Bamberg
Bauunterhalt

Der Bamberger Dom bekommt eine Brücke

18 Meter lang und 4,1 Tonnen schwer ist die Konstruktion, die am Freitag hoch oben zwischen den Osttürmen angebracht wird.
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Die Vorbereitungen sind abgeschlossen: Im Lauf des Freitags soll zwischen den Osttürmen des Bamberger Doms eine Brückenkonstruktion eingehängt werden. Foto: Ronald Rinklef
Die Vorbereitungen sind abgeschlossen: Im Lauf des Freitags soll zwischen den Osttürmen des Bamberger Doms eine Brückenkonstruktion eingehängt werden. Foto: Ronald Rinklef
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An eingerüstete Kirchen sind die Bamberger inzwischen gewöhnt. Eine Konstruktion, wie sie am Freitag am Dom angebracht werden soll, hat man in Bamberg aber noch nicht gesehen: Die Osttürme werden in über 43 Meter Höhe über eine Gerüstbrücke miteinander verbunden: Sie ist etwa 18 Meter lang und mehr als vier Tonnen schwer.

Die Brücke wird voraussichtlich die nächsten fünf oder sechs Jahre gebraucht. Ihr kommt eine Schlüsselrolle beim turnusmäßigen Bauunterhalt der Dombauhütte am Südostturm zu. Der war zuletzt in den 1950er Jahren an der Reihe und eingerüstet.


Großer Nutzungsdruck

Damals besuchten zwar mehr Menschen die Gottesdienste im Dom, aber es gab nicht den Nutzungsdruck, den der Welterbe-Tourismus inzwischen beinahe rund ums Jahr und Tag für Tag mit sich bringt. Um zu vermeiden, dass die Adamspforte durch ein auf dem Boden stehendes Gerüst auf Jahre hinaus unzugänglich ist, suchten das Staatliche Bauamt und die Dombauhütte nach einem anderen Weg.

So entstand die Idee, für die Arbeiten am Südostturm den Lastenaufzug zu nutzen, der schon am Nordostturm steht. Das erläuterten der Leiter des Staatlichen Bauamts, Jürgen König, und der Leiter des Dombauhütte, Ulrich Först, bei einem Ortstermin mit der Lokalredaktion. Domkapitular Norbert Jung, Leiter der Hauptabteilung Kunst und Kultur im Erzbistum Bamberg, begrüßt die Lösung: "Uns war vor allem wichtig, dass der Besucherverkehr nicht unnötig behindert wird."

Auch aus diesem Grund wird die Gerüstbrücke erst im Spätherbst angebracht: Jetzt sind nicht viele Touristen unterwegs, die durch die Vorarbeiten rund um den Domkranz und die Absperrungen für den Autokran behindert würden, mit dessen Hilfe die Konstruktion heute in die Höhe gehievt werden soll.

Den Winter über werden an der neuen Dom-Baustelle erste arbeitsvorbereitende Maßnahmen stattfinden. Mehr erlauben die niedrigen Temperaturen nicht. Spätestens im Frühjahr soll droben dann ein ähnliches Gerüst gebaut werden, wie man es schon vom Nordostturm kennt. Es bildet die Basis für die Steinmetze, die jede Fuge, jeden Stein, jedes Stück Eisen unter die Lupe nehmen werden. Laut König und Först müssen die Arbeiten akribisch und möglichst vorausschauend erfolgen: "Weil wir die nächsten 50 Jahre nicht mehr hinkommen."


200.000 Euro im Jahr

Das Budget der Dombauhütte für den Bauunterhalt an der Bischofskirche beziffert Först auf 200 000 Euro im Jahr. Mit mehr Geld könnte man nach seinen Worten die Baustellen am Dom zwar schneller erledigen. Das würde aber die personellen Möglichkeiten der Dombauhütte überschreiten und sei auch aus fachlicher Sicht nicht unbedingt sinnvoll und erstrebenswert.

König sieht in der gängigen Praxis den Vorteil, dass das Staatliche Bauamt für Maßnahmen am Dom keine Fremdfirmen beauftragen muss.

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