Mit großer Geschlossenheit geht der CSU-Kreisverband Bamberg-Land in die Wahlen für Landtag und Bezirkstag 2013.

Das zeigte die Kreisdelegiertenversammlung bei der Nominierung der Direktkandidaten für den Urnengang im September nächsten Jahres. Beide Inhaber dieser Positionen - MdL Heinrich Rudrof und Landrat und Bezirkstagspräsident Günther Denzler - stellten sich noch einmal zur Verfügung.

Die Basis war mit der Arbeit ihrer langjährigen Mandatsträger offenbar sehr zufrieden, beide wurden ohne Aussprache für eine weitere Amtszeit von jeweils fünf Jahren nominiert. Interessant war da eigentlich nur noch, wie hoch der Stimmenanteil für Denzler und Rudrof sein würde. Beide blieben ohne Mitbewerber, so dass bei 100 stimmberechtigten Delegierten hohe Prozentraten zu erwarten waren.

Fast einstimmiges Ergebnis für Rudrof

Unter der Wahlleitung des stellvertretenden Kreisvorsitzenden Hans Kalb aus Buttenheim war Heinrich Rudrof dabei etwas erfolgreicher: Er konnte als Direktkandidat für den Landtag 95 Parteifreunde hinter sich vereinigen. Eine Stimme war ungültig. Das waren stolze 96,9 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen. Rudrof gehört dem Landtag seit 1997 an.

Günther Denzlers erneute Direktbewerbung für den oberfränkischen Bezirkstag unterstützten 84 Delegierte (88,4 Prozent). Von 99 abgegebenen Stimmzetteln waren vier ungültig. Neun Delegierte stimmten mit Nein, bei Rudrof waren es zuvor drei gewesen. In beiden Wahlgängen wurde auf den Stimmzetteln jeweils nur ein weiterer Name genannt: der von Georg Pfister. Ein Parteifreund wollte den Bauunternehmer aus Breitengüßbach im Landtag sehen, zwei wünschten ihn in den Bezirkstag.

Sowohl MdL Heinrich Rudrof wie auch Günther Denzler hatten zuvor ausführliche Berichte ihrer Tätigkeit abgegeben. Rudrof betonte die Wahlen im Jahr 2013 als Gemeinschaftsaufgabe. "Der Ausgang liegt an uns allen, Vertrauen ernten wir auf Dauer nur durch harte Arbeit vor Ort im Dienst der Bürger", rief er seinen Mitstreitern zu.

Politik für die Menschen im ländlichen Raum

Seine Tätigkeit im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtages und im Fraktionsvorstand seiner Partei sei gewiss kein Nachteil. Sein Versprechen, mit aller Kraft für den ländlichen Raum zu arbeiten, sieht der Scheßlitzer Familienvater erfüllt. "Wir haben geliefert", betonte er auch für seine Fraktionskollegen. Viel Geld sei dabei auch in das Bamberger Land geflossen, für Kindergärten, Schulen, Straßenbau, die Landwirtschaft und andere Projekte. "Ohne die CSU wäre vieles anders", so der Abgeordnete.

Nachbesserungsbedarf sieht Rudrof noch im neuen Entwurf des Landesentwicklungsprogramms, dem "Masterplan für Bayern", wie er meinte. Hier müsse der Landkreis Bamberg zu einer eigenständigeren Gebietskörperschaft entwickelt werden.

Der Präsident des Bezirkstages von Oberfranken, Günther Denzler aus Litzendorf, stellte die Aufgaben dieses Gremiums vor. Der "Bezirkstag, das unbekannte Wesen", entscheide pro Jahr über etwa 330 Millionen Euro, mehr als 290 davon flössen in die Hilfe zur Pflege und die Behindertenhilfe. Weitere Aufgabengebiete seien Kultur und Brauchtum sowie Landwirtschaft und Fischerei.

Ziel bleibe es, die Ausgaben weiter im Rahmen zu halten, die Bezirksumlage sei derzeit die zweitniedrigste unter den bayerischen Regierungsbezirken. Ein Ziel sei die Schaffung einer Servicestelle des Bezirks in Bamberg für die Region Bamberg-Forchheim, die etwa ein Drittel der Einwohnerschaft Oberfrankens stelle.

CSU-Kreisvorsitzender Thomas Silberhorn hatte zu Beginn der Veranstaltung darauf hingewiesen, dass die Kreisvorstandschaft zwar mit klaren Vorstellungen in die Abstimmungen gehe. Die Delegierten könnten aber auch "alles ganz anders machen. Bei uns ist nichts ausgemauschelt". Man sei aufgefordert, gemeinsam über Alternativen nachzudenken. Bei der Qualität der Mandatsträger sei das aber "nicht unbedingt ein Muss".