Bamberg
Projekt

CariBoutique: Der andere Second-Hand-Laden in Bamberg

In der CariBoutique in den Theatergassen in Bamberg gibt es Strampler, Plüschtiere oder Socken. Alles Mögliche zum Anziehen oder Spielen für Kleinkinder. Immer wieder laufen Bamberger vorbei und wollen etwas kaufen, doch eine Kasse gibt es nicht.
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Auch Pullover für die kalte Jahreszeit gibt es.Foto: Sarah Dann
Auch Pullover für die kalte Jahreszeit gibt es.Foto: Sarah Dann
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Die Währung, die hier zählt und zahlt ist Dankbarkeit. Und ein Zettel, ausgestellt von der Caritas Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen, mit dem eine Familie berechtigt ist, für ihre Kinder in der CariBoutique "bummeln" zu gehen. Zwei mal in der Woche, immer dienstags und donnerstags, öffnen Ehrenamtliche für jeweils zwei Stunden die Türen des kleinen Lädchens in den Bamberger Theatergassen.

Es ist ein Projekt des Caritasverbandes der Stadt Bamberg, das es schon seit über über sieben Jahren gibt, und im vergangenen Jahr selbst ein neues Gewand bekommen hat: Vom Kellerraum zu einem 35 Quadratmeter großen Laden nahe der Bamberger Fußgängerzone, den der Caritasverband der Stadt Bamberg im Februar 2014 zur Verfügung stellte. Eingerichtet mit einer Laden-Theke - einem alten, massiven, dunklen Schreibtisch - und Schaufenstern bis zum Boden, durch die Eltern oder Kinder im Vorbeigehen oft schon ihr neues Lieblingsteil erspähen.


Vorbeischauen lohnt sich

"Es gibt teilweise auch Anfragen per Telefon oder E-Mail, ob wir etwas reservieren können", erzählt Martina Nowak, Leiterin der Schwangerenberatung in Bamberg. Wer etwas von den Sachen haben möchte und sich modische Kinderbekleidung nicht leisten kann, also Familien und Alleinerziehende mit geringen Einkommen, kommt erst in der Beratungsstelle und dann an einem Dienstag oder Donnerstag in der Boutique vorbei. Eine große Papiertüte pro Kind in der Familie ist die Richtlinie, damit die Kleidung auch gerecht aufgeteilt wird. So zwei bis drei Mal im Jahr bekommen die Familien eine Berechtigungskarte ausgestellt, erklärt Martina Nowak. So werden Familien unterstützt, sich für die Jahreszeit entsprechend einzukleiden - nicht günstig, sondern kostenlos. In der CariBoutique gibt es kein Suchen nach dem Preisschild, ob die Jacke oder die Schühchen, die einem ins Auge fallen, auch bezahlbar sind.

Insgesamt zwölf ehrenamtliche Frauen - "und der Hausmeister, der oft beim Karton schleppen helfen muss", schmunzelt Martina Nowak - sortieren die Spenden, die bei ihnen ankommen. Sie räumen die Regale ein und suchen schließlich mit den Frauen die passenden Klamotten raus. Margit Lohwasser hat schon öfters ein Teil mit nach Hause genommen um es zu waschen oder um in eine Strumpfhose wieder einen neuen Gummi reinzuziehen.

Ob Socken, Schuhe oder Winterjacke: Die Kleidung ist zwar getragen, doch sind es oft modische Markenklamotten und teilweise "sind sogar noch die Etiketten dran", sagt Agathe Thomann. Eine Mischung aus Asylbewerbern und Bamberger Familien kann durch Angebote und Projekte wie die CariBoutique Geld sparen. "Im vergangenen Jahr waren es schon mehr", sagt Thomann. Mit den Asylbewerbern stieg nicht nur die Nachfrage an Kinderbekleidung, sondern auch die Sprachenvielfalt. "Danke" verstehen die Mitarbeiterinnen aber in jeder Sprache.
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