutzung bestehender Gebäude in den ehemaligen Warner Barracks. Das gilt auch für manche aus städtischer Warte weniger attraktive Liegenschaft.

Die Ansiedlung der Polizeischule gewährleiste zudem den Unterhalt des riesigen Geländes, heißt es in der Mitteilung aus der Rathaus-Pressestelle weiter. Wie groß die Fläche ist, die die Bundespolizei ab 1. September in Bamberg-Ost nutzen wird, macht ein Vergleich deutlich: Die 190 Hektar entsprechen etwa 266 Fußballfeldern.
Eine große Sorge los ist die Stadt durch die Übernahme der von der US-Army gebauten und betriebenen Sporthalle durch die Bundespolizei. Ihr Erwerb hätte die finanziellen Möglichkeiten der Stadt genau so gesprengt wie die sehr hohen Unterhaltskosten für die sogenannte Freedom Fitness Facility.

Andrea Grodel aus der Rathaus-Pressestelle stellt schließlich fest: "Das BuPolAFz ist für die Stadt Bamberg als Ausbildungsstandort ein Gewinn." Erwartet werden in den nächsten Jahren weitere umfangreiche Investitionen für Umbau, Ausbau und Instandhaltung bestehender Gebäude auf dem ehemaligen Kasernengelände. Abhängig von den strategischen Entscheidungen der Bundesministerien seien auch Neubauten nicht ausgeschlossen.


Gewinn für öffentliche Sicherheit

Nicht beziffern lässt sich ein Gewinn an öffentlicher Sicherheit, den die Präsenz der Bundespolizei laut Grodel ebenfalls mit sich bringen werde.

Schon in seiner Startphase sind vom AFZ Impulse für den örtlichen Arbeitsmarkt ausgegangen. Wie Matthias Klar von der Agentur für Arbeit auf Nachfrage berichtet, hat die Bundespolizei mit Hilfe der Agentur rund 100 Leute für unterschiedlichste Tätigkeiten im Umfeld der Polizeischule gesucht, "von der Küche über die Verwaltung bis zu Ärzten".

Die Pressestelle des Bundesinnenministeriums beziffert die Zahl der Beschäftigten, die ab morgen - neben 251 Lehrkräften - den Betrieb sicherstellen würden, auf etwa 220.

Zum Zug kamen bei den Stellenausschreibungen laut Klar auch einige ehemalige US-Zivilbeschäftigte, die seit der Schließung des amerikanischen Stanortes im September 2014 noch keine neue Festanstellung gefunden hatten. Sehr positiv aus seiner Sicht ist, dass die Bundespolizei generell an Arbeitnehmern interessiert sei, die 50 Jahre und älter sind.
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