Die Schulbank zu drücken ist für viele Jungen und Mädchen eher unerfreulich. Noch deutlich unerfreulicher wäre der Schulbesuch allerdings bei Raumtemperaturen von ungefähr 14 Grad. Auf Grund eines Defekts der Heizanlage fiel am Freitag an der Staatlichen Realschule Scheßlitz und an der benachbarten Giechburgschule der Unterricht aus.

Für den Donnerstagnachmittag war eine Reparaturarbeit an der stark belasteten Gasheizung geplant, um präventiv ein Gebläse zu erneuern. "Die Schule ist ein altes Gebäude, dadurch sinkt die Temperatur extrem schnell", nennt Ralf Motel, der Direktor der Realschule, den Grund für den permanenten Volllastbetrieb der Heizanlage.
Während der Reparaturarbeiten wurden allerdings weitere schwerwiegende Probleme festgestellt, die die Nachbestellung wichtiger Bauteile erforderten. Dadurch konnte die Anlage für einige Stunden nicht betrieben werden. So herrschten am späten Nachmittag in einigen Klassenräumen Temperaturen von elf Grad. Lange gab es keine Gewissheit ob die Heizung am nächsten Morgen funktionsfähig sein würde.

Die Entscheidung, den Unterricht ausfallen zu lassen, trafen die beiden Schulleiter zusammen mit Wolfgang Schön vom Landratsamt Bamberg im Sinne der "Gesundheit der Kinder und Lehrer", wie Klemens Albert, Schulleiter der Giechburgschule, berichtet. Das Risiko, hunderte Schüler am nächsten Morgen in kalten Klassenzimmern unterrichten zu müssen, war zu groß. Dass die Schulaufgaben für die Zwischenzeugnisse bereits geschrieben sind, erleichterte die Entscheidung.

Kommunikation funktioniert


Als deutlich unproblematischer als gedacht erwies es sich, die Schüler der jeweiligen Schulen über den Unterrichtsausfall zu informieren. Neben einer Pressemeldung des Landratsamts, das für die Schülerbeförderung und die Öffentlichkeitsarbeit der Schulen zuständig ist, setzten an der Giechburgschule die Klassenlehrer ihre Schüler telefonisch über den Ausfall in Kenntnis und die Nachricht verbreitete sich "wie ein Lauffeuer", so Albert.
Auch Realschulleiter Ralf Motels schlimmste Befürchtungen bewahrheiteten sich nicht. Er hatte sich auf die Betreuung einiger "Fahrschüler", also Schüler aus dem Landkreis, die per Bus zur Schule gebracht werden, eingestellt. "Die Kommunikation hat sehr gut funktioniert", erzählt er zufrieden, denn Freitagmorgen erschien exakt ein Schüler an der Realschule trotzdem zum Unterricht, an der Giechburgschule waren es deren zwei. Offenbar hatte hier das Internet bei der Verbreitung der Neuigkeit einen entscheidenden Beitrag geleistet. "Das ist ein postiver Aspekt der neuen Medien", so Wolfgang Schön vom Landratsamt.

Beide Schulleiter bemühten sich, dass ihre trotzdem erschienenen Schüler auf sicherem Weg wieder nach Hause gelangten. "Es ist uns ganz wichtig, dass für die Kinder gesorgt ist", sagt Klemens Albert. Die Lehrkräfte waren an beiden Schulen anwesend und kümmerten sich beispielsweise um die anstehende Zeugnisvergabe. "Langeweile haben wir nicht", erzählt Albert und freut sich, durch den unterrichtsfreien Tag einige Gespräche mit seinen Lehrkräften führen zu können, "zu denen man sonst nicht kommt."

Unterricht am Montag findet statt


Donnerstagabend gegen 21 Uhr war die Heizung wieder in Betrieb, sodass am Freitagmorgen zumindest in den Verwaltungsräumen schon angenehme Temperaturen herrschten. Am Montag wird in den ganzen Schulgebäuden wieder der Unterricht möglich sein und planmäßig stattfinden.