Hallstadt

Da musste erst mal mächtig Dampf raus

Nochmal 1,3 Millionen fürs Feuerwehrhaus, das wollte der Hallstadter Stadtrat nicht einfach so schlucken.
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Im Baugebiet "Hallstadt- West I" - freie grüne Fläche - soll das neue Feuerwehrhaus entstehen. Luftbild: Ronald Rinklef
Im Baugebiet "Hallstadt- West I" - freie grüne Fläche - soll das neue Feuerwehrhaus entstehen. Luftbild: Ronald Rinklef
Zum Glück waren die Fachplaner nicht anwesend, denn ihnen galt der Unmut des Stadtrates. Die Überschreitung des erst heuer festgelegten Kostenrahmens um 1,3 Millionen Euro wollten die Kommunalpolitiker nicht einfach so abnicken. Letztlich konnte aber die Feuerwehr von der Notwendigkeit des in die Entwurfsplanung Eingearbeiteten überzeugen und machte zudem einen Vorschlag, wie zumindest bei der Befestigung der Wege eingespart werden kann. Auf der Basis eines 18:1-Votums geht das Vorhaben nun wieder einen Schritt weiter und damit in die Genehmigungsplanung.

Rund 100 Aktive sorgen in der Hallstadter Feuerwehr dafür, dass sich Hallstadts knapp 9000 Bürger sicher fühlen dürfen. Unter anderem steht ein Fuhrpark von zehn Einsatzfahrzeugen zur Verfügung, für den auf dem derzeitigen Areal der Wehr in der Mainstraße nicht ausreichend Platz zur Verfügung steht.
Seit 2010 befasst man sich mit Neubauplänen - im Bebauungsplangebiet "Hallstadt West 1" in der Nähe der neu gebauten Lagerhalle des Bauhofes; laut Bürgermeister Thomas Söder (CSU) dem einzigen Gebiet, wo der Neubau möglich ist.

Verwaltung, Feuerwehr und Stadträte haben für das Projekt gemeinsam verschiedene neue Feuerwehrhäuser vergleichbarer Wehren in Augenschein genommen. Die hier gewonnenen Einsichten liegen der Planung für das Hallstadter Projekt zugrunde. Anhand des Aufschlusses über die jeweiligen Kosten hat das Gremium das eigene Vorhaben mit 5,8 Millionen Euro gedeckelt. Die Entwurfsplanung überschreitet diesen Betrag jedoch nun um 1,3 Millionen Euro. Weil eben Dinge eingearbeitet wurden, die ein funktionsgerechtes Werk brauche, wie Erster Kommandant Stephan Groh in seinen Ausführungen im Stadtrat mehrfach vertiefte, und die der DIN14092 begründet sind.

Mehrkosten von 270 000 Euro fallen für den Baukörper an, weil in der Fahrzeughalle eine Galerie eingebaut wird, auf der Räume für Büros und Archiv gewonnen werden; oder auch für den Vollturm mit 24 Metern Höhe, der an den Trakt mit Schlauchwaschanlage anschließt und der zudem für Übungszwecke (Drehleiter) genutzt werden kann. Für die Technik, man möchte hier etwa neue Wege gehen und statt einer Gasheizung mit Wärmepumpe arbeiten, werden 320 000 zusätzliche Euro anfallen; für die mit 800 000 Euro angesetzten Außenanlagen (auf einem 13 000 Quadratmeter Areal) mit Umfahrung und zweiter Zufahrt müssen auch wegen des mit Spezialbeton verstärkten Aufbaus 400 000 Euro draufgepackt werden. All das zieht eine Erhöhung der Nebenkosten (Architekten-Honorar) um 245 000 Euro nach. Einsparpotenzial sieht der Kommandant beim Unterbau, hier könne man wohl auf den Spezialbeton verzichten, meint er.

Während alle Stadträte in ihren Wortbeiträgen die Wertschätzung der städtischen Brandschützer zum Ausdruck brachten, waren nahezu alle über den Kostenanstieg und auch den Auftritt der Fachplaner in der Sitzung vor zwei Wochen erbost. Bürgermeister Söder bezeichnet diesen im Rückblick als "eher unglückliche Vorstellung." Veit Popp (CSU) zeigte die zwei Alternativen auf: entweder wieder von vorne anfangen, oder weitermachen und neu deckeln. Er wünscht sich nun, die Verwaltung möge darauf achten, dass kostengerecht ausgeschrieben wird.
Insgesamt müsse man den Fachleuten schon vertrauen und - "Qualität hat eben ihren Preis", befand Zweiter Bürgermeister Ludwig Wolf (BB).

Werner Pflaum (SPD) warf die Frage auf, ob die Brücke über die A 3, zu der man über die zweite (westliche Zufahrt) gelangt, überhaupt für Lasten bis 30 Tonnen geprüft ist. Am Architektenhonorar rieb sich Hans Partheimüller (CSU), der in Sachen Heizung einen großen Wurf und konkret ein Bürgersolardach vorschlägt. "Über die zusätzlichen Kosten bin ich sauer", schimpfte Heiko Nitsche (SPD), dies angesichts der vielen laufenden oder beschlossenen Großprojekte mit einem Kostenrahmen von um die 30 Millionen Euro. Er wies auch darauf hin, dass der Erwerb des Areals erst noch zu tätigen sei. Parteikollege Harald Werner schäumte: "Planer glauben bei uns, sie haben die Lizenz zum Gelddrucken. "Die Mehrkosten sind begründet worden", erklärte dagegen Michael Beck und "für mich ist die Feuerwehr das Wichtigste."

Die Bedeutung eines in die Zukunft gerichteten Baus unterstrich denn auch Erster Bürgermeister Söder. Er lobte das Engagement der Feuerwehr für das Vorhaben, für das sie in den letzten Jahren sehr viel Vorarbeit geleistet habe. Berücksichtigt seien Dinge, die sich auf lange Sicht bezahlt machen. Die Kostenschätzung sei eine Prognose, die Bauwirtschaft sehr gut ausgelastet, "weshalb sich die Preise leider erhöht haben" und es schwierig sei, Vorgaben einzuhalten, bat er um Verständnis.

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