Bamberg
Theater

Der Filmheld wird plötzlich real

Das Theater im Gärtnerviertel bringt erstmals am 22. Juni das Stück "The Purple Rose of Cairo" auf die Bühne. Spielort ist das Odeon-Kino.
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Cecilia (Heidi Lehnert) trifft ihren Schwarm, die Filmfigur Tom Baxter (Benjamin Bochmann, der auch Gil Shepherd spielt).  Foto: Siamak Parsa
Cecilia (Heidi Lehnert) trifft ihren Schwarm, die Filmfigur Tom Baxter (Benjamin Bochmann, der auch Gil Shepherd spielt). Foto: Siamak Parsa
Wer hätte nicht schon davon geträumt, dass der vergötterte Schauspieler, die Filmdiva durch die Kinoleinwand steigt und leibhaftig vor dem Zuschauer steht, die bebende Verehrerin in die Arme schließt?

Das kann man bald im Odeon-Kino erleben. Jou wergli, hätte der selige Herbert Hisel gesagt. Denn das Theater im Gärtnerviertel (TiG), die mittlerweile eingespielte freie Truppe, probt zurzeit noch für ein ambitioniertes Projekt. In "The Purple Rose of Cairo" von Woody Allen in der Bühnenfassung des Regisseurs Gil Mehmerts geschieht genau das Geschilderte: Cecilia (Heidi Lehnert), gestraft durch eine Ehe mit dem indolenten Monk (Martin Habermeyer), versucht ihre Frustrationen durch häufige Kinobesuche auszuhalten. Und eines Tags steigt tatsächlich Tom Baxter aus der Szenerie ihres Lieblingsfilms "The Purple Rose of Cairo".

Cecilia sieht alle ihre Träume erfüllt, aber was machen nun die Figuren im Film ohne ihren Star? Der Schauspieler Gil Shepherd, der den Tom Baxter (im Film) verkörpert hat, wird geschickt, die Figur wieder zurückzuholen. Cecilia steht zwischen zwei Männern. Wie wird sie sich entscheiden, und wird es ein Happy-End geben?

Das Odeon-Kino bietet sich als Spielort naturgemäß an. Die Kerntruppe des TiG hat sich verstärkt - darunter etliche bekannte Gesichter aus dem früheren Ensemble des E.T.A.-Hoffmann-Theaters - und, jawohl, einen Film gedreht, hoch professionell an Locations in Bamberg mit dem Kameramann Klaus Barnickel. Die realen Schauspieler agieren und kommunizieren also mit jenen auf der Leinwand.


Drinnen und draußen

Regie führt bei dem Spiel auf zwei Ebenen Nina Lorenz. Zwei Ebenen, zwei Spielorte. Denn die Zuschauer werden nach dem Beginn im Kino-Saal nach draußen gebeten. Auch dort ist eine Kinoleinwand aufgebaut, und die Liebesgeschichte setzt sich fort bis zum bitteren (?) Ende.

Die Kostüme stammen von Heidi Lehnert, die Musik von Jakob Fischer. Auf der Kinoleinwand sind auch wieder die alten Bekannten Aline Joers, Gerald Leiß und Elena Weber zu sehen. Auch wenn die Handlung zunächst kompliziert scheint, verspricht Hauptdarsteller Benjamin Bochmann "eine schöne Leichtigkeit".


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