Bamberg
Wirtschaftsbeirat

Debatte um Trunk trifft nun auch Bambergs CSU-Fraktionschef Müller

Die Debatte um die Besetzung des Wirtschaftsbeirats in Bamberg sorgt in der Bamberger CSU für Unruhe. CSU-Fraktionschef Helmut Müller sieht sich mit einer Rücktrittsforderung konfrontiert.
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Helmut Müller (CSU), hier im Gespräch mit Klaus Stieringer (l.), muss sich mit Vorwürfen aus den eigenen Reihen herumschlagen. Foto: Ronald RInklef
Helmut Müller (CSU), hier im Gespräch mit Klaus Stieringer (l.), muss sich mit Vorwürfen aus den eigenen Reihen herumschlagen. Foto: Ronald RInklef
Wenige Wochen nach einer Rücktrittsforderung gegen Klaus Stieringer aus Juso-Kreisen muss sich nun auch der Chef der Bamberger CSU-Fraktion, Helmut Müller, mit Vorwürfen aus den eigenen Reihen herumschlagen. Müller bestätigte auf Nachfrage, dass ihm seine Äußerung zu den gesunkenen Aussichten des IHK-Präsidenten Heribert Trunk, Vorsitzender eines neuen Wirtschaftsbeirats zu werden, eine Rücktrittsforderung von einem Fraktionskollegen eingebracht haben. Kern der Vorwürfe ist offenbar, dass Müller mangelnde Unterstützung Trunks vorgeworfen wird.

Müller hatte im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt, dass Trunk ein Eigentor geschossen habe und seine Aussichten auf den Chefposten im Wirtschaftsbeirat nach den Äußerungen von Ministerpräsident Horst Seehofer in der Staatskanzlei gegen null gesunken seien. Die Bamberger Stadträte hätten überrascht festgestellt, dass Trunk die Hofer Bewerbung unterstütze und nicht die Bamberger. Müller betont allerdings auch, dass sich seine Aussage vor allem darauf bezogen hat, dass nun die politische Mehrheit für eine Wahl von Heribert Trunk nicht mehr gegeben sei. Eine Koalition aus CSU und Freien Wähler genüge nicht, um den Unternehmer in das Amt zu hieven - ohne den Bürger-Block. Doch der hat mittlerweile öffentlich seine Unterstützung für Trunk aufgekündigt - wegen der Ereignisse in der Staatskanzlei.

Müller nimmt die Rücktrittsforderung nicht allzu ernst. "Das ist nur eine Einzelstimme", sagt er und will nun in der Fraktionssitzung am Montag beraten, wie man mit den neuen Erkenntnissen umgeht.

IHK-Präsident Heribert Trunk hat unterdessen darauf hingewiesen, dass die Hofer Bewerbung für das digitale Gründerzentrum bereits im Mai erarbeitet wurde und dem Ministerpräsidenten in Steinbach am Wald überreicht worden sei. Bisher gebe es aus Oberfranken nur ein Konzept, das aus Hof stamme und von der IHK unterstützt werde. In Bamberg müsse das Konzept noch erarbeitet werden.

Hintergrund der Debatte um Trunk und das Gründerzentrum ist auch ein Streit um den richtigen Weg der Wirtschaftsförderung in Bamberg. Trunk formulierte in mehreren Briefen an die Stadt, dass er dem digitalen Gründerzentrum eine eher untergeordnete Bedeutung beimisst - vor allem, was die Fördermittel angeht. Während das digitale Gründerzentrum, das nun in der Lagardekaserne angesiedelt werden soll, mit zehn bis zwölf Millionen Euro vom Freistaat unterstützt wird, gehe es bei dem Projekt des Technologietransferzentrums um einen dreistelligen Millionenbetrag.

Über die Nachrichten dieser Woche freut sich Trunk gleichwohl. Oberfranken habe mit der Zusage des Ministerpräsidenten doppelt gewonnen. Wie berichtet, hat Oberfranken als einziger Regierungsbezirk gute Aussichten, zwei digitale Gründerzentren zu erhalten - in Bamberg und in Hof.
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