Frensdorf
Lebenshilfe

"Das Heim kommt zur Heimat"

Das in Frensdorf entstehende Wohnheim für Menschen mit Behinderung hat nach Ansicht des Architekten Modellcharakter.
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Südansicht nach dem Plan von Architekten Markus Hirt. Der neue Anbau (links) ist deutlich zu erkennen. Grafik: Hirt
Südansicht nach dem Plan von Architekten Markus Hirt. Der neue Anbau (links) ist deutlich zu erkennen. Grafik: Hirt
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2629 Kinder erblickten hier einst das Licht der Welt. Jetzt wird das ehemalige Entbindungsheim Sankt Marien in Frensdorf zu einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung umgebaut und durch einen neuen Trakt auf etwa doppelte Größe erweitert. 24 Menschen mit Behinderung sollen hier ein richtiges Zuhause finden. Eine "Wohnheimat", wie Lebenshilfe-Geschäftsführer Günther Hofmann und Vorsitzender Klaus Gallenz betonen. Denn die Lebenshilfe stelle sich dem Anspruch, "vom Heim zur Heimat zu kommen".

Daher wird das vom Bamberger Architekten Markus Hirt geplante Haus auch Modellcharakter haben. Etwas, was es an den vier bestehenden Standorten der Lebenshilfe bislang noch nicht gibt. In Frensdorf entstehen auf insgesamt 216 Quadratmetern Räume, die auch für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen werden.
Sie sollen durch die örtliche Gemeinschaft beispielsweise als Probenraum für diverse musikalische Aktivitäten, als Jugendtreff oder für Veranstaltungen genutzt werden. Laut Konzept und Philosophie der Lebenshilfe ist das Ziel eine Vernetzung zwischen den unterschiedlichen Gruppen der Gemeinde und den Bewohnern der Wohn-Heimat, die in der Gemeinde ihre eigene Bürgeridentität wahrnehmen sollen.

Es werde ein offenes Haus sein, eines, in dem die Menschen wohnen, miteinander leben und zusammenkommen können, sagt Klaus Gallenz. Menschen, die nicht selbständig wohnen können, sollen in das Haus Sankt Marien einziehen. "Uns ist es wichtig, dass wir in den Orten mit offenen Armen empfangen werden", sagt Gallenz. In Frensdorf sei das so gewesen. Es habe von Anfang an "alles gepasst". Frensdorfs Bürgermeister Jakobus Kötzner (AWL) habe das Projekt von Beginn an unterstützt.

Dass in Frensdorf die notwendige Infrastruktur - vom Arzt über die Apotheke bis zu Einkaufsmöglichkeiten - vorhanden ist, sei ein weiterer wichtiger Punkt bei der Standortwahl gewesen. "Hier sitzen wir nicht am Rande, sondern zentral in der Ortschaft."

Bürgermeister Kötzner darf sich freuen: Schon im Herbst soll das Haus bezogen werden. Dann wächst die Gemeinde nicht nur mit einem Schlag um zwei Dutzend neue Bürger. Durch die Pflege und Betreuung werden auch etliche neue Arbeitsplätze geschaffen. Das Haus werde von Anfang an voll belegt sein, weiß Geschäftsführer Hofmann bereits jetzt. Denn ein Teil der Bewohner des Standorts Memmelsdorf werden nach Frensdorf umsiedeln.

Moderner Anbau

Wie Architekt Hirt erläutert, umfasst das gesamte Areal, das die Lebenshilfe erwerben konnte, rund 5000 Quadratmeter. Der Altbau aus den 50er-Jahren sei komplett entkernt und durch einen modernen Anbau in etwa gleicher Größe erweitert worden. Insbesondere auf der nach Süden gelegenen Gartenseite entstehen große Freibereiche, die laut Hirt "zu Integrationsfesten geradezu einladen".
Die Wohneinheiten sind zu je zwölf auf Erdgeschoss und Obergeschoss verteilt. Jeweils zwei Wohneinheiten teilen sich ein Bad und die Vorräume. Es gebe einen zentralen Punkt, von dem aus sich die Wohnräume erschließen.

Die Kosten für das Gesamtprojekt liegen bei vier Millionen Euro. Nach Abzug aller bewilligten und in Aussicht gestellten Zuschüsse verbleibe der Lebenshilfe Bamberg ein Eigenanteil von rund 800 000 Euro.
Der Bürgermeister ist glücklich darüber, dass das Haus wieder einer sinnvollen Nutzung zugeführt wird: "Das wird ein sehr schönes Haus für Menschen in allen Lebenssituationen."
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