Bamberg

Das Bamberger Bürgerrathaus kommt - nur wann?

Die Stadt Bamberg hat am Montag das ehemalige Kreiswehrersatzamt gekauft. Ein Bürgerrathaus wird mal daraus. Sanierungsumfang und -aufwand sollen nun Fachplaner ermitteln, deren Leistungen zunächst europaweit ausgeschrieben werden.
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Das Flachdach muss repariert werden, Fester und Fassade sind soweit in Ordnung. Wann das ehemalige Kreiswehrersatzamt (im Vordergrund) Bürgerrathaus wird, steht noch nicht fest.  Foto: Ronald Rinklef
Das Flachdach muss repariert werden, Fester und Fassade sind soweit in Ordnung. Wann das ehemalige Kreiswehrersatzamt (im Vordergrund) Bürgerrathaus wird, steht noch nicht fest. Foto: Ronald Rinklef
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Die neun Treppenstufen, auf denen einst sogar die lautesten Rabauken beklommenen Herzens hochgeschlichen sind, führen zu einer abgeschlossenen Eingangstür. Eine junge Ratte huscht erschrocken ins Gesträuch unter dem Handlauf. Einen Musterungstermin, den hätte man sich an solch einem markanten Tag gewünscht.

Obwohl drei schwarze Dienst-Kombis der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) mit Bonner, Amberger und Würzburger Kennzeichen vor den Gebäude Promenade 2a stehen, findet das, worauf es ankommt, ein paar hundert Meter entfernt im kleinen Sitzungssaal des Rathauses am Maxplatz statt.
Denn das direkt am Zentralen Omnibusbahnhof gelegene ehemalige Kreiswehrersatzamt ist noch kein Rathaus. Es soll erst eins werden.

Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), Jörg Musial, Bereichsleiter Verkauf bei der Bima, und Notarin Bernadette Bord setzen an diesem Nachmittag ihre Unterschriften unter den Kaufvertrag, mit dem die Stadt Bamberg für 2,25 Millionen Euro das fünfstöckige Verwaltungsgebäude erwirbt. Der rechteckige hellgraue "Kasten" mit den blauen Fenstern wird irgendwann nicht mehr leer stehen.


"Ein wichtiger Schritt"

"Einen wichtigen Schritt, die Konversion in Bamberg erfolgreich werden zu lassen", nennt der OB die Vertragsunterzeichnung. Vorausgegangen seien faire Verhandlungen in konstruktiver Atmosphäre mit dem Ziel, dass die Kommune ihr Erstzugriffsrecht wahrnehmen konnte. "Das Bürgerrathaus wird die Stadtentwicklung in der Innenstadt prägen." Teile des Sozial-, Ordnungs- und Umweltreferats werden an die Promenade umziehen.

"Wichtige Infrastruktureinrichtungen sind dann dort versammelt. Mitten in der Innenstadt, und barrierefrei erreichbar." Als Herzstück ins Erdgeschoss kommt eine "zeitgemäß ausgestattete Infothek", skizziert Starke. Die geschätzten Kosten für Umbau und Sanierung liegen bei rund acht Millionen Euro.

"Schloss Geyerswörth wird komplett leergeräumt. Es ist unsere nächste große Sanierungsaufgabe nach dem Michaelsberg."

Bis 30. September sollen auf dem US-Konversionsgelände die Gebäude der Pines-Area in den Besitz der Stadt übergehen, und zum 31. Januar 2016 weitere Flächen in einer Größenordnung von 18 Hektar.
Jörg Musial (Bima) nannte den Vertragsabschluss ein "erstes Ergebnis der umfangreichen Verhandlungen. Auf Papier. Wir werden in den nächsten Monaten weitere Ergebnisse liefern."


Noch kein Zeitplan

Gemustert und für tauglich befunden hat die Stadt Bamberg das Gebäude (Baujahr 1966), das vor seiner Verwendung als Kreiswehrersatzamt Landratsamt war, schon vor längerer Zeit. Auf Herz und Nieren geprüft - und auch der beherzte Griff an edle Teile wird erfolgt sein. Im übertragenden Sinne.

Sonst könnte sie nicht wissen, dass für das Haus eine "Sanierung mit einfachstem Standard" ausreichend sein sollte, wie es OB Starke formulierte. "Wir müssen den Brandschutz ertüchtigen, EDV-Installierung ermöglichen und die Dachreparatur angehen. An den Fenstern brauchen wir nichts zu machen." Einen Zeitpunkt, an dem das neue Bürgerrathaus zum Dienst antritt, wollte er jedoch nicht nennen.

Hinter den Glasscheiben, die schon länger kein Fensterleder mehr gesehen haben, herrscht - soweit man das von der Franz-Ludwig-Straße aus sehen kann - Leere. An einigen sind noch Scheibengardinchen, vor anderen Stores angebracht. Was sonst noch in den Räumen geblieben ist, verbirgt sich an diesem Nachmittag hinter der geschlossenen Eingangstür. Eine Möglichkeit zur Musterung an diesem markanten Tag, die hätte man sich gewünscht.
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