Bamberg
Kunst

Das Hirn des Gesamtwerks liegt im Keller

Ein bunter Querschnitt durch das Lebenswerk des Bambergers Fridolin Kleuderlein ist noch bis zum kommenden Sonntag im Kesselhaus zu sehen.
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Die Kunstwerke von Fridolin Kleuderlein sind im Bamberger Kesselhaus noch bis zum Sonntag ausgestellt.
Die Kunstwerke von Fridolin Kleuderlein sind im Bamberger Kesselhaus noch bis zum Sonntag ausgestellt.
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Über 100 Besucher haben sich schon die umfangreiche Werksammlung Fridolin Kleuderleins mit dem Titel "ÜBER.......BLICKEN" angesehen, die aus den Jahren von 1973 bis 2012 stammt. Sie gewährt Einblicke in die vielseitigen Fähigkeiten von Fridolin Kleuderlein - so sind Aquarelle, Acrylbilder, Bleistiftzeichnungen und Ölgemälde ausgestellt. Auch die Motivwahl ist umfangreich: Da wäre zum einen die Russische Frau, ein Acrylgemälde von 1976 - mit einem großen Rückenakt erinnert das Bild an altertümliche Rubensgemälde. Im krassen Kontrast dazu stehen hingegen die zahlreichen Bleistiftzeichnungen: Hier sind Straßenzüge, Felsen, ein Krankenbett, Bäume und Gärten zu sehen; hier kann es auch passieren, dass der gemeine Betrachter stutzig wird: so sind einige der Bleistiftzeichnungen an einer Stelle durchbohrt.
Was es damit auf sich hat, erklärt die Aufseherin Ursula Sowa: "Das ist die Zerstörung des Schönen" und ist auf Kleu derleins Künstlergruppe Infug (Institut für Untersuchungen von Grenzzuständen ästhe tischer Systeme) zurückzuführen.

Kollegen Sowa und Kümmelmann


Von Anfang an hat sich Kleuderlein gemeinsam mit seinen Kollegen Hubert Sowa und Bernhard Kümmelmann Gedanken über die Kunst gemacht: "Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht zu hinterfragen, was hinter der Malerei steht - sie haben also immer wieder ihre eigenen Arbeiten in Frage gestellt."

Geht man durch die beeindruckende Ausstellung im Kesselhaus des Alten Krankenhauses (Untere Sandstraße 42), so fällt von oben der Blick in den Keller - "das Hirn des Gesamtwerks", wie Ursula Sowa erklärt. Hier sind umfangreiche Schriften der Künstlergruppe Infug zu betrachten, wobei es sich zumeist um Regieanweisungen für Performance-Aufführungen handle. Bei den Performances der Gruppe sind dann auch Bilder wie das großformatige Acryl-Bild "Gipfel" entstanden, das aus der Serie "Tal, Hang, Gipfel" entstammt. Hier haben Bernhard Kümmelmann und Hubert Sowa nach einer Konzeption von Kleuderlein gemalt. "Schrill aber reflektiert" sei es immer zugegangen, erinnert sich Ursula Sowa, die selbst einigen der Perfomances beigewohnt hat, die Gruppe hätte stets einen philosophischen Hintergrund bei ihrer Arbeit gehabt. Die neueste Arbeit Kleuderleins ist das Bild "Sibylle im Kimono", das in den Jahren 2011 und 2012 entstand. Das Acrylbild zeigt, wie der Name schon verrät, eine Frau in einem schwarzen Kimono mit bunter Bemusterung und zieht den Betrachter mit schlichter Ästhetik in seinen Bann.
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