Es ging ums Geld. Und sonst nichts. Das sagt Hans Dennert, Vorsitzender des FC Thüngfeld. Schade, sagt Herbert Schröder vom DJK-Diözesanverband Bamberg. In den vergangenen zwei Jahren hatten die beiden Männer häufiger Kontakt, und das mit dem Ergebnis, dass sie in Zukunft keinen Kontakt mehr haben.
Der Thüngfelder Sportverein hieß bis zum 31. Dezember 2011 DJK-FC, seit 1. Januar 2012 fällt das DJK weg. Wie Dennert erklärt, habe man in zwei außerordentlichen Mitgliederversammlungen den Austritt aus dem katholischen DJK-Sportverband beschlossen, weil man in einer weiteren Mitgliedschaft keinen Sinn gesehen habe.

1,50 Euro pro Mitglied kostete jährlich der DJK-Beitrag. Bei einem um die 420 Mitglieder pendelnden Verein wie Thüngfeld waren es 600 bis 700 Euro pro Jahr. "Die Kosten im Vereinsleben werden sowieso immer höher", meint Dennert, und deswegen habe man sich genannte Summe sparen wollen. Bildungs- und Fortbildungsangebote des Diözesanverbandes hätten die Thüngfelder sowieso nicht genutzt, und nur des Namens wegen wollte der Verein Hunderte von Euro nicht jedes Jahr ausgeben.

Dabei steht der FC laut Dennert finanziell gar nicht schlecht da. Zwar sei ein Darlehen zurückzuzahlen und man habe saisonal bedingt mit schwankenden Einnahmen zu kämpfen, aber insgesamt "geht es ganz gut".
Ein schmuckes, neues Sportheim steht am Rande des Thüngfelder Fußballplatzes neben der A 3, aber auf dem Dach prangen nicht umsonst in schwarzen Ziegeln die Buchstaben DJK. Nach dem Beitritt des FC zum Verband 1997 zahlte die kirchliche Organisation Zuschüsse zum Sportheimbau. "Wir hatten uns aber mehr erhofft", sagt Dennert, der irgendwann die Rechnung Zuschüsse gegen Mitgliedsbeiträge aufstellte und dann konstatierte, dass ein Austritt aus dem DJK-Verband sinnvoll sei, um die finanzielle Situation des Vereins zu bereinigen.
Dass es ein Kraftakt werden würde, war dem gesamten Vorstand bewusst, denn laut Satzung sind bei einem Austritt aus dem DJK-Verband alle Zuschüsse zurückzuzahlen. "Das war aber die einzige Möglichkeit, die Mitgliedschaft zu beenden", weiß Dennert, der sich freut, dass der Verein die Rückzahlung aus eigener Kasse schultern kann.

Als man vor längerer Zeit über einen Austritt nachgedacht habe, hätte man ein Zwischendarlehen aufnehmen müssen, was jetzt nicht mehr der Fall sei. Das aber auch nur deswegen, weil der Verband nach Verhandlungen dem Verein soweit entgegengekommen sei, dass nur ein Drittel der Zuschüsse zurückgezahlt werden muss. "Ich finde es trotzdem sehr schade", bedauert DJK-Bildungsreferent Herbert Schröder den Vorgang. Nicht des Diözesanverbandes wegen, der es - abgesehen vom FV Elsendorf im Jahr 2009 und jetzt Thüngfeld- nicht mit Austritten zu tun und in knapp 50 Vereinen immer noch gut 19 000 Mitglieder habe, sondern wegen des Thüngfelder Vereinslebens. "Sie haben einen geistlichen Beirat und auf jeden Fall eine Beziehung zur Kirche", sagt Schröder. Wenn jetzt alleine das Geld den Ausschlag gebe, dann sei das zwar verständlich, aber traurig.