Gundelsheim
Umweltschutz

Das E-Mobil kostenlos aufladen: in Gundelsheim

Im Oktober wird vor dem Gundelsheimer Rathaus eine Ladestation mit zwei Ladepunkten für Elektroautos errichtet. Die Gemeinde spendiert den Strom und will so für die umweltfreundliche Fortbewegungsart werben.
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Ein Symbolbild: Erster Bürgermeister Jonas Merzbacher (rechts) mit Ladekabel und E-Fahrzeug an der Stelle, wo künftig eine Ladesäule für Elektromobile stehen wird. Das freut insbesondere Zweiten Bürgermeister Robert Martin, Klimaschutzbeauftragter des Landkreises. Foto: Kathrin Krug
Ein Symbolbild: Erster Bürgermeister Jonas Merzbacher (rechts) mit Ladekabel und E-Fahrzeug an der Stelle, wo künftig eine Ladesäule für Elektromobile stehen wird. Das freut insbesondere Zweiten Bürgermeister Robert Martin, Klimaschutzbeauftragter des Landkreises. Foto: Kathrin Krug
Freies Auftanken für alle: Ab Oktober wird vor dem Rathaus eine Stromladesäule mit zwei Ladepunkten und zwei Parkplätzen stehen. Wer mag, kann sein Elektroauto hier auftanken - auf Kosten der Gemeinde. Das ist Gundelsheim die Sache wert, sind sich Erster Bürgermeister Jonas Merzbacher (SPD) und sein Stellvertreter Robert Martin (BG) einig, zumal auch der Gemeinderat voll hinter der Elektro-Auto-Offensive steht.

"Sonntagsreden reichen nicht!" Energisch greift Jonas Merzbacher fürs Pressefoto zum Elektrokabel und verbindet es mit dem Renault. Der ist auf dem Rückweg zum Autohaus, nachdem er eine zweiwöchige Probefahrt hinter sich hat. Der gemeindliche Bauhof hat ausprobiert, wie sich so ein Fahrzeug für die täglichen Arbeiten eignet. Und ist überzeugt, freuen sich Merzbacher und Martin.

Die Förderung der Elektromobilität ist ein erklärtes Ziel, das im Rahmen des Städtebaus im Programm "Leben findet innenStadt" in der Ein-Ort-Gemeinde Gundelsheim voran gebracht werden soll. Derzeit sind in Stadt und Landkreis etwa 300 Elektrofahrzeuge unterwegs. Zwei davon gehören dem Landkreis, an einem weiteren ist die Gemeinde Buttenheim über den Wasserzweckverband beteiligt und Königsfelds Bürgermeisterin Gisela Hoffmann fährt privat ein solches Mobil, erwähnen die beiden Herren bekannte Elektro-Mobil-Besitzer.

Vor zwei Wochen veranstaltete die Gemeinde dazu einen Aktionstag, bei dem interessierte Bürger zwei verschiedene E-Bikes und drei Versionen von Elektro-Automobilen ausprobieren konnten. "Als sie ausstiegen leuchteten die Augen", begeistert sich Martin, zugleich Klimaschutzbeauftragter des Landkreises. "Der Abzug ist gigantisch", schwärmt auch der Bürgermeister.

Jedenfalls möchte die Gemeinde Gundelsheim landkreisweit Vorreiterfunktion übernehmen. Deswegen wird in dieser Woche der Dienst-Elektro-Renault angeschafft. Und deswegen wird auch eine E-Tankstelle errichtet. "Wir wollen ein Signal geben", erklärt der Bürgermeister. Dafür hat der Gemeinderat insgesamt 25 000 Euro in den diesjährigen Haushalt eingestellt. Der Betrag umfasst die Anschaffung von Auto, Zapfsäule und kostenlos abgegebenen Strom. "Zu 100 Prozent Ökostrom", ergänzt dazu Robert Martin.

Im Auftrag des Landkreises hat Martin bei den Gemeinden ermittelt, welche denn bereit wären, sich eine Elektroladesäule zuzulegen. Immerhin zehn von 36 Gemeinden sind bereit, darunter natürlich auch Gundelsheim.
Das Engagement für Elektro-Autos macht freilich nur dann Sinn, wenn ein flächendeckendes Netz an Ladestationen aufgebaut wird. Nachdem die Kosten für die Fahrzeuge mittlerweile so weit gesunken sind, dass sie das Zeug zum Zweitwagen haben, bildet bei den erschwinglichen Modellen nur noch die Reichweite - etwa 200 Kilometer mit einer Ladung - ein Manko. Allerdings wohl nicht in der flächenkleinsten Gemeinde des Landkreises, wie der Bauhof-Test gezeigt hat. In dem 3,42 Quadratkilometer kleinen Gundelsheim mit seinen insgesamt 18,3 Kilometer langen Straßennetz kommt man gut zurecht.


Einheitliche Modelle

Zurück zum Thema Ladestation. Das in der Region Bamberg entstehende Netz sollte alleine schon wegen der Abrechnung möglichst mit einheitlichen Modellen bestückt sein, "sonst müsste man ja zig Tankkarten haben", macht Martin deutlich. Der Landkreis leistet hier wichtige Vorarbeit bei der Sondierung der Modelle. In der engeren Auswahl befinden sich derzeit zwei Versionen. Wobei die Anschaffungskosten generell bei jeweils etwa um de 4000 Euro liegen.

Die Positionierung am Rathaus erachten die beiden Bürgermeister wegen der zentralen Lage ideal: Man kann in die Kirche, ins Seniorenzentrum, ins Rathaus, zum Einkaufen oder in die Wirtschaft während das E-Mobil Strom zapft. Zwischen unter einer und bis zu fünf Stunden brauchen Akkus, um sich wieder aufzuladen.

"Elektromobilität wird oft diskutiert, ist aber in den Köpfen nicht drin", so Merzbacher, deswegen wolle man nun ein deutliches Zeichen setzen und durch die Anschaffung des Elektromobils auch beispielhaft vorangehen, das heißt fahren.

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